Die kurze Antwort
Die Rumburg ist die Ruine einer Burg aus dem Mittelalter in Bayern. Sie steht auf einem bewaldeten Berg über dem Dorf Enkering. Enkering gehört zum Markt Kinding im Naturpark Altmühltal. Gebaut haben die Burg im 14. Jahrhundert die Ritter von Absberg. Im Jahr 1540 brannte sie ab und wurde nie wieder aufgebaut. Von der Burg stehen heute noch hohe Mauern. Man kann die Ruine jederzeit kostenlos besuchen. Eine Sage erzählt von einem schwarzen Pudel, der dort einen Schatz bewacht.

Was ist die Rumburg?
Die Rumburg ist eine Burgruine. So nennt man die Reste einer Burg, die zerfallen ist. Eine Burg war im Mittelalter ein Bauwerk, in dem Adlige wohnten und in dem sie sich gegen Feinde verteidigen konnten. Die Rumburg hat kein Dach mehr, keine Fenster und keine Böden. Es stehen aber noch hohe Mauern, Reste der Tore und Teile des Wohnhauses.
Die Ruine steht im Landkreis Eichstätt in Oberbayern, auf dem Schlossberg nordwestlich über Enkering. Enkering ist ein Ortsteil des Marktes Kinding. Ein Markt ist ein größerer Ort, der früher das Recht hatte, Märkte abzuhalten. Das Dorf liegt am Eingang des Anlautertals. Die Anlauter ist ein kleiner Fluss, der bei Kinding in die Altmühl mündet. Die ganze Gegend gehört zum Naturpark Altmühltal. Ein Naturpark ist eine große Landschaft, die geschützt wird, damit Menschen sich dort erholen können. Der Schlossberg ist rund 500 Meter hoch. Direkt unterhalb führt die Autobahn A 9 von Nürnberg nach München vorbei. Wer dort an der Ausfahrt Altmühltal fährt, sieht die Ruine oben auf dem Berg.
Die Burg war der Mittelpunkt einer kleinen Ritterherrschaft. Das bedeutet: Die Ritter, denen die Burg gehörte, herrschten über die Dörfer und Felder in der Umgebung. Die Bauern dort mussten ihnen Abgaben zahlen, zum Beispiel einen Teil ihrer Ernte.
Warum steht die Rumburg auf einem Berg?
Auf dem Berg war die Burg besser vor Feinden geschützt. Eine Burg, die auf einem Berg gebaut wurde, nennt man Höhenburg. Die Rumburg steht auf einer schmalen Bergzunge des Schlossbergs, die steil ins Tal abfällt. Eine Bergzunge ist ein langer, schmaler Ausläufer eines Berges. Die steilen Hänge hielten Angreifer auf. Nur von Süden, wo die Bergzunge mit der Hochfläche verbunden ist, war die Burg leichter zu erreichen. Auf dieser Seite war sie deshalb besonders stark befestigt.
Woher hat die Rumburg ihren Namen?
Der Name Rumburg kommt wahrscheinlich von dem alten Wort rone. So nannte man im Mittelhochdeutschen, also der deutschen Sprache vor etwa 700 Jahren, umgestürzte Bäume. Fachleute vermuten, dass auf dem Berg vor dem Bau der Burg ein Sturm viele Bäume umgeworfen hatte. Eine solche Stelle nennt man Windbruch. Das Holz konnte man in dem steilen Gelände wohl nicht abtransportieren. Es blieb deshalb liegen, und der Berg bekam seinen Namen danach.
In alten Urkunden wird die Burg auch Rannburch oder Romburg genannt. Eine Urkunde ist ein wichtiges Schriftstück, zum Beispiel ein Vertrag. Weil man früher Namen so schrieb, wie man sie hörte, gibt es oft mehrere Schreibweisen.
Wer hat die Rumburg gebaut?
Gebaut haben die Rumburg die Herren von Absberg. Das war eine Familie von Rittern, die nach dem Ort Absberg im heutigen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen in Mittelfranken benannt war. Ende des 13. Jahrhunderts bekamen die Absberger das Dorf Enkering, wahrscheinlich durch ein Erbe. Vorher hatte dort eine andere adlige Familie gelebt, die Herren von Enkering. Sie werden zwischen 1219 und 1229 in Urkunden genannt.
Wann genau die Absberger die Burg bauten, weiß man nicht. Fachleute vermuten, dass es um die Mitte des 14. Jahrhunderts war. Zum ersten Mal wird die Rumburg im Jahr 1361 in einer Urkunde genannt. Die Familie, die dort lebte, nannte sich von da an Absberg zu Rumburg. Sie war ein eigener Zweig der Familie Absberg.
Sollte Enkering eine Stadt werden?
Ja, die Herren von Absberg wollten aus Enkering eine Stadt machen. Im Jahr 1374 gab Kaiser Karl IV. der Rumburg das Stadtrecht, das Halsgericht und das Recht, den Ort zu befestigen und einen Markt abzuhalten. Das Stadtrecht gab einem Ort besondere Rechte, zum Beispiel eine eigene Verwaltung. Ein Halsgericht durfte über schwere Verbrechen urteilen und sogar die Todesstrafe verhängen.
Aus dem Plan wurde aber nichts. Enkering bekam nie eine Stadtmauer und blieb ein Dorf. Das Stadtrecht ging später wieder verloren.
Wie sah die Rumburg früher aus?
Die Rumburg bestand aus zwei Teilen, der Hauptburg und der Vorburg. In der Hauptburg wohnte die Familie des Burgherrn. In der Vorburg standen meist Ställe, Scheunen und Werkstätten. Zwischen beiden lag ein tiefer und breiter Graben. Ihn hatten die Bauleute in den harten Fels aus Dolomit geschlagen. Dolomit ist ein Gestein, das im Altmühltal häufig vorkommt. Von der Vorburg ist heute nichts mehr zu sehen außer Gräben und Erdwällen. Sie ist ein Bodendenkmal. Das bedeutet, ihre Reste liegen unter der Erde und sind geschützt.
Die Hauptburg hat die Form eines langen Trapezes, das nach Norden schmaler wird. Ein Trapez ist ein Viereck mit zwei parallelen Seiten, die verschieden lang sind.
Was ist die Schildmauer?
Das auffälligste Teil der Ruine ist die Schildmauer. So nennt man eine besonders dicke und hohe Mauer auf der Seite, von der Angreifer kommen konnten. Sie schützte die Burg wie ein Schild. Bei der Rumburg liegt diese Seite im Süden. Dort ist die Mauer bis heute 17 Meter hoch. Das ist ungefähr so hoch wie ein Haus mit fünf oder sechs Stockwerken. Früher konnte man oben auf ihr entlanggehen.
Die Mauer ist aus Bruchsteinen gebaut. Das sind Steine, die man aus dem Fels gebrochen und nur grob behauen hat. An den Ecken sitzen Buckelquader. Das sind große Steinblöcke, deren Vorderseite nach außen gewölbt ist. Sie machten die Ecken besonders stabil.
Ungewöhnlich ist, dass es auf dieser Seite zwei Mauern direkt hintereinander gibt. Zwischen ihnen ist nur ein schmaler Gang. Die vordere Mauer ist nur als Fundament erhalten. Wahrscheinlich wurde sie nie fertig gebaut, weil sie zu nah am Graben stand.

Warum hat die Rumburg keinen Bergfried?
Viele Burgen haben einen Bergfried. Das ist ein hoher, fester Turm, in den sich die Bewohner bei einem Angriff zurückziehen konnten. Die Rumburg brauchte keinen. Ihre hohe Schildmauer übernahm diese Aufgabe. Fachleute nennen eine solche Burg auch Mantelmauerburg, weil die Mauer die Burg wie ein Mantel umgibt.
Wo wohnte der Burgherr?
Der Burgherr wohnte im Palas. So heißt das Wohnhaus einer Burg. Bei der Rumburg stand der Palas am Nordende, also auf der Seite, die am steilsten abfiel. Dort war er am sichersten. Von ihm stehen noch Mauern mit drei Stockwerken. Im zweiten Stock sieht man vier breite Fensternischen mit Sitzbänken aus Stein.
Die Burg hatte zwei Tore, die sich gegenüberlagen. Vor dem westlichen Tor führte früher eine Brücke über den Graben. Über dem östlichen Tor kann man noch schwache Reste eines gemalten Wappens erkennen. Es war ein Ehewappen. Es zeigte, dass ein Herr von Absberg eine Frau aus einer anderen adligen Familie geheiratet hatte. 1480 wird außerdem eine Kapelle in der Burg genannt. Sie war dem heiligen Georg geweiht.

Was geschah mit der Rumburg im Krieg gegen die Raubritter?
Die Rumburg wurde im Jahr 1521 von fremden Truppen besetzt, weil ihr Burgherr an einem Überfall beteiligt war. Schuld daran war ein Verwandter der Familie, Hans Thomas von Absberg. Er war ein Raubritter. So nennt man Ritter, die Reisende und Kaufleute überfielen und ausraubten.
Im Jahr 1520 überfiel Hans Thomas von Absberg mit seinen Leuten den Grafen Joachim von Oettingen (gesprochen: ÖT-tin-gen). Der Graf wurde dabei getötet. Mit dabei war auch Erasmus von Absberg, der Herr der Rumburg.
Der Kaiser verhängte daraufhin die Reichsacht über Hans Thomas. Wer in die Reichsacht kam, verlor alle Rechte. Jeder durfte ihn gefangen nehmen. Gegen Hans Thomas und seine Helfer zog der Schwäbische Bund in den Kampf. Das war ein Bündnis von Fürsten und Städten in Süddeutschland, das für Frieden auf den Straßen sorgen sollte. Weil Erasmus zu den Helfern gehörte, nahmen die Truppen des Bundes auch seine Burg ein.
Erst nach sieben Jahren, im Jahr 1528, bekam Erasmus seine Burg zurück. Seine Mutter und sein Bruder hatten sich für ihn eingesetzt. Sie erklärten, er habe „aus seiner Jugend und Unverstand“ gehandelt, er sei verführt worden und habe genug gebüßt.
Warum ist die Rumburg heute eine Ruine?
Die Rumburg ist eine Ruine, weil sie 1540 abbrannte und danach niemand sie wieder aufbaute. Das Feuer entstand aus Versehen, nicht durch einen Angriff. Im selben Jahr starb Erasmus von Absberg. Er hatte keine Söhne. Damit war der Zweig Absberg zu Rumburg ausgestorben. Niemand aus der Familie lebte mehr auf der Burg.
Wer bekam die Rumburg nach dem Brand?
1546 verkauften die Erben die Herrschaft Rumburg an das Hochstift Eichstätt. So hieß das Land, über das der Bischof von Eichstätt herrschte. Der Bischof war damals Moritz von Hutten. Er bezahlte dafür 18.600 Gulden. Der Gulden war eine wertvolle Münze. Mit dem Kauf war die andere Linie der Familie Absberg nicht einverstanden. Sie stritt deshalb 17 Jahre lang vor Gericht um die Herrschaft.
Der Bischof ließ die Burg nicht wieder aufbauen. Auf einer Landkarte des Kartenzeichners Philipp Apian (gesprochen: A-pi-an) von 1568 ist die Rumburg schon als Ruine eingezeichnet.
Wie wird die Ruine heute erhalten?
Über Jahrhunderte verfiel die Burg immer weiter. Damit die Reste nicht einstürzen, wurde die Ruine 1937 bis 1939, 1964 und 2003 saniert. Das bedeutet, man hat lose Steine befestigt und die Mauern gesichert.
Neben den Mauern ist von der Rumburg noch etwas anderes erhalten geblieben, nämlich eine alte Sage.
Was erzählt die Sage vom schwarzen Pudel?
Die Sage erzählt, wie man den Schatz der Rumburg gewinnen kann. Eine Sage ist eine alte Geschichte, die sich die Menschen über Generationen weitererzählt haben. Ob sie stimmt, weiß niemand.
Der Schatz liegt in einer Truhe voller Gold und Edelsteine. Vor ihr sitzt der schwarze Pudel, den Schlüssel zur Truhe hält er im Maul. Wer den Schatz haben will, muss in der Walpurgisnacht zur Burg hinaufsteigen. Das ist die Nacht vor dem 1. Mai, in der sich nach altem Glauben Hexen und Geister trafen. Spricht man auf dem ganzen Weg kein Wort, kann man den Hund verjagen. Er lässt dann den Schlüssel fallen, und der Schatz gehört dem, der ihn verjagt hat.
Wie kannst du die Rumburg mit Kindern besuchen?
Die Rumburg kannst du das ganze Jahr über kostenlos besuchen. Sie ist frei zugänglich. Es gibt keine Kasse und keine Öffnungszeiten. Das Betreten ist aber auf eigene Gefahr. Bleib auf den Wegen und klettere nicht auf die Mauern, denn es können Steine herunterfallen.
Wie kommst du zur Rumburg?
Von Enkering aus führt ein beschilderter Wanderweg durch den Wald zur Burg hinauf. Er beginnt in der Ortsmitte an der Rumburgstraße. Bis zur Ruine sind es etwa 800 Meter, aber es geht steil bergauf. Du brauchst deshalb feste Schuhe und musst trittsicher sein. Am Westeingang der Burg steht eine Tafel. Auf ihr kannst du nachlesen, wem die Burg wann gehörte.
Parken kann man in der Ortsmitte von Enkering. Mit dem Zug fährst du bis zum Bahnhof Kinding. Von dort fährt ein Bus nach Enkering.
Gibt es Führungen zur Rumburg?
Ja, der Markt Kinding bietet geführte Wanderungen zur Rumburg an. Sie beginnen in der Ortsmitte von Enkering. Dabei erfährst du mehr über die Geschichte der Burg und die Sage vom schwarzen Pudel. Laut Ausschreibung kostet die Wanderung 5 Euro, für Schüler 3 Euro und für Familien 10 Euro. Man muss sich vorher anmelden. Die Termine nennt die Tourist-Information Kinding.
Ende 2025 hat ein Modellbauer aus München der Gemeinde ein Modell der Rumburg geschenkt. Es zeigt, wie die Burg früher aussah, und man kann auch hineinschauen. Wo das Modell gerade zu sehen ist, erfährst du beim Markt Kinding.
Kann man noch mehr Burgen in der Nähe sehen?
Ja, vom Friedhof in Enkering aus führt der Burgenweg im Anlautertal. Er ist 18 Kilometer lang und dauert etwa 5 Stunden. Unterwegs kommst du an vier Burgen vorbei: der Rumburg, der Ruine Rundeck bei Erlingshofen, dem Burgstall Wieseck und der Mallburg. Ein Burgstall ist eine Stelle, an der früher eine Burg stand, von der kaum noch etwas zu sehen ist. Für kleinere Kinder ist er sehr lang. Ihr könnt aber auch nur bis zur Rumburg gehen und wieder umkehren.
Auf der Seite zum Burgenweg im Anlautertal kannst du den Weg als GPX-Datei herunterladen. In so einer Datei ist der Verlauf eines Weges gespeichert, sodass eine Wander-App auf dem Handy ihn auf der Karte anzeigen kann.
Mehr Informationen zur Ruine und zu den Führungen findest du auf der Website des Marktes Kinding.
Zum Weiterdenken
Die Herren von Absberg wollten aus Enkering eine Stadt mit Mauer und Markt machen. Der Kaiser hatte es sogar erlaubt. Trotzdem blieb Enkering ein Dorf. Was glaubst du, was alles nötig war, damit aus einem Dorf eine richtige Stadt werden konnte?
Quellen: Markt Kinding: Ruine Rumburg bei Enkering, Haus der Bayerischen Geschichte: Burgruine Rumburg, Historisches Lexikon Bayerns: Absberg, Adelsfamilie, Naturpark Altmühltal: Ruine Rumburg, Markt Kinding: Burgenweg im Anlautertal und Markt Kinding: Bürgermagazin November 2025.

