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Was ist künstliche Intelligenz?

Weißer Roboter Pepper mit Bildschirm auf der Brust steht in einem Geschäft in Japan

Die kurze Antwort

Künstliche Intelligenz, kurz KI, ist ein Computerprogramm, das aus sehr vielen Beispielen lernt und darin Muster erkennt. Mit diesen Mustern kann es Aufgaben lösen, zum Beispiel Bilder erkennen, Texte schreiben oder Sprache übersetzen. Eine KI denkt und fühlt nicht wie ein Mensch. Sie rechnet. Deshalb macht sie auch Fehler.

Weißer Roboter Pepper mit Bildschirm auf der Brust steht in einem Geschäft in Japan
Der Roboter Pepper in einem Geschäft in Japan. Die meisten KI-Programme stecken aber nicht in Robotern, sondern in Computern und Handys. Foto: nesnad, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Künstliche Intelligenz, abgekürzt KI, ist ein Computerprogramm, das riesige Mengen an Daten auswertet, um Lösungen für Fragen und Aufgaben zu finden. Oft liest man auch AI. Das ist die Abkürzung für den englischen Begriff Artificial Intelligence. Daten sind Informationen, die ein Computer speichern und verarbeiten kann, zum Beispiel Texte, Zahlen, Fotos oder Töne. Das Wort künstlich bedeutet hier: von Menschen gemacht. Fachleute haben sich bis heute nicht auf eine einzige Erklärung geeinigt, was KI genau ist.

Was ist künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz ist ein Computerprogramm, das aus sehr vielen Beispielen lernt und danach Aufgaben lösen kann, für die ein Mensch nachdenken müsste.

Ein normales Computerprogramm arbeitet nach festen Regeln, die ein Mensch Schritt für Schritt aufgeschrieben hat. Ein Taschenrechner zum Beispiel rechnet immer genau so, wie es ihm vorgeschrieben wurde. Bei einer KI ist das anders. Niemand schreibt ihr vor, woran sie eine Katze auf einem Foto erkennt. Die KI findet die Merkmale selbst, indem sie sehr viele Fotos von Katzen auswertet.

Mit Intelligenz meint man bei Menschen die Fähigkeit zu denken, Dinge zu verstehen, Gefühle wahrzunehmen und Probleme zu lösen. Die Intelligenz einer KI ist etwas anderes. Sie kann sehr große Datenmengen viel schneller verarbeiten als ein Mensch. Sie versteht aber nicht, was sie tut.

Wie lernt eine künstliche Intelligenz?

Eine KI lernt, indem sie sehr viele Beispiele auswertet, dabei Fehler macht und immer wieder verbessert wird.

Dieses Lernen nennt man maschinelles Lernen. Den Vorgang, in dem eine KI mit Beispielen lernt, nennt man Training. So läuft das Training einer KI ab, die Katzen auf Fotos erkennen soll:

  • Menschen sammeln Tausende Fotos. Auf jedem Foto steht dabei, ob eine Katze darauf ist oder nicht.
  • Am Anfang rät die KI nur. Sie liegt oft falsch.
  • Nach jedem Foto vergleicht das Programm die Antwort der KI mit der richtigen Antwort. Bei einem Fehler wird die KI ein kleines Stück verändert.
  • Das wiederholt sich viele Millionen Male. Danach erkennt die KI auch Katzen auf Fotos, die sie noch nie gesehen hat.

Viele KI-Programme sind als neuronale Netze gebaut. Das sind Rechenformeln, die nach dem Vorbild des Gehirns miteinander verknüpft sind. Im Gehirn sind Nervenzellen, die Neuronen, über Verbindungen miteinander verbunden. Im neuronalen Netz gibt es stattdessen viele Zahlen, die beim Training immer wieder verändert werden.

Eine KI kann nur so gut sein wie die Daten, mit denen sie trainiert wird. Sind die Daten falsch, macht die KI Fehler. Sie kann nicht selbst beurteilen, ob etwas richtig oder falsch ist.

Langer Gang zwischen Reihen von Computerschränken im Rechenzentrum des CERN
Ein Rechenzentrum am Forschungszentrum CERN in der Schweiz. In solchen Räumen stehen viele Computer dicht nebeneinander. Auch KI-Programme werden in Rechenzentren trainiert und betrieben. Foto: SimonWaldherr, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wie funktioniert ChatGPT?

ChatGPT berechnet, welches Wort in einem Satz am wahrscheinlichsten als Nächstes kommt, und setzt so Wort für Wort eine Antwort zusammen.

ChatGPT ist ein Chatbot. So nennt man ein Programm, mit dem man sich in geschriebener Sprache unterhalten kann. Dahinter steckt ein Sprachmodell. Das ist eine KI, die mit riesigen Mengen an Texten aus Büchern und dem Internet trainiert wurde. Beim Training zählt die KI, welche Wörter, Buchstaben und Wortverbindungen wie oft zusammen vorkommen. So erkennt sie Muster in der Sprache.

Ein Beispiel: Auf die Wörter „Ich putze mir die“ folgt in sehr vielen Texten das Wort „Zähne“. Die KI hat dieses Muster gelernt und wählt deshalb „Zähne“ aus. Mit solchen Berechnungen entstehen ganze Texte, die so klingen, als hätte sie ein Mensch geschrieben. Deshalb hat ChatGPT auf fast jede Frage eine Antwort. Die KI weiß aber nicht, ob ihre Antwort stimmt. Sie berechnet nur, welche Antwort gut zu den Mustern passt.

Wo begegnet dir künstliche Intelligenz im Alltag?

KI steckt heute in Smartphones, Suchmaschinen, Apps, Übersetzungsprogrammen und selbstfahrenden Autos.

Hier einige Beispiele:

WoWas die KI dort macht
Handyerkennt dein Gesicht beim Entsperren und sortiert Fotos
Sprachassistentversteht gesprochene Fragen und antwortet mit einer Stimme
Suchmaschinefasst Antworten auf eine Frage zusammen
Übersetzungsprogrammübersetzt Texte in andere Sprachen
Video-Apps und Musik-Appsschlagen vor, was dir gefallen könnte
Ampelzählt die wartenden Autos und passt die Grünphase an den Verkehr an
Krankenhaushilft Ärztinnen und Ärzten, Krankheiten zu erkennen und zu behandeln
selbstfahrendes Autoerkennt Straßen, Ampeln, Fußgänger und andere Autos

Mit KI werden außerdem Texte, Bilder, Videos, Musik und Stimmen erzeugt. KI-Programme, die neue Inhalte erzeugen, nennt man generative KI.

Weißes selbstfahrendes Auto von Waymo mit Sensoren auf dem Dach biegt auf einer Straße ab
Ein selbstfahrendes Auto der Firma Waymo in Kalifornien in den USA. Kameras und Sensoren auf dem Dach erfassen die Umgebung. Eine KI wertet diese Daten aus und lenkt das Auto ohne Fahrer. Foto: Grendelkhan, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kann künstliche Intelligenz denken oder fühlen?

Nein, eine KI kann nicht denken und nicht fühlen wie ein Mensch, sie rechnet.

Fachleute unterscheiden zwei Arten von KI:

  • Schwache KI kann eine bestimmte Aufgabe sehr gut lösen, zum Beispiel Schach spielen, Gesichter erkennen oder Texte schreiben. Außerhalb ihrer Aufgabe kann sie nichts.
  • Starke KI wäre eine KI, die so vielseitig denken und lernen kann wie ein Mensch. Eine solche KI gibt es bis heute nicht.

Alle KI-Programme, die es heute gibt, sind schwache KI. Eine KI kann an Wörtern oder an einem Gesicht erkennen, ob jemand traurig oder fröhlich ist. Sie fühlt dabei aber selbst nichts.

Manche Chatbots schreiben so freundlich, dass man glaubt, mit einem echten Menschen zu sprechen. Es ist aber immer nur ein Computerprogramm. Deshalb kann eine KI nie ein echter Freund oder eine echte Freundin sein.

Macht künstliche Intelligenz Fehler?

Ja, eine KI macht Fehler und erfindet manchmal Antworten, die falsch sind, aber richtig klingen.

Wenn eine KI Dinge erfindet, nennt man das Halluzinieren. Ein Chatbot nennt dann zum Beispiel ein Buch, das es gar nicht gibt, oder eine falsche Jahreszahl. Das passiert, weil die KI nicht nachschaut, was stimmt. Sie berechnet nur, welche Wörter gut zusammenpassen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, rät deshalb, Antworten einer KI immer mit anderen Quellen zu vergleichen.

Mit KI werden auch gefälschte Bilder, Videos und Nachrichten hergestellt. Damit sollen Menschen getäuscht werden. Weil die Fälschungen sehr echt aussehen, sind sie schwer zu erkennen. Ein gefälschtes Video, in dem ein Mensch Dinge sagt oder tut, die er nie gesagt oder getan hat, nennt man Deepfake.

Wer hat die künstliche Intelligenz erfunden?

Die künstliche Intelligenz hat nicht eine einzelne Person erfunden. Den Namen Künstliche Intelligenz hat der amerikanische Forscher John McCarthy im Jahr 1955 geprägt.

Diese Ereignisse waren für die Geschichte der KI wichtig:

JahrWas geschah
1950Der britische Mathematiker Alan Turing veröffentlicht einen Aufsatz zur Frage, ob Maschinen denken können.
1955John McCarthy und drei andere Forscher schlagen ein Treffen zur „Artificial Intelligence“ vor. So entsteht der Begriff.
1956Im Sommer treffen sich Forscher am Dartmouth College in den USA. Diese Konferenz gilt als Beginn der KI-Forschung.
1997Der Schachcomputer Deep Blue von IBM besiegt den Schachweltmeister Garri Kasparow.

Alan Turing schlug 1950 einen Test vor, der heute Turing-Test heißt. Dabei unterhält sich ein Mensch schriftlich mit zwei anderen, die er nicht sieht. Einer davon ist ein Mensch, der andere ein Computer. Kann der Mensch nicht herausfinden, wer der Computer ist, hat der Computer den Test bestanden.

Schwarz-Weiß-Porträt des Mathematikers Alan Turing im Anzug
Der britische Mathematiker Alan Turing im Jahr 1951. Foto: Elliott & Fry, gemeinfrei, via Wikimedia Commons
Der Forscher John McCarthy mit weißem Bart und Brille im Freien
Der Forscher John McCarthy im Jahr 2006 an der Stanford University in den USA. Foto: null0 from Singapore, Singapore, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Deep Blue gewann im Mai 1997 gegen Garri Kasparow mit 3,5 zu 2,5 Punkten. Der Computer konnte 200 Millionen Stellungen der Schachfiguren in einer Sekunde berechnen. Deep Blue konnte aber nur Schach spielen und sonst nichts. Er war also eine schwache KI.

Schwarzer Computerschrank von Deep Blue in einer Ausstellung im Museum
Ein Teil des Schachcomputers Deep Blue im Computer History Museum in Kalifornien in den USA. Foto: Anton Chiang from Cupertino, CA, USA, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Wie viele Kinder und Jugendliche nutzen künstliche Intelligenz?

Fast alle Jugendlichen in Deutschland haben schon KI benutzt: 91 von 100 Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren nutzen mindestens ein KI-Programm.

Das hat die JIM-Studie 2025 herausgefunden. JIM steht für Jugend, Information, Medien. Für die Studie wurden 1.200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren in ganz Deutschland befragt. Die Befragung fand vom 2. Juni bis zum 12. Juli 2025 statt, die Hälfte am Telefon und die andere Hälfte im Internet. Das sind einige Ergebnisse:

  • 84 von 100 Jugendlichen haben ChatGPT schon benutzt.
  • Bei den 12- und 13-Jährigen sind es 69 von 100.
  • 74 von 100 Jugendlichen nutzen KI für Hausaufgaben und zum Lernen.

Wer die Hausaufgaben ganz von einer KI machen lässt, lernt selbst nichts dabei. Denn die Klassenarbeit schreibt nicht die KI, sondern du.

Braucht künstliche Intelligenz viel Strom?

Ja, die Rechenzentren, in denen KI trainiert und betrieben wird, brauchen sehr viel Strom.

Ein Rechenzentrum ist ein großes Gebäude voller Computer, die Tag und Nacht laufen. Die Computer werden dabei warm und müssen gekühlt werden. Auch das kostet Strom. Im Jahr 2024 haben alle Rechenzentren der Welt zusammen etwa 1,5 Prozent des weltweiten Stroms verbraucht. Das sind 1,5 von 100 Teilen des gesamten Stroms auf der Erde. Darin enthalten ist nicht nur KI, sondern zum Beispiel auch Internetseiten, Videos und E-Mails. Die Internationale Energieagentur, kurz IEA, erwartet, dass sich der Stromverbrauch der Rechenzentren bis zum Jahr 2030 etwa verdoppelt. Der wichtigste Grund dafür ist die KI.

Ab wann darfst du ChatGPT benutzen?

ChatGPT darfst du erst ab 13 Jahren benutzen, und bis 18 Jahre nur, wenn deine Eltern einverstanden sind.

Das hat die Firma OpenAI festgelegt, die ChatGPT herstellt. Auch andere Chatbots haben solche Altersgrenzen. Wenn du jünger bist, kannst du eine KI zusammen mit Erwachsenen ausprobieren, zum Beispiel mit deinen Eltern oder deiner Lehrerin.

Das BSI gibt diese Tipps für den Umgang mit KI:

  • Gib keine persönlichen Daten ein, also nicht deinen Namen, deine Adresse, deine Telefonnummer oder Fotos von dir.
  • Prüfe wichtige Antworten in anderen Quellen nach, zum Beispiel in einem Lexikon oder einem Schulbuch.
  • Denke daran, dass die KI sich irren kann, auch wenn die Antwort sehr sicher klingt.

In der Europäischen Union gibt es außerdem ein Gesetz für KI. Es verbietet KI-Programme, die die Rechte von Menschen gefährden. Bilder, Videos und Texte, die eine KI erzeugt hat, müssen gekennzeichnet werden.

Quellen: KiKA: Check die KI, HanisauLand: Künstliche Intelligenz, Fraunhofer IKS: Künstliche Intelligenz, dasGehirn.info: Denk-Maschine, SRF: KI-Glossar, BSI: KI-Texterstellung, Dartmouth College, HNF: Alan Turings Test, IBM: Deep Blue, JIM-Studie 2025, IEA: Energy and AI, OpenAI: Altersgrenzen

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