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Was ist Newgrange in Irland?

Der runde Grabhügel von Newgrange in Irland mit der weißen Steinmauer an der Vorderseite

Die kurze Antwort

Newgrange ist ein riesiges Steinzeitgrab in Irland. Es ist etwa 5200 Jahre alt und damit älter als die großen Pyramiden in Ägypten. Unter einem runden Hügel aus Steinen und Erde führt ein langer Gang zu einer Grabkammer. Zur Wintersonnenwende im Dezember scheint die aufgehende Sonne genau durch eine Öffnung über dem Eingang bis in diese Kammer.

Der runde Grabhügel von Newgrange in Irland mit der weißen Steinmauer an der Vorderseite
Der Grabhügel von Newgrange ist etwa 80 Meter breit. Die weiße Mauer an der Vorderseite wurde bei der Restaurierung neu aufgebaut. Foto: Jal74, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Was ist Newgrange?

Newgrange ist ein Ganggrab aus der Jungsteinzeit. Ein Ganggrab ist ein Grab, bei dem ein langer, schmaler Gang aus großen Steinen in eine Grabkammer führt. Über Gang und Kammer liegt ein mächtiger Hügel aus Steinen und Erde. Solche Bauwerke aus sehr großen Steinen nennt man auch Megalithbauten. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „großer Stein“.

Newgrange ist eines der berühmtesten Steinzeitbauwerke der Welt. Das liegt an seiner Größe, an den vielen eingeritzten Mustern auf den Steinen und vor allem an einer Besonderheit. Am kürzesten Tag des Jahres fällt das Licht der aufgehenden Sonne durch eine eigene Öffnung bis in die Grabkammer. Die Menschen der Steinzeit haben das Grab also absichtlich nach der Sonne ausgerichtet.

Seit 1993 gehört Newgrange zum UNESCO-Welterbe. Das ist eine Liste von Orten auf der ganzen Welt, die so wertvoll sind, dass sie für alle Menschen erhalten werden sollen.

Wo liegt Newgrange?

Newgrange liegt im Osten von Irland in der Grafschaft Meath, etwa 40 bis 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Dublin. Das Grab steht auf einem Hügelrücken über dem Fluss Boyne. Der Fluss macht dort einen großen Bogen. Dieses Gebiet heißt auf Irisch Brú na Bóinne. Übersetzt bedeutet das ungefähr „Palast“ oder „Behausung am Boyne“.

Newgrange steht dort nicht allein. In der Flussschleife gibt es etwa 40 Ganggräber. Die beiden anderen großen heißen Knowth und Dowth. Newgrange ist aber das bekannteste von ihnen, weil es als einziges die Sonne zur Wintersonnenwende in seine Kammer lässt.

Wie alt ist Newgrange?

Newgrange wurde um 3200 vor Christus gebaut und ist damit etwa 5200 Jahre alt. Es ist einige hundert Jahre älter als die großen Pyramiden von Gizeh in Ägypten und älter als die Steinkreise von Stonehenge in England.

Lange Zeit dachten die Fachleute, das Grab sei jünger. Bis in die 1980er-Jahre schätzten sie sein Alter auf etwa 4800 Jahre und ordneten es der Bronzezeit zu. Dann untersuchten sie Material aus dem Grab mit der Radiokarbonmethode. Mit diesem Verfahren kann man messen, wie lange ein Lebewesen schon tot ist. Die Messungen zeigten, dass Newgrange etwa 400 Jahre älter ist als gedacht.

Wer hat Newgrange gebaut?

Gebaut haben Newgrange Bauern der Jungsteinzeit. So nennt man die Zeit, in der die Menschen sesshaft wurden. Sie zogen nicht mehr als Jäger umher, sondern bauten Getreide an, hielten Rinder, Schafe und Schweine und lebten in festen Häusern. Ihre Werkzeuge stellten sie aus Stein, Holz und Knochen her. Metall kannten sie noch nicht.

Die Erbauer haben nichts aufgeschrieben, denn eine Schrift gab es damals noch nicht. Wir wissen deshalb nicht, wie sie sich selbst nannten oder welche Sprache sie sprachen. Was wir über sie wissen, stammt aus den Funden und aus dem Bauwerk selbst.

Im Jahr 2020 haben Forschende des Trinity College in Dublin das Erbgut eines Mannes untersucht, der in Newgrange begraben war. Das Erbgut ist der Bauplan des Körpers, der in jeder Zelle steckt. Dabei kam heraus, dass die Eltern dieses Mannes sehr eng miteinander verwandt waren. Sie waren entweder Bruder und Schwester oder Vater und Tochter beziehungsweise Mutter und Sohn. So etwas war in fast allen Gesellschaften streng verboten. Nur in manchen Herrscherfamilien, zum Beispiel bei den Pharaonen in Ägypten, kam es vor. Die Forschenden schließen daraus, dass in Newgrange wahrscheinlich Mitglieder einer mächtigen Herrscherfamilie begraben wurden.

Wie wurde Newgrange gebaut?

Newgrange wurde aus Hunderten großer Steinblöcke und vielen Tausend kleineren Steinen ohne Maschinen gebaut. Allein der Hügel besteht aus etwa 200.000 Tonnen Material. Das ist so schwer wie mehrere Tausend Lastwagen.

Für den Rand des Hügels stellten die Erbauer 97 große Steine auf, die Randsteine. Sie sind bis zu 4,5 Meter lang und mehrere Tonnen schwer. Weitere etwa 450 große Steine bilden den Gang und die Kammer. Die meisten dieser Steine bestehen aus Grauwacke, einem harten, grauen Gestein. Es stammt von der Küste bei Clogherhead nördlich der Stadt Drogheda. Vermutlich brachten die Menschen die Steine mit Booten oder Flößen über das Meer und den Fluss. An Land rollten sie die Blöcke wahrscheinlich auf Baumstämmen bis zur Baustelle.

Den Hügel selbst schichteten die Erbauer aus Lagen von runden Flusskieseln und Erde auf. Vor dem Eingang lagen viele weiße Quarzsteine. Quarz ist ein Gestein, das in der Sonne hell glänzt. Die Quarzsteine kamen aus den Wicklow-Bergen weit im Süden. Dazwischen lagen dunkle, runde Granitsteine von der Küste der Dundalk-Bucht im Norden. Auch diese Steine wurden vermutlich mit Booten herangebracht.

Wie lange die Arbeit dauerte, weiß niemand genau. Fachleute schätzen, dass viele Menschen mehr als 20 Jahre lang daran gebaut haben.

Große aufrecht stehende Steine vor dem Grabhügel von Newgrange
Vor dem Grab stehen große aufrechte Steine. Sie gehören zu einem Steinkreis, der den Hügel einmal umgeben hat. Foto: Knocko, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wie groß ist Newgrange?

Der Hügel von Newgrange ist etwa 80 Meter breit und etwa 11 bis 13 Meter hoch. Er bedeckt eine Fläche von über 4000 Quadratmetern. Das ist mehr als ein halbes Fußballfeld.

Um den Hügel herum stand ein großer Kreis aus aufrechten Steinen, der etwa 100 Meter breit war. Er bestand ursprünglich vermutlich aus etwa 35 Steinen. Heute sind noch 12 davon erhalten. Die größten sind 2 bis 2,5 Meter hoch.

Wie sieht Newgrange innen aus?

Im Inneren von Newgrange gibt es einen fast 19 Meter langen Gang und eine Grabkammer in Form eines Kreuzes. Der Gang ist schmal und an manchen Stellen so niedrig, dass Erwachsene sich bücken müssen. Seine Wände bestehen aus 43 aufrecht stehenden Steinplatten. Oben liegen flache Decksteine.

Blick in den schmalen Gang von Newgrange, der zur Grabkammer führt
Der Gang ist so schmal, dass immer nur eine Person nach der anderen hindurchgehen kann. Foto: O’Dea, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Am Ende des Gangs liegt die Grabkammer. Von ihr gehen drei kleine Seitenräume ab, die Nischen, eine nach links, eine nach rechts und eine geradeaus. Von oben gesehen hat die Kammer deshalb die Form eines Kreuzes.

Die Decke der Kammer ist etwa 6 Meter hoch. Sie ist ein Kraggewölbe. Dabei legten die Erbauer flache Steinplatten so übereinander, dass jede Lage ein Stück weiter nach innen ragt als die darunter. So wird der Raum nach oben immer enger, bis ein einzelner großer Stein das Loch oben verschließt. Das Gewölbe hält bis heute ohne Mörtel. Obwohl es in Irland viel regnet, ist die Kammer seit über 5000 Jahren trocken geblieben.

Das Kraggewölbe über der Grabkammer von Newgrange aus übereinandergelegten Steinplatten
Das Kraggewölbe über der Grabkammer ist etwa 6 Meter hoch. Foto: O’Dea, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

In den Nischen stehen große flache Steinbecken. Eines davon besteht aus Granit und ist besonders sorgfältig bearbeitet. Auf diese Becken legten die Menschen wahrscheinlich die Reste ihrer Toten.

Ein Steinbecken aus Granit in einer Nische der Grabkammer von Newgrange
Dieses Becken aus Granit steht in der rechten Nische. Sie ist am reichsten mit Mustern verziert. Foto: O’Dea, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wer wurde in Newgrange begraben?

In Newgrange wurden nur wenige Menschen begraben. Bei den Ausgrabungen fanden die Fachleute Knochen von mindestens fünf Personen. Die meisten Toten waren verbrannt worden. Das heißt, man hatte ihre Körper auf einem Feuer verbrannt und danach die Reste der Knochen in das Grab gebracht. Die Knochen lagen auf und neben den Steinbecken in den Nischen.

Neben den Knochen fanden die Fachleute auch Grabbeigaben. Das sind Gegenstände, die man den Toten mit ins Grab gelegt hat. In Newgrange waren das zum Beispiel lange Nadeln aus Knochen und Geweih, kleine Kugeln aus Stein, Anhänger und Schaber aus Feuerstein. Diese Funde liegen heute im Nationalmuseum in Dublin.

Weil nur so wenige Menschen in dem riesigen Grab lagen, vermuten die Fachleute, dass Newgrange nicht für alle Menschen der Gegend gedacht war. Es war wohl wichtigen Personen vorbehalten. Dazu passt auch die Untersuchung des Erbguts, nach der in Newgrange vermutlich Mitglieder einer Herrscherfamilie lagen.

Was passiert in Newgrange zur Wintersonnenwende?

Zur Wintersonnenwende scheint die aufgehende Sonne durch den langen Gang bis in die Grabkammer und erhellt sie für etwa 17 Minuten. Die Wintersonnenwende ist der Tag mit der kürzesten Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Sie fällt meist auf den 21. Dezember. Danach werden die Tage wieder länger.

Im Dezember geht die Sonne in Irland erst kurz vor 9 Uhr auf, und zwar weit im Südosten. Genau in diese Richtung zeigt der Gang von Newgrange. Kurz nach Sonnenaufgang fällt ein schmaler Lichtstreifen in den Gang. Er wandert langsam über den Boden bis in die Kammer. Dann wird er wieder schmaler und verschwindet. Das passiert nicht nur am 21. Dezember, sondern auch an ein paar Tagen davor und danach, weil sich der Ort des Sonnenaufgangs um diese Zeit kaum verändert. Allerdings klappt es nur, wenn der Himmel nicht bewölkt ist. In Irland ist es im Dezember oft trüb.

Sonnenlicht im Gang von Newgrange am Morgen der Wintersonnenwende 2013
Zur Wintersonnenwende fällt das Sonnenlicht bis tief in den Gang. Foto: Dentp, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Archäologe Michael O’Kelly hat dieses Ereignis am 21. Dezember 1967 als erster Forscher selbst beobachtet. Die Menschen aus der Gegend hatten ihm erzählt, dass die Sonne zu einer bestimmten Zeit im Jahr in das Grab scheine. Er wartete deshalb in der Kammer auf den Sonnenaufgang und sah, wie das Licht bis zu ihm vordrang.

Was ist der Lichtkasten von Newgrange?

Der Lichtkasten ist eine Öffnung direkt über dem Eingang von Newgrange, durch die das Sonnenlicht in das Grab fällt. Im Englischen heißt er Roof Box, das bedeutet „Dachkasten“. Er ist etwa 1 Meter breit und knapp 1 Meter hoch. Der Spalt, durch den das Licht hineinkommt, ist aber nur etwa 20 bis 25 Zentimeter hoch.

Eingang von Newgrange mit dem Lichtkasten über der Tür und dem verzierten Eingangsstein
Über dem Eingang liegt der Lichtkasten. Durch ihn fällt zur Wintersonnenwende das Sonnenlicht in den Gang. Foto: Allen Karsina, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Der Eingang von Newgrange war früher mit einem großen Stein verschlossen. Der Lichtkasten liegt über diesem Verschlussstein. Dadurch konnte das Licht in das Grab gelangen, obwohl die Tür zu war. Das zeigt, dass der Lichtkasten kein Zufall ist. Die Erbauer haben ihn genau dafür gebaut. Entdeckt haben die Archäologen den Lichtkasten erst im Jahr 1963 bei den Ausgrabungen. Zuvor lag er unter Geröll begraben. Nur die verzierte Vorderkante seines Decksteins war zu sehen.

Warum ist Newgrange nach der Sonne ausgerichtet?

Warum die Menschen Newgrange nach der Wintersonnenwende ausgerichtet haben, weiß niemand sicher, weil sie keine Schrift hatten. Es gibt aber gut begründete Vermutungen.

Für Bauern war es sehr wichtig, die Jahreszeiten genau zu kennen. Sie mussten wissen, wann sie säen und ernten sollten. Die Wintersonnenwende ist ein fester Punkt im Jahr. Ab diesem Tag wird es wieder heller, und der Frühling rückt näher. Viele Fachleute vermuten deshalb, dass die Wintersonnenwende für die Erbauer ein besonderes Fest war, das den Neubeginn des Jahres markierte.

Weil das Licht ausgerechnet in ein Grab fällt, glauben manche Fachleute auch, dass Sonne und Tod für diese Menschen zusammengehörten. Vielleicht sollte das Licht die Toten oder ihre Seelen erreichen. Beweisen lässt sich das aber nicht.

Was bedeuten die Spiralen von Newgrange?

Die Spiralen und anderen Muster von Newgrange sind Megalithkunst, also Kunst auf großen Steinen. Was sie bedeuten, ist bis heute nicht geklärt. In der Gegend um Newgrange gibt es mehr solche Kunst als an jedem anderen Ort in Europa.

Die Erbauer ritzten Spiralen, Kreise, Bögen, Zickzacklinien und Rauten in die Steine. Dafür schlugen sie mit einem spitzen Feuerstein viele kleine Löcher dicht nebeneinander in den Fels. Diese Technik nennt man Picken.

Der Eingangsstein von Newgrange mit eingeritzten Spiralen
Der Eingangsstein von Newgrange ist über und über mit Spiralen verziert. Foto: Stanley Howe, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Das bekannteste Beispiel ist der Eingangsstein. Er liegt quer vor dem Eingang und ist fast vollständig mit Spiralen und Rauten bedeckt. Darauf ist auch eine dreifache Spirale zu sehen, bei der drei Spiralen miteinander verbunden sind. Eine solche Dreifachspirale gibt es auch an einer Wand in der Grabkammer. Genau dort trifft zur Wintersonnenwende das Sonnenlicht hin. Deshalb vermuten manche Fachleute, dass die Spiralen etwas mit der Sonne zu tun haben. Andere halten sie für Zeichen, die nur die Erbauer selbst verstanden.

Ein verzierter Randstein von Newgrange mit Spiralen und Rauten
Auch viele Randsteine rund um den Hügel tragen Spiralen und Rauten. Foto: Kafka Liz at English Wikipedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Woher hat Newgrange seinen Namen?

Der Name Newgrange ist viel jünger als das Grab und bedeutet „neuer Hof“. Im Mittelalter gehörte das Land einem Kloster in der Nähe. Die Mönche hatten dort große Bauernhöfe, die man auf Englisch Grange nannte. Der Hof bei dem alten Grab hieß „New Grange“, also neuer Hof. Später ging der Name auf das Grab über.

Was erzählen die irischen Sagen über Newgrange?

In den alten irischen Sagen ist Newgrange die Wohnung von Göttern. Die Sagen wurden erst im Mittelalter aufgeschrieben, viele tausend Jahre nach dem Bau. In ihnen wohnt in dem Hügel ein Volk von Göttern, die Tuatha Dé Danann. Ihr Anführer ist der Gott Dagda. Er und die Flussgöttin Boann, nach der der Fluss Boyne benannt ist, haben einen Sohn namens Aengus. Aengus ist in den Sagen der Gott der Liebe und der Jugend und bekommt Newgrange als Wohnsitz.

Diese Geschichten zeigen, dass die Menschen in Irland das Grab auch lange nach der Steinzeit für einen besonderen Ort hielten. Das sieht man auch an Funden. Noch in der Römerzeit, also mehr als 3000 Jahre nach dem Bau, legten Menschen Münzen und Schmuck vor dem Grab ab.

Wie wurde Newgrange wiederentdeckt?

Newgrange wurde im Jahr 1699 als uraltes Bauwerk erkannt. Damals besuchte der walisische Gelehrte Edward Lhwyd die Gegend. Er sah sich das Grab an und beschrieb es als einer der Ersten.

Gründlich untersucht wurde Newgrange erst viel später. Von 1962 bis 1975 grub der Archäologe Michael O’Kelly von der Universität Cork das Grab aus. Dabei fand er den Lichtkasten und die meisten Funde. Danach wurde das Grab restauriert. Dabei baute man an der Vorderseite eine Mauer aus weißen Quarzsteinen und dunklen Granitsteinen auf. Diese Mauer gibt es so erst seit den 1970er-Jahren. Ob Newgrange in der Steinzeit wirklich so ausgesehen hat, ist unter Fachleuten umstritten.

Kann man Newgrange besuchen?

Ja, Newgrange kann man besuchen, aber nur mit einer Führung, die im Besucherzentrum Brú na Bóinne beginnt. Von dort fährt ein Bus zum Grab. Die Plätze sind begrenzt, deshalb muss man vorher eine Eintrittskarte buchen. Auch jedes Kind braucht eine eigene Karte. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen kommen.

Bei der Führung darf man durch den schmalen Gang bis in die Grabkammer gehen. Dort wird mit einer Lampe gezeigt, wie das Sonnenlicht zur Wintersonnenwende hereinfällt. Fotografieren ist im Inneren des Grabs nicht erlaubt. Öffnungszeiten, Preise und Eintrittskarten findest du auf der Website des Besucherzentrums Brú na Bóinne.

Zur echten Wintersonnenwende dürfen nur wenige Menschen in die Kammer. Die Plätze werden jedes Jahr in einer Verlosung vergeben. Mitmachen dürfen nur Menschen, die älter als 10 Jahre sind. Für die Wintersonnenwende 2026 haben sich über 34.000 Menschen beworben, gewonnen haben 38 Personen. Die Lose haben Schulkinder aus der Gegend gezogen. Alle anderen können sich an den Morgen vom 19. bis zum 23. Dezember draußen vor dem Grab versammeln und den Sonnenaufgang beobachten. Wie die Verlosung funktioniert, steht auf der Website der Verlosung.

Zum Weiterdenken

Die Menschen, die Newgrange gebaut haben, besaßen keine Uhr, keinen Kalender und kein Fernrohr. Trotzdem haben sie den Gang so genau gebaut, dass das Licht der Wintersonnenwende nach über 5000 Jahren noch immer in die Kammer fällt. Überlege einmal, wie oft sie dafür den Sonnenaufgang beobachtet haben müssen, bevor sie mit dem Bau beginnen konnten.

Quellen: National Museum of Ireland · UNESCO-Welterbe Brú na Bóinne · Heritage Ireland · World Heritage Ireland, Bildungsmaterial · Cassidy u. a., Nature 2020 · Office of Public Works 2026

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