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Was ist ein Nobelpreis?

Goldene Nobelpreis-Medaille mit dem Porträt von Alfred Nobel

Die kurze Antwort

Der Nobelpreis ist einer der bekanntesten Preise der Welt. Er wird jedes Jahr an Menschen oder Organisationen verliehen, die mit ihrer Arbeit der Menschheit besonders genützt haben. Es gibt ihn in den Bereichen Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Frieden, dazu einen Preis für Wirtschaftswissenschaften. Gestiftet hat ihn der schwedische Erfinder Alfred Nobel, der das Dynamit erfunden hat. Wer den Preis bekommt, erhält eine Goldmedaille, eine Urkunde und viel Geld. Verliehen wird er immer am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, in Stockholm und in Oslo.

Goldene Nobelpreis-Medaille mit dem Porträt von Alfred Nobel
Die Nobelpreis-Medaille für Medizin von Alexander Fleming aus dem Jahr 1945. Auf der Vorderseite ist Alfred Nobel zu sehen. Foto: Osama Shukir Muhammed Amin FRCP(Glasg), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Jedes Jahr im Oktober schauen viele Menschen nach Schweden und Norwegen. Dann wird bekannt gegeben, wer in diesem Jahr den Nobelpreis bekommt. In diesem Beitrag erfahren Sie, was der Nobelpreis genau ist, warum es ihn gibt, wer die Gewinner auswählt und was sie bekommen.

Was ist ein Nobelpreis?

Der Nobelpreis ist eine Auszeichnung für Menschen, die in der Wissenschaft, in der Literatur oder für den Frieden etwas ganz Besonderes geleistet haben. Er gilt als die wichtigste Auszeichnung in diesen Bereichen.

Alfred Nobel hat in seinem Testament festgelegt, dass der Preis an diejenigen gehen soll, die im vergangenen Jahr „der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben“. Den ersten Nobelpreis gab es im Jahr 1901. Seitdem wird er fast jedes Jahr verliehen.

Wer einen Nobelpreis bekommt, heißt Nobelpreisträger oder Nobelpreisträgerin. Auf Englisch sagt man Nobel laureate. Das Wort kommt vom Lorbeerkranz, auf Latein laurea. Im alten Griechenland bekamen Sieger zum Beispiel bei Wettkämpfen einen Kranz aus Lorbeerblättern als Zeichen der Ehre.

Wer hat den Nobelpreis gegründet?

Den Nobelpreis hat der Schwede Alfred Nobel gegründet. Er war Chemiker, Erfinder und Unternehmer und hat das Dynamit erfunden.

Schwarz-Weiß-Foto von Alfred Nobel mit Vollbart
Alfred Nobel auf einem Foto des schwedischen Fotografen Gösta Florman. Foto: Gösta Florman (1831–1900) / The Royal Library, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Alfred Nobel wurde am 21. Oktober 1833 in Stockholm geboren. Schon als junger Mann beschäftigte er sich mit dem flüssigen Sprengstoff Nitroglycerin. Nitroglycerin ist sehr gefährlich, weil es schon bei einem kleinen Stoß explodieren kann. Bei einer Explosion in der Werkstatt der Familie starb im Jahr 1864 Alfreds jüngerer Bruder Emil. Alfred Nobel suchte danach nach einem Weg, den Sprengstoff sicherer zu machen. Er mischte das Nitroglycerin mit Kieselgur, einer porösen Erde aus winzigen Algenschalen. So entstand eine feste Masse, die man gefahrloser transportieren konnte. Nobel nannte sie Dynamit, nach dem griechischen Wort dynamis für Kraft. Im Jahr 1867 bekam er dafür ein Patent. Ein Patent ist ein Schutz für eine Erfindung, damit niemand sie ohne Erlaubnis nachbauen darf.

Mit dem Dynamit konnte man Tunnel, Straßen und Bergwerke viel leichter bauen. Es wurde aber auch für Waffen verwendet. Nobel gründete Fabriken in vielen Ländern und wurde sehr reich. Er meldete insgesamt 355 Patente an. Alfred Nobel heiratete nie und hatte keine Kinder. Er starb am 10. Dezember 1896 in Sanremo in Italien.

Was steht in Alfred Nobels Testament?

In seinem Testament bestimmte Alfred Nobel, dass der größte Teil seines Vermögens für einen Preis verwendet werden soll. Er unterschrieb das Testament am 27. November 1895 in Paris.

Handschriftliche erste Seite von Alfred Nobels Testament aus dem Jahr 1895
Die erste Seite von Alfred Nobels Testament vom 27. November 1895. Er schrieb es von Hand auf Schwedisch. Foto: Waage, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Testament ist ein Schreiben, in dem ein Mensch festlegt, was nach seinem Tod mit seinem Besitz geschehen soll. Nobel hinterließ mehr als 31 Millionen schwedische Kronen. Das wären heute etwa 2,2 Milliarden Kronen. Das Geld sollte sicher angelegt werden. Die Zinsen, also das Geld, das das Vermögen jedes Jahr zusätzlich einbringt, sollten in fünf gleiche Teile geteilt werden. Jeder Teil war für einen Preis gedacht: Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Frieden. Nobel schrieb auch, dass es keine Rolle spielen darf, aus welchem Land jemand kommt.

Als das Testament nach seinem Tod geöffnet wurde, waren viele überrascht. Seine Verwandten waren dagegen, weil sie selbst erben wollten. Deshalb dauerte es fünf Jahre, bis alles geklärt war. Im Jahr 1900 wurde die Nobelstiftung gegründet. Sie verwaltet bis heute das Geld. Am 10. Dezember 1901, genau fünf Jahre nach Nobels Tod, wurden die ersten Nobelpreise verliehen.

Warum hat Alfred Nobel den Nobelpreis gestiftet?

Warum Alfred Nobel den Preis gestiftet hat, weiß man nicht genau, weil er es nie erklärt hat. Es gibt aber zwei Vermutungen, die Historiker für wahrscheinlich halten.

Die erste Vermutung hat mit einer Zeitungsmeldung zu tun. Im Jahr 1888 starb Alfreds Bruder Ludvig in Cannes in Frankreich. Eine französische Zeitung verwechselte die beiden Brüder und schrieb einen Nachruf auf Alfred. Ein Nachruf ist ein Zeitungstext über einen gerade verstorbenen Menschen. Die Überschrift lautete: „Der Kaufmann des Todes ist tot“. Darin stand, Nobel sei reich geworden, weil er Mittel gefunden habe, mehr Menschen schneller als je zuvor zu töten. So wollte Nobel vermutlich nicht in Erinnerung bleiben. Vielleicht hat er deshalb einen Preis für das Gute gestiftet.

Die zweite Vermutung betrifft den Friedenspreis. Im Jahr 1876 arbeitete die Österreicherin Bertha Kinsky für kurze Zeit als Sekretärin bei Nobel in Paris. Später hieß sie Bertha von Suttner und setzte sich für den Frieden ein. Die beiden schrieben sich viele Jahre lang Briefe. Im Jahr 1892 versprach sie Nobel, ihn über die Arbeit der Friedensbewegung auf dem Laufenden zu halten. Die Friedensbewegung bestand aus Menschen, die Kriege verhindern wollten. Im Januar 1893 schrieb Nobel ihr, dass er einen Friedenspreis gründen wolle. Im Jahr 1905 bekam Bertha von Suttner selbst den Friedensnobelpreis.

In welchen Bereichen gibt es den Nobelpreis?

Es gibt fünf Nobelpreise: für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Frieden. Dazu kommt seit 1969 ein Preis für Wirtschaftswissenschaften.

PreisWofür?Wer wählt aus?
PhysikEntdeckungen und Erfindungen in der Physik, zum Beispiel über Licht, Atome oder das WeltallKöniglich Schwedische Akademie der Wissenschaften
ChemieEntdeckungen über Stoffe und wie sie sich verändernKöniglich Schwedische Akademie der Wissenschaften
Physiologie oder MedizinEntdeckungen über den menschlichen Körper und KrankheitenNobelversammlung am Karolinska-Institut in Stockholm
LiteraturSchriftstellerinnen und Schriftsteller für ihre Bücher, Gedichte oder TheaterstückeSchwedische Akademie
FriedenEinsatz für Frieden zwischen Völkern und MenschenNorwegisches Nobelkomitee mit fünf Mitgliedern
WirtschaftswissenschaftenForschung darüber, wie Wirtschaft funktioniertKöniglich Schwedische Akademie der Wissenschaften

Die Physiologie ist die Wissenschaft davon, wie der Körper von Menschen und Tieren funktioniert. Deshalb heißt der Medizinpreis offiziell Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Eine Akademie ist eine Vereinigung von Wissenschaftlern oder Künstlern.

Ist der Wirtschaftsnobelpreis ein echter Nobelpreis?

Genau genommen nicht. Der Preis für Wirtschaftswissenschaften steht nicht in Nobels Testament. Die schwedische Zentralbank, die Sveriges Riksbank, hat ihn im Jahr 1968 zu ihrem 300. Geburtstag gestiftet.

Sein offizieller Name lautet deshalb Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften im Gedenken an Alfred Nobel. Er wird aber nach denselben Regeln vergeben wie die Nobelpreise und zusammen mit ihnen überreicht. Deshalb nennen ihn die meisten Menschen einfach Wirtschaftsnobelpreis. Die ersten Preisträger waren im Jahr 1969 Ragnar Frisch aus Norwegen und Jan Tinbergen aus den Niederlanden.

Warum gibt es keinen Nobelpreis für Mathematik?

Einen Nobelpreis für Mathematik gibt es nicht, weil Alfred Nobel ihn in seinem Testament nicht vorgesehen hat.

Nobel hat nur die fünf Bereiche genannt, die ihn selbst interessierten. Er war Chemiker und Erfinder, las viel und schrieb auch Gedichte und Theaterstücke. Aus demselben Grund gibt es auch keinen Nobelpreis für Biologie, Informatik oder Umweltschutz. Der Preis für Wirtschaft ist die einzige Ausnahme, die später dazugekommen ist.

Wer entscheidet, wer den Nobelpreis bekommt?

Wer den Nobelpreis bekommt, entscheiden die Einrichtungen, die Alfred Nobel in seinem Testament genannt hat: drei Akademien und Institute in Schweden und ein Komitee in Norwegen.

Bevor jemand den Preis bekommen kann, muss er nominiert werden. Nominieren bedeutet, dass jemand offiziell als Kandidat vorgeschlagen wird. Vorschlagen dürfen nur ausgewählte Fachleute. Das sind zum Beispiel Mitglieder von Akademien, Professorinnen und Professoren an Universitäten, frühere Nobelpreisträger und beim Friedenspreis auch Abgeordnete von Parlamenten. Niemand darf sich selbst vorschlagen.

So läuft die Auswahl ab:

ZeitraumWas passiert?
SeptemberTausende Fachleute in aller Welt werden eingeladen, Kandidaten vorzuschlagen.
bis 31. JanuarDie Vorschläge müssen eingegangen sein.
Februar bis SeptemberKleine Ausschüsse, die Nobelkomitees, prüfen die Vorschläge und holen Gutachten von Fachleuten ein.
OktoberDie Einrichtungen stimmen ab und geben die Preisträger bekannt.
10. DezemberDie Preise werden in Stockholm und Oslo überreicht.

Die Namen der Preisträger werden im Oktober an mehreren Tagen hintereinander verkündet. Es beginnt am ersten Montag im Oktober mit dem Preis für Medizin.

Erfährt man, wer für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde?

Nein, jedenfalls nicht sofort. Die Namen der Vorgeschlagenen und alle Unterlagen bleiben 50 Jahre lang geheim.

Selbst wer einen Kandidaten vorgeschlagen hat, darf darüber nicht sprechen. Deshalb sind alle Gerüchte über aktuelle Kandidaten nur Vermutungen. Erst nach 50 Jahren kann man im Archiv nachlesen, wer damals vorgeschlagen wurde. Daraus weiß man heute zum Beispiel, dass manche Forscher sehr lange warten mussten. Der deutsche Arzt Robert Koch wurde in vier Jahren 55-mal vorgeschlagen, bevor er im Jahr 1905 den Medizinpreis für seine Entdeckungen über die Tuberkulose bekam. Frederick Banting und John Macleod bekamen ihn dagegen schon im Jahr 1923, nachdem sie nur dreimal vorgeschlagen worden waren. Sie hatten das Insulin entdeckt, ein Mittel gegen die Zuckerkrankheit Diabetes.

Warum wird der Nobelpreis am 10. Dezember verliehen?

Der Nobelpreis wird am 10. Dezember verliehen, weil Alfred Nobel an diesem Tag im Jahr 1896 gestorben ist. Der Tag heißt Nobeltag.

Die Preisträger kommen schon einige Tage vorher nach Stockholm und Oslo. In dieser Nobelwoche halten sie Vorträge über ihre Arbeit. Diese Vorträge heißen Nobelvorlesungen. Am 8. Dezember gibt es in Stockholm außerdem ein großes Konzert zu Ehren der Preisträger.

Warum wird der Friedensnobelpreis in Oslo verliehen?

Der Friedensnobelpreis wird in Oslo verliehen, weil Alfred Nobel bestimmt hat, dass ein Komitee des norwegischen Parlaments den Preisträger auswählt. Das Komitee sitzt in Oslo, deshalb wird der Preis auch dort überreicht.

Zu Nobels Lebzeiten waren Schweden und Norwegen in einer Union verbunden. Eine Union ist ein Zusammenschluss von Ländern. Beide Länder hatten damals denselben König. Warum Nobel ausgerechnet den Friedenspreis an Norwegen gegeben hat, weiß man bis heute nicht genau, weil er es nirgendwo erklärt hat. Das norwegische Parlament heißt Storting. Es wählt die fünf Mitglieder des Nobelkomitees.

Wie läuft die Verleihung des Nobelpreises ab?

Die Nobelpreise für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Wirtschaft werden im Konzerthaus von Stockholm überreicht. Der Friedensnobelpreis wird am selben Tag im Rathaus von Oslo verliehen.

Das blaue Konzerthaus in Stockholm mit seinen hohen Säulen
Das Konzerthaus in Stockholm. Hier überreicht der schwedische König seit 1926 die Nobelpreise. Foto: anonym, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

In Stockholm stellen Mitglieder der Akademien zuerst in Reden vor, was jeder Preisträger entdeckt oder geschaffen hat. Danach überreicht der König von Schweden jedem Preisträger eine Medaille und eine Urkunde. Seit 1926 findet die Feier fast immer im Konzerthaus statt. Danach gibt es im Rathaus von Stockholm ein großes Festessen, das Nobelbankett. Daran nehmen etwa 1.300 Gäste teil, darunter 250 Studierende. Auch die schwedische Königsfamilie und Mitglieder der Regierung sind dabei.

Das Rathaus von Oslo mit seinen zwei Türmen aus rotem Backstein
Das Rathaus von Oslo. Hier wird seit 1990 der Friedensnobelpreis verliehen. Foto: Yair Haklai, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

In Oslo überreicht der Vorsitzende des Norwegischen Nobelkomitees den Friedensnobelpreis. Der König und die Königin von Norwegen, die Regierung und Abgeordnete des Parlaments sehen dabei zu. Von 1947 bis 1990 fand die Feier in der Aula der Universität von Oslo statt. Seit 1990 ist sie im Rathaus.

Was bekommt man, wenn man den Nobelpreis gewinnt?

Wer den Nobelpreis gewinnt, bekommt eine Goldmedaille, eine Urkunde und ein Preisgeld.

Die Urkunde heißt Nobeldiplom. Jedes Diplom ist ein Einzelstück. Künstler bemalen es, und Schriftkünstler schreiben den Text von Hand. Die Gestaltung legt die Einrichtung fest, die den Preis vergibt.

Wie viel Geld bekommt man für den Nobelpreis?

Im Jahr 2026 gab es für jeden Nobelpreis 12 Millionen schwedische Kronen. Das sind ungefähr 1,1 Millionen Euro.

Bekommen zwei oder drei Menschen gemeinsam einen Preis, wird das Geld unter ihnen aufgeteilt. Das Geld stammt bis heute aus Nobels Vermögen. Die Nobelstiftung legt es an, und mit den Erträgen werden die Preise bezahlt. Wie hoch das Preisgeld ist, hängt davon ab, wie viel das Vermögen gerade einbringt. Deshalb war es nicht in jedem Jahr gleich hoch.

Wie sieht die Nobelpreis-Medaille aus?

Die Nobelpreis-Medaille ist eine runde Goldmedaille mit dem Bild von Alfred Nobel auf der Vorderseite.

Die Medaillen für Physik, Chemie, Medizin und Literatur hat der schwedische Bildhauer Erik Lindberg gestaltet, die Medaille für den Frieden der Norweger Gustav Vigeland. Auf der Rückseite ist für jeden Preis ein anderes Bild zu sehen. Dazu kommt eine Inschrift in Latein. Auf den schwedischen Medaillen steht zum Beispiel: „Inventas vitam iuvat excoluisse per artes“. Das heißt ungefähr: Es ist gut, das Leben durch Erfindungen zu verbessern. Auf der Friedensmedaille steht „Pro pace et fraternitate gentium“, also: Für den Frieden und die Brüderlichkeit der Völker.

Bis 1980 waren die Medaillen aus 23-karätigem Gold. Seitdem bestehen sie aus 18-karätigem, wiederverwertetem Gold und wiegen etwa 175 Gramm. Die Angabe Karat zeigt, wie viel reines Gold in einer Mischung steckt. 24 Karat ist reines Gold.

Zwei Medaillen haben eine besondere Geschichte. Im Jahr 1940 marschierten deutsche Soldaten in Dänemark ein. In Kopenhagen lagen damals die Medaillen der deutschen Physiker Max von Laue und James Franck. Weil die Nationalsozialisten es verboten hatten, Gold aus Deutschland zu bringen, wären die beiden Forscher in große Gefahr geraten, wenn man die Medaillen gefunden hätte. Der Chemiker George de Hevesy löste sie deshalb in Königswasser auf, einer Säuremischung, die sogar Gold auflösen kann. Die Flasche stand unbemerkt im Regal. Nach dem Krieg wurde das Gold zurückgewonnen, und die Nobelstiftung ließ daraus neue Medaillen prägen.

Wer hat schon einen Nobelpreis bekommen?

Von 1901 bis 2026 wurden die Nobelpreise und der Wirtschaftspreis 639-mal vergeben, an insgesamt 1.036 Preisträger. Darunter sind 1.000 einzelne Menschen und 28 Organisationen.

Manche haben den Preis mehrmals bekommen. Deshalb ist die Zahl der Preisträger größer als die Zahl der Menschen und Organisationen zusammen. 49-mal wurde ein Preis gar nicht vergeben, vor allem während der beiden Weltkriege.

Einige Rekorde und Besonderheiten:

  • Die erste Frau: Marie Curie bekam im Jahr 1903 den Nobelpreis für Physik. Im Jahr 1911 bekam sie zusätzlich den Preis für Chemie. Bis 2026 ging der Preis insgesamt 70-mal an Frauen.
  • Die Jüngste: Malala Yousafzai aus Pakistan war 17 Jahre alt, als sie im Jahr 2014 den Friedensnobelpreis bekam. Sie setzt sich dafür ein, dass Mädchen zur Schule gehen dürfen.
  • Der Älteste: John B. Goodenough war 97 Jahre alt, als er im Jahr 2019 den Chemiepreis bekam.
  • Mehrfach ausgezeichnet: Marie Curie, Linus Pauling, John Bardeen, Frederick Sanger und Barry Sharpless haben den Preis je zweimal bekommen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz bekam den Friedensnobelpreis sogar dreimal.

Wie viele Menschen können sich einen Nobelpreis teilen?

Einen Nobelpreis können sich höchstens drei Menschen teilen. Nur der Friedensnobelpreis kann auch an eine Organisation gehen, zum Beispiel an eine Hilfsorganisation.

Diese Regel steht in den Statuten der Nobelstiftung. Statuten sind die Regeln, nach denen eine Stiftung oder ein Verein arbeitet. Dort heißt es, dass ein Preis in keinem Fall unter mehr als drei Personen aufgeteilt werden darf.

Kann man einen Nobelpreis nach dem Tod bekommen?

Nein. Seit 1974 kann ein Nobelpreis nicht mehr an einen verstorbenen Menschen vergeben werden. Wer aber stirbt, nachdem der Preis bekannt gegeben wurde, bleibt Preisträger.

Vor 1974 gab es zwei Ausnahmen: den schwedischen Dichter Erik Axel Karlfeldt im Jahr 1931 und den UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld im Jahr 1961. Im Jahr 2011 gab es einen besonderen Fall. Der Medizinpreis wurde dem Forscher Ralph Steinman zugesprochen, der drei Tage vorher gestorben war. Das wusste das Nobelkomitee aber nicht. Die Nobelstiftung entschied, dass er trotzdem Preisträger bleibt.

Kann man einen Nobelpreis ablehnen oder verlieren?

Ablehnen kann man einen Nobelpreis, verlieren nicht. Ein Nobelpreis kann nicht wieder aberkannt werden, weil weder Nobels Testament noch die Statuten der Nobelstiftung das vorsehen.

Freiwillig abgelehnt haben den Preis bisher nur zwei Menschen. Der französische Schriftsteller Jean-Paul Sartre wollte im Jahr 1964 grundsätzlich keine offiziellen Auszeichnungen annehmen. Der Vietnamese Le Duc Tho lehnte den Friedensnobelpreis im Jahr 1973 ab, weil in seinem Land noch kein Frieden herrschte.

Andere wurden gezwungen, den Preis abzulehnen. Adolf Hitler verbot den deutschen Chemikern Richard Kuhn und Adolf Butenandt und dem Mediziner Gerhard Domagk, ihre Preise anzunehmen. Sie bekamen später die Urkunde und die Medaille, aber nicht das Geld. Auch der russische Schriftsteller Boris Pasternak musste den Literaturpreis im Jahr 1958 auf Druck der Regierung der Sowjetunion ablehnen. Einige Friedensnobelpreisträger saßen sogar im Gefängnis, als sie den Preis bekamen, zum Beispiel der deutsche Journalist Carl von Ossietzky im Jahr 1935.

Wer hat 2026 den Nobelpreis bekommen?

Im Jahr 2026 ging der Nobelpreis an zehn Menschen in sechs Bereichen. Unter den Preisträgern für Medizin sind zwei deutsche Forscher, Peter Hegemann und Georg Nagel.

BereichPreisträgerWofür?
PhysikFrancis Halzenfür das Neutrino-Observatorium IceCube am Südpol und die Entdeckung sehr energiereicher Neutrinos aus dem Weltall. Neutrinos sind winzige Teilchen, die fast ungehindert durch alles hindurchfliegen, sogar durch die Erde.
ChemieHenri B. Kagan und Kenso Soaifür Entdeckungen darüber, wie bei chemischen Reaktionen gezielt Stoffe in nur einer von zwei spiegelbildlichen Formen entstehen
MedizinKarl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagelfür die Entdeckung von Eiweißen, die sich durch Licht öffnen, und die Optogenetik. Mit der Optogenetik kann man Nervenzellen mit Licht ein- und ausschalten.
LiteraturAnne Carson aus Kanadafür ihr mutiges und einfallsreiches Werk, das spielerisch an Texte der Antike anknüpft und neue Formen für die Literatur geschaffen hat
FriedenNavi Pillayfür ihren Einsatz für Frieden und das Völkerrecht
WirtschaftRobert E. Hall und Michael Woodfordfür Forschung darüber, wie Zentralbanken und Regierungen die Wirtschaft eines Landes stabil halten können

Peter Hegemann wurde im Jahr 1954 in Münster geboren und forscht an der Humboldt-Universität zu Berlin. Georg Nagel wurde im Jahr 1953 in Weingarten geboren und forscht an der Universität Würzburg. Der Chemiker Henri B. Kagan war 95 Jahre alt, als ihm der Preis zugesprochen wurde. Er ist damit einer der ältesten Preisträger überhaupt. Ihre Preise bekommen alle Preisträger am 10. Dezember 2026.

Zum Weiterdenken

Alfred Nobel wurde mit dem Dynamit reich, das auch in Kriegen eingesetzt wurde. Mit seinem Geld wird heute ein Preis für Frieden und Wissenschaft bezahlt. Was meinen Sie: Kann eine Erfindung selbst gut oder schlecht sein, oder kommt es darauf an, wofür Menschen sie verwenden?

Quellen: Nobelprize.org: Alfred Nobels Testament, Nobelprize.org: Alfred Nobel, Biografie, Nobelprize.org: Häufige Fragen, Nobelprize.org: Nominierung und Auswahl, Nobelprize.org: Fakten zum Nobelpreis, Nobelprize.org: Preisgeld, Nobelprize.org: Nobelmedaillen, Nobelprize.org: Verleihung und Bankett, Nobelprize.org: Alle Nobelpreise 2026, Nobelprize.org: Bertha von Suttner, ARD alpha: Alfred Nobel, Deutschlandfunk: Nobels Testament

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