Zum Inhalt springen
Neugier kennt kein Alter. Wissen für Kinder & Erwachsene.
Wissen entdecken / Weiterlesen

Burg Eltz: Geschichte der Ritterburg an der Mosel

Eingefärbtes altes Foto von Burg Eltz mit vielen Türmen über bewaldeten Hängen, um 1900

Die kurze Antwort

Burg Eltz ist eine Burg aus dem Mittelalter in Rheinland-Pfalz. Sie steht auf einem Felsen im Tal des Elzbachs, nicht weit von der Mosel. Schon im Jahr 1157 wird ein Herr von Eltz in einer Urkunde genannt. Seit mehr als 850 Jahren gehört die Burg derselben Familie, den Grafen von und zu Eltz. Die Burg wurde nie zerstört. Deshalb sieht sie bis heute fast so aus wie früher. Mit ihren vielen Türmen gilt sie als eine der schönsten Burgen Deutschlands. Heute kann man sie von Frühling bis Herbst besuchen.

Eingefärbtes altes Foto von Burg Eltz mit vielen Türmen über bewaldeten Hängen, um 1900
Burg Eltz auf einem eingefärbten Foto aus der Zeit um 1900. Die Burg ist ein Privathaus. Ihr Besitzer erlaubt, Fotos von Burg Eltz nur privat zu verwenden. Deshalb zeigt dieser Artikel keine aktuellen Fotos der Burg, sondern alte Bilder, die heute jeder frei verwenden darf. Foto: unbekannt, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Was ist Burg Eltz?

Burg Eltz ist eine Höhenburg aus dem Mittelalter. So nennt man eine Burg, die auf einem Berg oder Felsen gebaut ist. Burg Eltz steht auf einem Felsen, der etwa 60 bis 70 Meter hoch ist. Ringsherum liegen aber höhere Berge. Von weitem sieht man die Burg deshalb nicht. Erst wenn man im Tal ganz nah ist, taucht sie zwischen den Bäumen auf.

Die Burg steht im Norden von Rheinland-Pfalz, zwischen Eifel, Mosel und Rhein. Die nächsten Orte sind Wierschem und Münstermaifeld. Der Elzbach, der um den Burgfelsen fließt, ist ein Nebenfluss der Mosel. Er mündet bei Moselkern in die Mosel.

Eine Burg ist ein Bauwerk, in dem Menschen wohnten und in dem sie sich gleichzeitig gegen Feinde verteidigen konnten. Dafür hatte sie dicke Mauern, Türme und ein festes Tor. Burg Eltz besteht aus acht Wohntürmen, die eng aneinandergebaut sind. Ein Wohnturm ist ein hohes Haus mit dicken Mauern, in dem man auf vielen Stockwerken übereinander wohnt. Die Türme von Burg Eltz sind zwischen 8 und 35 Meter hoch. Zusammen umschließen sie einen engen Innenhof. Insgesamt hat die Burg bis zu 80 Räume.

Der Kunsthistoriker Georg Dehio hat Burg Eltz einmal „die Burg schlechthin“ genannt. Damit meinte er: Wenn man sich eine Ritterburg vorstellt, dann sieht sie genau so aus.

Warum sagen manche Leute Schloss Eltz?

Früher war Schloss ein anderes Wort für eine feste Burg, die man verschließen konnte. Deshalb ist der Name Schloss Eltz nicht ganz falsch. Erst später verstand man darunter ein prächtiges Wohnhaus ohne Mauern zur Verteidigung. Burg Eltz ist eine Burg, denn sie wurde für den Schutz gebaut.

Wie alt ist Burg Eltz?

Burg Eltz ist mehr als 850 Jahre alt. Im Jahr 1157 wird zum ersten Mal ein Mann namens Rudolf von Eltz in einer Urkunde genannt. Eine Urkunde ist ein wichtiges Schriftstück, zum Beispiel ein Vertrag oder eine Schenkung. Diese Urkunde ließ Kaiser Friedrich I. ausstellen, der wegen seines roten Bartes Barbarossa (gesprochen: bar-ba-ROSS-a) genannt wurde. Rudolf von Eltz unterschrieb darin als Zeuge. Er bestätigte also, dass alles richtig aufgeschrieben war.

Weil Rudolf sich schon „von Eltz“ nannte, muss die Burg damals bereits gestanden haben. Wie viel älter sie ist, weiß man nicht. Aus dieser frühen Zeit stammt der älteste Teil der Burg, der Turm Platt-Eltz. Seine unteren fünf Stockwerke sind über 850 Jahre alt.

Danach wurde mehr als 500 Jahre lang an der Burg weitergebaut. Deshalb sieht man an Burg Eltz verschiedene Baustile. Die ältesten Teile sind im Stil der Romanik gebaut. Das ist die Kunstrichtung, die ungefähr vom Jahr 1000 bis 1250 üblich war. Die jüngsten Teile stammen aus der Zeit des frühen Barock, also aus dem 17. Jahrhundert.

Warum wurde Burg Eltz gerade hier gebaut?

Burg Eltz wurde an einem wichtigen Weg gebaut, um ihn zu bewachen. Im Mittelalter führte durch das Tal des Elzbachs ein Handelsweg. Er verband die Mosel mit der Eifel und dem Maifeld. Das Maifeld ist eine fruchtbare Hochfläche, auf der viel Getreide angebaut wurde. Händler brachten auf diesem Weg Waren hin und her. Die Burg sollte diesen Weg sichern.

Der Felsen war außerdem gut zu verteidigen. Der Bach fließt auf drei Seiten um ihn herum. Nur auf einer Seite ist der Felsen mit dem Berg verbunden. Angreifer konnten also nur von dort kommen. Dass der Platz gut geeignet war, wussten schon frühere Menschen: In der Gegend fand man Reste von Befestigungen aus der Zeit der Kelten und der Römer.

Woher hat Burg Eltz ihren Namen?

Burg Eltz hat ihren Namen vom Elzbach. Der Name des Bachs ist sehr alt. Die Römer nannten ihn Alisontia (gesprochen: a-li-SON-tsi-a). Im Althochdeutschen, also der deutschen Sprache vor etwa 1000 Jahren, hieß die Schwarzerle „Els“ oder „Else“. Die Schwarzerle ist ein Baum, der gern an Bächen und in feuchtem Boden wächst. Der Name bedeutet also ungefähr „Bach, an dem Erlen wachsen“.

Die Familie, der die Burg gehörte, nannte sich nach ihr „von Eltz“. So war es im Mittelalter üblich: Adlige Familien trugen den Namen ihrer Burg.

Warum hat Burg Eltz so viele Türme?

Burg Eltz hat so viele Türme, weil hier mehrere Familien gleichzeitig wohnten und jede ihr eigenes Haus brauchte. Platz zum Bauen gab es auf dem schmalen Felsen aber kaum. Deshalb bauten die Familien nicht in die Breite, sondern in die Höhe.

Was ist eine Ganerbenburg?

Im Jahr 1268 teilten drei Brüder die Burg unter sich auf. Sie hießen Elias, Wilhelm und Theoderich. Keiner von ihnen wollte die Burg allein besitzen, aber jeder wollte darin wohnen. So entstand eine Ganerbenburg. Das ist eine Burg, die mehreren Familien gemeinsam gehört. Die Erben bilden eine Ganerbschaft, also eine Gemeinschaft, die gemeinsam erbt und zusammen wohnt.

Aus den drei Brüdern wurden drei Familienzweige. Jeder hatte ein eigenes Wappen. Elias und seine Nachkommen führten einen goldenen Löwen im Wappen, Wilhelm einen silbernen Löwen, Theoderich Büffelhörner. Später nannten sich die Zweige nach Orten, an denen sie Besitz hatten: Eltz-Kempenich, Eltz-Rübenach und Eltz-Rodendorf. Bis heute heißen die Häuser der Burg nach ihnen.

Welche Häuser gehören zur Burg?

Jeder Familienzweig baute sich auf dem Felsen eigene Wohntürme. Sie entstanden nacheinander:

  • Platt-Eltz: der älteste Turm aus dem 12. Jahrhundert
  • Rübenacher Haus: 1311 bis 1312 gebaut, später aufgestockt und um 1472 fertig
  • Rodendorfer Häuser: zwischen 1490 und etwa 1520 gebaut
  • Kempenicher Häuser: zwischen 1604 und 1661 gebaut, die jüngsten Teile der Burg

Unter dem Treppenturm der Kempenicher Häuser liegt eine Zisterne. Das ist ein Speicher für Regenwasser. Aus ihr bekamen die Bewohner ihr Wasser. Mit Fachwerk, Erkern und spitzen Dächern sehen alle Häuser etwas verschieden aus. Gerade das macht die Burg so besonders.

Alte Postkarte von Burg Eltz mit hohen Wohntürmen, davor die Brücke zum Burgtor
Burg Eltz auf einer Postkarte aus der Zeit um 1900. Man sieht, wie eng die Wohntürme auf dem Felsen stehen. Über eine Brücke führt der Weg zum Tor. Bild: Metz & Lautz, Darmstadt, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Wie lebten die Familien zusammen auf Burg Eltz?

Die Familien lebten nach strengen Regeln, die in einem Vertrag aufgeschrieben waren. Dieser Vertrag heißt Burgfriedensbrief. Der älteste stammt aus dem Jahr 1323. Später wurde er mehrmals ergänzt, zuletzt 1556. Er galt bis zum Jahr 1815.

Der Burgfrieden bedeutete: Innerhalb der Burg durften sich die Familien nicht bekämpfen. Wer einen anderen Bewohner tötete, verlor mit seinen Erben jedes Recht an der Burg. Er durfte nur zurückkommen, wenn er den Angehörigen des Toten eine Strafe gezahlt hatte. Auch die Strafen für andere Vergehen waren im Brief genau geregelt.

Was musste ein Gast auf Burg Eltz bezahlen?

Wer einen Gast mitbrachte, musste dafür bezahlen. Der Burgfriedensbrief legte genau fest, wie viel. Für einen Fürsten waren 40 Gulden und zwei Armbrüste fällig. Der Gulden war eine wertvolle Münze aus Gold. Für einen Grafen musste man 20 Gulden und eine Armbrust geben, für einen Ritter 6 Gulden. Selbst für einen Pförtner, also einen Torwächter, kostete es noch einen Gulden. Ein Gast durfte bis zu einem Jahr auf der Burg bleiben.

Wie viele Menschen wohnten auf der Burg?

Zu den besten Zeiten wohnten bis zu 100 Mitglieder der Familie auf Burg Eltz. Dazu kamen ungefähr genauso viele Bedienstete. Das waren zum Beispiel Köche, Mägde, Knechte und Wächter. Für so viele Menschen gab es auf der Burg vier Küchen. Im Rittersaal trafen sich alle drei Familien, wenn sie gemeinsam feierten oder etwas besprechen mussten.

Warum wohnte die Familie später kaum noch auf der Burg?

Seit etwa 1600 lebten die Familienzweige immer seltener auf Burg Eltz. Burgen galten nach dem Ende des Mittelalters als unbequem und altmodisch. Die Familien bauten sich deshalb Stadthäuser, die Eltzer Höfe, zum Beispiel in Trier, Koblenz und Mainz. 1736 erwarb die Familie außerdem die Herrschaft Vukovar (gesprochen: WU-ko-war) im heutigen Kroatien. Dort lag bis 1944 ihr wichtigster Wohnsitz. Auf Burg Eltz kam sie nur für wenige Wochen im Jahr, bis sie 1944 aus Vukovar fliehen musste.

Auf der Burg wohnten in dieser Zeit die Kastellane. Ein Kastellan ist ein Verwalter, der sich um eine Burg kümmert, wenn die Besitzer nicht da sind. Die Kastellane pflegten die Burg und führten die Besucher herum. Auch heute gibt es auf Burg Eltz Kastellane. Dass sie eine so alte Burg pflegen können, ist ein großes Glück. Denn in ihrer langen Geschichte geriet Burg Eltz mehrmals in Gefahr.

Wurde Burg Eltz jemals zerstört?

Nein, Burg Eltz wurde nie zerstört. Das ist sehr selten. Die meisten Burgen am Rhein und an der Mosel wurden in Kriegen beschädigt, verbrannt oder gesprengt. Am stärksten bedroht war Burg Eltz in der Eltzer Fehde. Damals wurde sie zwei Jahre lang belagert und blieb trotzdem stehen. In späteren Kriegen hatte sie Glück, und die Familie verhielt sich geschickt.

Was war die Eltzer Fehde?

Die Eltzer Fehde war ein Krieg um Burg Eltz, der von 1331 bis 1333 dauerte. Eine Fehde war im Mittelalter ein Streit zwischen Adligen, den sie mit Waffen austrugen. In der Eltzer Fehde kämpften die Herren von Eltz gegen Balduin von Luxemburg. Er war Erzbischof von Trier und außerdem Kurfürst. Die Kurfürsten waren die wenigen mächtigen Fürsten, die den Kaiser wählen durften.

Bis dahin unterstand Burg Eltz direkt dem Reich und keinem Fürsten. Ihre Herren mussten also nur dem Kaiser gehorchen. Balduin wollte sein Herrschaftsgebiet vergrößern und auch Burg Eltz unter seine Herrschaft bringen. Die Herren von Eltz wollten dagegen ihre alten Rechte behalten, zum Beispiel das Recht, selbst Fehden zu führen. Sie verbündeten sich deshalb mit den Herren der benachbarten Burgen Waldeck, Schöneck und Ehrenburg.

Was ist Burg Trutzeltz?

Um Burg Eltz zu erobern, ließ Balduin auf einem Felsen oberhalb von ihr eine eigene Burg bauen. Sie heißt Trutzeltz. Das Wort „Trutz“ bedeutet so viel wie Widerstand. Eine solche Burg nennt man Gegenburg. Von dort aus belagerten Balduins Soldaten Burg Eltz und beschossen sie mit Katapulten und Bliden. Das sind große Wurfmaschinen, die mit einem schweren Gegengewicht Steine schleuderten.

1331 setzten die Angreifer auch Kanonen ein. Das ist der erste sicher belegte Angriff mit Kanonen nördlich der Alpen. In der Waffenkammer von Burg Eltz liegen bis heute Kanonenbolzen aus dieser Zeit. Ein Bolzen ist ein kurzes, dickes Geschoss, ähnlich wie ein großer Pfeil. Es sind die ältesten Kanonenbolzen der Welt. Von Trutzeltz stehen heute nur noch Mauerreste.

Mauerreste der Burgruine Trutzeltz im Wald, von oben gesehen
Die Ruine von Burg Trutzeltz von oben. Von hier aus wurde Burg Eltz in der Eltzer Fehde belagert. Foto: Wolkenkratzer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wie ging die Eltzer Fehde aus?

Nach zwei Jahren Belagerung gaben die Herren von Eltz 1333 auf. Wenig später schlossen sie Frieden mit Balduin. Sie mussten die Burg von ihm als Lehen annehmen. Ein Lehen war ein Besitz, den ein Herr einem anderen überließ. Dafür musste dieser ihm treu sein und ihm dienen. Die Burg gehörte also weiter der Familie, aber die Familie stand nun unter dem Erzbischof von Trier. Außerdem mussten die meisten Befestigungen von Burg Eltz abgerissen werden. Fachleute sagen dazu schleifen.

Burg Eltz war danach keine richtige Wehrburg mehr, sondern eine befestigte Wohnanlage. Viele der prächtigen Räume entstanden erst nach der Fehde.

Wie überstand die Burg den Krieg gegen Frankreich?

Mehr als 350 Jahre nach der Eltzer Fehde geriet Burg Eltz wieder in Gefahr. Diesmal half ihr ein Mitglied der Familie. Von 1688 bis 1697 führte der französische König Ludwig XIV. Krieg in der Pfalz und am Rhein. Diesen Krieg nennt man den Pfälzischen Erbfolgekrieg. Französische Soldaten zerstörten damals viele Burgen und Städte in der Gegend. Auch Burg Eltz stand auf ihrer Liste. Hans Anton zu Eltz-Üttingen aus der Familie Eltz war aber Offizier in der französischen Armee. Er sorgte dafür, dass Burg Eltz von der Liste gestrichen wurde.

Einmal kamen trotzdem französische Soldaten in die Nähe, um zu plündern. Plündern bedeutet, Dinge mit Gewalt wegzunehmen. Die Bewohner des Dorfes Müden lockten die Soldaten in ein Kornfeld und zündeten es an. So wurde auch die Burg verschont.

Was geschah, als die Franzosen das Land beherrschten?

Etwa 100 Jahre später drohte der Familie nicht die Zerstörung, sondern der Verlust ihrer Burg. Ab 1794 gehörte das Land links des Rheins für etwa 20 Jahre zu Frankreich. Die Franzosen hielten den damaligen Grafen Hugo Philipp zu Eltz fälschlich für einen Emigranten, also für jemanden, der vor ihnen ins Ausland geflohen war. Deshalb nahmen sie ihm 1795 die Burg und seine Güter weg. Hugo Philipp konnte aber beweisen, dass er in Mainz geblieben war. 1797 bekam er seinen Besitz zurück.

Wem gehört Burg Eltz heute?

Burg Eltz gehört bis heute der Familie von Eltz. Seit dem Jahr 2018 trägt Graf Jakob zu Eltz die Verantwortung für die Burg. Er gehört zur 34. Generation der Familie. Eine Generation umfasst alle Menschen, die ungefähr zur gleichen Zeit geboren sind, etwa Eltern oder Kinder. Vor ihm kümmerten sich seine Eltern Karl und Sophie von und zu Eltz um die Burg. Die Burg ist also ein privates Haus und kein Museum des Staates.

Seit wann gehört die Burg nur einer Familie?

1815 kaufte Hugo Philipp den Anteil der Familie Eltz-Rübenach. Der Zweig Eltz-Rodendorf war schon 1786 ausgestorben, sein Anteil war an Eltz-Kempenich gefallen. Damit gehörte Burg Eltz zum ersten Mal seit 1268 wieder nur einer Familie. Die Ganerbschaft war zu Ende.

Welche berühmten Mitglieder hatte die Familie?

Die Familie von Eltz wurde mit der Zeit immer bedeutender. Jakob zu Eltz war von 1567 bis 1581 Erzbischof und Kurfürst von Trier. Philipp Karl zu Eltz war von 1732 bis 1743 Kurfürst von Mainz. Der Kurfürst von Mainz war gleichzeitig Reichserzkanzler. Er war damit der wichtigste Fürst nach dem Kaiser. 1733 wurde die Familie in den Stand der Reichsgrafen erhoben. Seitdem heißt sie Grafen von und zu Eltz.

Wie wurde Burg Eltz zu einer berühmten Sehenswürdigkeit?

Burg Eltz wurde vor etwa 200 Jahren berühmt, als Burgen aus dem Mittelalter wieder in Mode kamen. Diese Zeit nennt man Romantik. Damals schwärmten Dichter und Maler für Ritter, alte Burgen und wilde Natur. Um 1820 kamen die ersten Besucher, um Burg Eltz zu sehen. Unter ihnen waren der französische Schriftsteller Victor Hugo (gesprochen: wik-TOR ü-GO) und der englische Maler William Turner (gesprochen: WIL-jem TÖR-ner). Turner malte die Burg im Jahr 1841. Auch deutsche Kaiser besuchten sie.

Zeichnung von Burg Eltz aus dem Jahr 1818 von Domenico Quaglio
Burg Eltz auf einem Bild aus dem Jahr 1818. Der Maler Domenico Quaglio (gesprochen: do-ME-ni-ko KWAL-jo) zeichnete sie für ein Buch über berühmte Bauwerke aus dem Mittelalter. Bild: Domenico Quaglio, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Wie wurde die Burg erhalten?

Von 1845 bis 1888 ließ Graf Karl zu Eltz die Burg restaurieren. Das bedeutet, er ließ sie vorsichtig ausbessern und erhalten, ohne viel Altes zu entfernen. Das kostete 184.000 Mark. Heute wären das etwa 15 Millionen Euro.

Am 20. September 1920 brach durch einen Kaminbrand ein Feuer aus. Es zerstörte Teile der Kempenicher Häuser und die Dächer der Rodendorfer Häuser und von Platt-Eltz. Bis Mitte der 1930er Jahre wurde alles wiederhergestellt. Seit 2009 wird die Burg erneut gründlich saniert. Dafür erhielt die Familie im Jahr 2024 den Großen Denkmalpreis der Deutschen Burgenvereinigung.

Warum kennen so viele Menschen Burg Eltz?

Ab 1965 war sie auf der Rückseite des 500-Mark-Scheins abgebildet. Er wurde erst in den 1990er Jahren durch einen neuen Schein ersetzt. Die D-Mark war das Geld in Deutschland, bevor es den Euro gab. Von 1977 bis 1982 gab es Burg Eltz auch auf einer Briefmarke. Heute besuchen jedes Jahr sehr viele Menschen aus der ganzen Welt die Burg.

Was gibt es in Burg Eltz zu sehen?

In Burg Eltz kann man bei einer Führung die alten Wohnräume sehen. Außerdem gibt es eine große Schatzkammer. Die Möbel, Bilder, Waffen und Haushaltsgeräte stammen aus acht Jahrhunderten und gehören der Familie.

Welche Räume zeigt die Führung?

Bei der Führung siehst du unter anderem diese Räume:

  • Waffenkammer: Schwerter, Hellebarden, Bögen, Schilde und alte Gewehre aus dem 14. bis 17. Jahrhundert und die Kanonenbolzen aus der Eltzer Fehde. Eine Hellebarde ist eine lange Stangenwaffe mit Beil und Spitze.
  • Rübenacher Untersaal: ein Wohnraum aus dem Jahr 1311. Hier hängt das berühmte Gemälde „Madonna mit Kind und Weintraube“ von Lucas Cranach (gesprochen: LU-kas KRA-nach) dem Älteren.
  • Schlafgemach: ein großer Raum mit einem geschnitzten Himmelbett, also einem Bett mit Dach und Vorhängen. Die Wände sind mit Mustern bemalt, die ursprünglich um 1450 entstanden.
  • Kurfürstenzimmer: benannt nach den beiden Kurfürsten aus der Familie Eltz.
  • Rittersaal: der Festsaal aus der Zeit um 1520.
  • Kinderzimmer: Hier hängen Bilder von Kindern der Familie, und hier steht wahrscheinlich das älteste bemalte Bett Deutschlands. Es ist etwa 500 Jahre alt.
  • Fahnensaal: der baulich eindrucksvollste Raum der Burg mit einem Gewölbe aus sternförmigen Steinrippen um 1480.
  • Rodendorfer Küche: eine der vier alten Küchen der Burg mit Töpfen, Pfannen und Geräten aus dem 15. bis 19. Jahrhundert.

Was bedeuten die Rose und die Narrenköpfe im Rittersaal?

Im Rittersaal gibt es zwei besondere Zeichen. Dort und am Himmelbett im Schlafgemach findet man die Rose des Schweigens. Sie bedeutete: Was hier besprochen wird, bleibt in diesem Raum und wird nicht weitererzählt. Außerdem gibt es Narrenköpfe. Ein Narr war ein Spaßmacher am Hof, der als Einziger alles sagen durfte, auch Kritik am Herrn. Die Narrenköpfe bedeuteten deshalb: In diesem Raum darf jeder offen seine Meinung sagen. Gleichzeitig erinnerten sie daran, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen.

Was ist in der Schatzkammer?

In der Schatzkammer liegen mehr als 500 kostbare Gegenstände. Viele davon sind aus Gold und Silber und wurden von Goldschmieden in Augsburg und Nürnberg gemacht. Dazu kommen Glas, Porzellan, Schmuck und Waffen. Besonders sind die Kuriositäten. Das sind seltsame und überraschende Kunstwerke, die adlige Familien gern sammelten.

Dazu gehört ein Trinkspiel aus Silber aus der Zeit um 1600. Es zeigt die Jagdgöttin Diana auf einem Hirsch und steht auf Rädern. Man konnte es aufziehen, dann fuhr es über den Tisch. Wo es stehen blieb, mussten die Erwachsenen dort aus dem Hirsch und dem Hund trinken, die mit Wein gefüllt waren. Ein anderes Stück heißt „Dukatenscheißer“. Ein Dukaten war eine Goldmünze. Der Dukatenscheißer ist eine Märchenfigur, die Goldmünzen ausscheidet. Ein Künstler hat sie um 1650 aus Elfenbein und Holz geschnitzt und vergoldet. Es gibt auch eine Axtpistole von etwa 1600. Das ist eine Streitaxt und eine Pistole in einer Waffe. Ein Reiter konnte im Galopp kaum zwei Waffen gleichzeitig führen. Mit der Axtpistole hatte er beides in einer Hand.

Gezeichnete Postkarte um 1900 mit dem Innenhof von Burg Eltz, Fachwerktürmen und Treppe
Der Innenhof von Burg Eltz auf einer gezeichneten Postkarte aus der Zeit um 1900. Ringsherum stehen die Wohntürme der drei Familienzweige. Bild: unbekannt, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Was erzählt die Sage von Agnes von Eltz?

Die bekannteste Sage von Burg Eltz handelt von einer mutigen Tochter des Burgherrn, Agnes von Eltz. Eine Sage ist eine alte Geschichte, die sich die Menschen über Generationen weitererzählt haben. Ob sie wirklich so passiert ist, weiß man nicht.

Agnes war mit dem Ritter von Braunsberg verlobt. Doch bald merkte Agnes, dass er ein grober und gemeiner Mann war. Sie wollte ihn auf keinen Fall heiraten. Als er sie vor der ganzen Familie küssen wollte, wies sie ihn ab und verließ den Rittersaal. Da schlug er ihr ins Gesicht. Als ihr Vater das hörte, warf er den Ritter aus der Burg und löste die Verlobung auf.

Wie kämpfte Agnes um die Burg?

Die Familie Braunsberg wollte sich rächen. Sie lockte den Burgherrn mit seinen Kämpfern an einen anderen Ort, an dem angeblich ein Krieg stattfand. Dann griff sie die Burg an. Dort waren nur noch Agnes und ein paar Knappen geblieben. Knappen waren junge Männer, die zum Ritter ausgebildet wurden. Agnes zog einen Brustpanzer an, also eine Rüstung für den Oberkörper, und kämpfte gegen die Angreifer. Da traf sie ein Pfeil ins Herz. Ihn hatte ihr früherer Verlobter abgeschossen. Erst als sie zu Boden sank, erkannte er, wen er getötet hatte. Kurz darauf fiel auch der Ritter von Braunsberg im Kampf. Zur Strafe, so heißt es, irrt seine Seele seitdem um das Grab von Agnes.

Was erinnert in der Burg an Agnes?

Die Sage erzählt, dass der Geist von Agnes nachts noch immer über den Burghof schwebt und die Burg beschützt. Im Kinderzimmer der Burg, das auch Comtessenzimmer heißt, hängt ein Brustpanzer. Ihn soll der Pfeil durchbohrt haben. Daneben hängt der Fehdehandschuh, den die Braunsberger den Eltzern vor die Füße geworfen haben sollen. Mit einem Fehdehandschuh forderte ein Ritter früher seinen Gegner zum Kampf heraus. Eine Comtesse (gesprochen: kom-TESS) ist die unverheiratete Tochter eines Grafen.

Wie kannst du Burg Eltz mit Kindern besuchen?

Burg Eltz kannst du von Ende März bis Anfang November besuchen. 2026 war sie vom 29. März bis zum 1. November täglich ab 9:30 Uhr geöffnet. Am Burgtor ist um 17 Uhr letzter Einlass, die letzte Führung beginnt um 17:30 Uhr. Im Winter ist die Burg geschlossen. Die nächste Saison beginnt am 21. März 2027.

Die Innenräume siehst du nur bei einer Führung. Sie dauert 35 bis 40 Minuten. Danach kannst du die Schatzkammer und den Innenhof allein ansehen. Insgesamt solltest du mit Weg etwa zweieinhalb bis drei Stunden einplanen. Für Gruppen gibt es auch besondere Führungen für Kinder.

Was kostet der Eintritt?

Eine Karte gilt für die Führung, den Innenhof und die Schatzkammer. 2026 kostete sie für Erwachsene 14 Euro und für Schüler und Studenten 7 Euro. Eine Familienkarte kostete 34 Euro. Kinder unter 6 Jahren zahlen nichts.

Was musst du beim Besuch beachten?

In der Burg gibt es viele Stufen, enge Treppen und schmale Türen. Sie ist deshalb nicht barrierefrei. Das bedeutet, dass Menschen im Rollstuhl nicht in alle Räume gelangen können. Auch mit einem Kinderwagen ist das schwierig. Hunde und andere Tiere dürfen nicht in die Innenräume.

Rund um die Burg liegt der Eltzer Wald. Er ist ein Naturschutzgebiet mit mehr als 300 Hektar. Ein Hektar ist ungefähr so groß wie ein Fußballfeld. In einem Naturschutzgebiet sind Pflanzen und Tiere besonders geschützt. Man darf die Wege nicht verlassen und keine Pflanzen ausreißen. Drohnen sind über der Burg und dem Wald verboten. Fotos dürfen nur für private Zwecke gemacht werden, denn die Burg ist ein Privathaus.

Wie kommst du zu Burg Eltz?

Wer mit dem Auto kommt, gibt ins Navi „Burg Eltz, Wierschem“ ein. Das Parken kostet 4 Euro am Tag und muss bar bezahlt werden. Vom Parkplatz fährt alle 10 Minuten ein Pendelbus zur Burg. Ein Pendelbus fährt immer zwischen zwei Orten hin und her. Die Fahrt kostet 2 Euro. Du kannst den Weg auch zu Fuß gehen. Auf dem Fußweg kommst du an der Stelle vorbei, die der „500-DM-Blick“ genannt wird.

Mit dem Zug fährst du bis zum Bahnhof Hatzenport an der Mosel. Von dort fährt vom 1. April bis zum 1. November zweimal in der Stunde der Bus 365 zum Burgparkplatz.

Besonders schön ist es, von der Mosel aus zur Burg zu wandern. Von der Ringelsteiner Mühle bei Moselkern führt ein Weg durch das Tal des Elzbachs. Er ist etwa 2,5 Kilometer lang. Dafür brauchst du ungefähr 45 Minuten. Du läufst dabei durch den Wald, bis plötzlich die Burg vor dir steht. Feste Schuhe sind dafür wichtig.

Die aktuellen Öffnungszeiten und Preise findest du auf der Website von Burg Eltz.

Zum Weiterdenken

Auf Burg Eltz wohnten drei Familien mit vielen Kindern und Bediensteten auf engem Raum. Damit es keinen Streit gab, schrieben sie ihre Regeln in den Burgfriedensbrief. Welche Regeln würdest du aufschreiben, wenn deine Familie mit zwei anderen Familien in einem Haus wohnen müsste? Und warum musste wohl jeder für seine Gäste bezahlen?

Quellen: Burg Eltz: Historie, Burg Eltz: Die Burg, Burg Eltz: Familie Eltz, Burg Eltz: Öffnungszeiten und Tickets, Burg Eltz: Fragen und Antworten, Kulturland Rheinland-Pfalz: Burg Eltz, Deutsche Bundesbank: Die Noten der Deutschen Bundesbank und Rheinland-Pfalz Tourismus: Die schöne Agnes und der scheußliche Ritter.

Noch nicht genug entdeckt?

Manche Antworten führen direkt zur nächsten Frage. Stöbere weiter durch unsere Themenwelten.

Alle Themen