Die kurze Antwort
Schloss Moritzburg ist ein Jagdschloss in Sachsen, etwa 15 Kilometer nördlich von Dresden. Es steht auf einer Insel mitten in einem Teich. Herzog Moritz von Sachsen ließ hier ab 1542 ein Jagdhaus bauen. Daher hat das Schloss seinen Namen. August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, ließ das Jagdhaus ab 1723 zu einem großen Barockschloss umbauen. Dauerhaft gewohnt hat dort lange niemand. Die Fürsten kamen nur zum Jagen und Feiern. Seit 1947 ist das Schloss ein Museum.

Was ist Schloss Moritzburg?
Schloss Moritzburg ist ein Jagdschloss. So nennt man ein Schloss, in dem Fürsten wohnten, wenn sie in der Gegend auf die Jagd gingen. Das Schloss hat vier dicke, runde Türme an den Ecken. Seine Wände sind ockergelb und weiß, die Dächer rot. Es steht auf einer Insel im Schlossteich. Über einen Damm kommt man vom Ufer zum Schloss.
Gebaut wurde das Schloss im Stil des Barock. So heißt eine Kunstrichtung, die ungefähr von 1600 bis 1750 beliebt war. Barocke Schlösser sind prächtig und groß. Sie haben viele Verzierungen, Figuren und Gold. Ihre Gärten sind streng geometrisch angelegt, mit geraden Wegen und Beeten in festen Formen. Ein Fürst wollte mit einem solchen Schloss zeigen, wie reich und mächtig er war.
Im Schloss gibt es sieben Säle und mehr als 200 Räume. Heute ist Schloss Moritzburg ein Museum. Es gehört dem Freistaat Sachsen.
Wer hat Schloss Moritzburg gebaut?
Den ersten Bau ließ Herzog Moritz von Sachsen errichten. Er lebte von 1521 bis 1553 und gehörte zur Familie der Wettiner. Die Wettiner herrschten mehr als 800 Jahre lang über Sachsen. Moritz war zuerst Herzog. Später wurde er auch Kurfürst. Die Kurfürsten waren die wenigen mächtigen Fürsten im Heiligen Römischen Reich, die den Kaiser wählen durften.
Nördlich von Dresden lag ein großer Wald, der Friedewald. Dort gab es viel Wild, also Hirsche, Rehe und Wildschweine. Schon seit dem späten Mittelalter gingen die Wettiner hier auf die Jagd. Ab 1542 ließ Moritz am Rand eines Sumpfes, nahe beim Dorf Eisenberg, ein Jagdhaus bauen. In einem Jagdhaus übernachteten der Fürst und seine Begleiter während der Jagd.
Das Jagdhaus war schlicht. Es hatte aber schon vier Ecktürme und eine Mauer zum Schutz. Wahrscheinlich hat es der Baumeister Caspar Voigt von Wierandt geplant. Er war mit Herzog Moritz in Frankreich gewesen. Dort hatte er Schlösser im Stil der Renaissance gesehen. Renaissance-Schlösser haben einen regelmäßigen Grundriss, sie sind also gleichmäßig und symmetrisch gebaut. Die Handwerker rechneten den Bau von 1546 bis 1554 ab. Er kostete 13.698 Gulden. Ein Gulden war eine Münze aus dieser Zeit.
Teile dieses alten Jagdhauses stecken bis heute im Schloss. Im Keller und im Erdgeschoss gibt es Gewölbe, die fast 500 Jahre alt sind.
Warum heißt das Schloss Moritzburg?
Das Schloss ist nach seinem Bauherrn Herzog Moritz benannt. Im Jahr 1549 wurde der Name „Moritzburch“ zum ersten Mal aufgeschrieben. Das ist eine alte Schreibweise für Moritzburg. Heute heißt auch der Ort rund um das Schloss Moritzburg.
Unter August dem Starken nannte man das Schloss eine Zeit lang auch Dianenburg. Diana war bei den alten Römern die Göttin der Jagd. Auf einem Kupferstich von 1733 steht deshalb, das Schloss habe früher Moritzburg geheißen und werde jetzt Dianenburg genannt. Durchgesetzt hat sich aber der alte Name. Die Göttin Diana ist bis heute überall im Schloss zu sehen, auf Bildern, Tapeten und als Figur.
Was geschah mit dem Jagdhaus nach Herzog Moritz?
Die Kurfürsten nach Moritz nutzten das Jagdhaus weiter und bauten es aus. Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 wurde es beschädigt. In diesem Krieg kämpften viele Länder in Europa gegeneinander, und schwedische Soldaten zogen plündernd durch Sachsen. Ab 1656 ließ der Baumeister Wolf Caspar von Klengel das Jagdhaus reparieren und vergrößern.
Am 1. November 1671 legte man den Grundstein für die Schlosskapelle. Eine Kapelle ist eine kleine Kirche. Zuerst war sie eine evangelische Kirche, denn die Wettiner waren evangelisch. Das änderte sich mit August dem Starken. Er wollte im Jahr 1697 König von Polen werden. Dafür musste er katholisch sein, denn Polen war ein katholisches Land. Also trat er zum katholischen Glauben über. Im Jahr 1699 wurde die Moritzburger Schlosskapelle deshalb katholisch geweiht. Bis heute finden dort Gottesdienste statt.
Wie wurde aus dem Jagdhaus ein Barockschloss?
August der Starke ließ das Jagdhaus ab 1723 zu einem prächtigen Barockschloss umbauen. August lebte von 1670 bis 1733. Er war Kurfürst von Sachsen und zugleich König von Polen. Den Beinamen „der Starke“ bekam er, weil er sehr kräftig gewesen sein soll.
Für ihn war das alte Jagdhaus viel zu eng geworden. Schon ab 1703 zeichnete er selbst erste Skizzen für ein neues Schloss. Wegen der Kriege, in die Sachsen damals verwickelt war, begann der Umbau aber erst rund 20 Jahre später. Die Leitung hatte der Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann. Er hat auch den Dresdner Zwinger gebaut, einen berühmten barocken Festplatz mit Gebäuden und Gärten. August war oft in Polen. Deshalb ließ er sich mit Briefen und Zeichnungen berichten, wie weit der Bau war.
Beim Umbau wurde das alte Jagdhaus nicht abgerissen. Die Bauleute setzten ein neues Gebäude mit vier Flügeln darüber. Die Türme wurden umgestaltet oder zum Teil neu gebaut. Innen wurde alles neu eingerichtet. Berühmte Künstler arbeiteten mit, zum Beispiel der Bildhauer Balthasar Permoser und der Maler Louis de Silvestre.
Auch die Landschaft rund um das Schloss ließ August verändern. Vier Teiche wurden zu einem großen Schlossteich verbunden und ausgehoben. So lag das Schloss nun auf einer Insel. Rund um das Schloss legte man Terrassen, Treppen und Figuren an. Das Schloss und die Landschaft sollten zusammen ein großes Kunstwerk bilden.
Ist Schloss Moritzburg ein Wasserschloss?
Ja, Schloss Moritzburg ist ein Wasserschloss. So nennt man ein Schloss, das ganz von Wasser umgeben ist. Bei älteren Burgen sollte das Wasser Angreifer fernhalten. In Moritzburg war es anders. Das Wasser sollte vor allem schön aussehen. Das Schloss spiegelt sich im Teich, und von den Fenstern aus sieht man auf das Wasser und den Wald.
Rund um Moritzburg gibt es viele weitere Teiche, die durch Gräben und einen Kanal verbunden sind. Auf ihnen fuhren die Fürsten und ihre Gäste mit Booten. In den Teichen lebten auch Fische, die in der Schlossküche gekocht wurden.
Wer wohnte im Schloss Moritzburg?
Bis ins 20. Jahrhundert hat niemand dauerhaft im Schloss gewohnt. Die Kurfürsten und Könige lebten in Dresden im Residenzschloss. Nach Moritzburg kamen sie nur für einige Tage oder Wochen. Sie gingen dort auf die Jagd oder feierten Feste. Mit ihnen kamen ihre Familien, Gäste und viele Diener.
Manchmal blieben sie auch länger. Im Jahr 1738 brachte die Kurfürstin Maria Josepha im Schloss Moritzburg ihren Sohn Albert zur Welt. Sie hatte insgesamt 15 Kinder.
Im Jahr 1831 wurde das Schloss Eigentum des Staates Sachsen. Die Könige durften es aber weiter zum Wohnen und Jagen nutzen. Erst ab 1924 wohnte jemand fest im Schloss. Das war Prinz Ernst Heinrich von Sachsen, der jüngste Sohn des letzten sächsischen Königs. Er lebte dort mit seiner Familie bis 1945.
Heute wohnt niemand mehr im Schloss Moritzburg. Es ist ein Museum, das du besuchen kannst.
Wie lebte man im Schloss Moritzburg?
Wenn der König nach Moritzburg kam, reiste ein ganzer Hofstaat mit. Der Hofstaat waren alle Menschen, die für einen Fürsten arbeiteten, also Köche, Diener, Kutscher, Musiker und Beamte. Wie das aussah, weiß man genau, weil es im Hauptstaatsarchiv in Dresden aufgeschrieben ist.
Im November 1728 blieb August der Starke einen ganzen Monat in Moritzburg. Er lud seine Familie und enge Freunde ein. Sie aßen zusammen, sahen Theaterstücke und tanzten. Es war sein längster Aufenthalt im Schloss. Die Fahrt mit der Kutsche von Dresden nach Moritzburg dauerte damals etwa drei Stunden. Heute braucht man mit dem Auto rund 25 Minuten.
Weil das Schloss sonst leer stand, musste fast alles aus Dresden mitgebracht werden, sogar Töpfe, Geschirr und Tischdecken. Für etwa 50 Gäste an der Tafel arbeiteten 83 Menschen, davon 46 in der Küche. Gekocht wurde zweimal am Tag. Fische kamen aus den Teichen, Fleisch aus den Wäldern und von Bauernhöfen. Wein ließ man aus Ungarn und Frankreich kommen. Es gab auch Austern.
Am 22. November 1728 gab es zum Mittagessen zwei Gänge. Beim ersten Gang standen 28 Speisen auf dem Tisch, beim zweiten 20. Dazu gehörten Wacholderdrosseln, ein Wildschweinkopf, Hühnersuppe, Bratwurst und Johannisbeertorte. Alle Speisen eines Gangs stellte man gleichzeitig auf die Tafel. Jeder Gast nahm sich, was in seiner Nähe stand. Diese Art zu servieren heißt Service à la française, also Bedienung auf französische Art. Der Speisesaal lag zwei Stockwerke über der Küche. Die Diener mussten das Essen also über Treppen hinauftragen.
So viel Fleisch konnten sich nur reiche Menschen leisten. Die meisten Menschen in Sachsen aßen damals vor allem Brot, Brei und Gemüse.
Wie wurde in Moritzburg gejagt und gefeiert?
Die Jagd war für die Fürsten ein Vergnügen und ein großes Fest. Hirsche und Wildschweine zu jagen, war in Sachsen ein Recht des Fürsten. Wer ohne Erlaubnis jagte, galt als Wilddieb und wurde sehr hart bestraft.
Besonders berühmt ist ein Fest im August 1718. August der Starke feierte es zu Ehren der Gräfin Maria Magdalena von Dönhoff. Sie war seine Mätresse, so nannte man damals die Geliebte eines Fürsten. Das Fest dauerte drei Tage. Es gab Musik, Theater und ein Feuerwerk. Am 15. August 1718 wurde im Theatersaal des Jagdhauses zum ersten Mal die Oper „La Cleonice“ aufgeführt.
Bei diesem Fest gab es auch Wasserjagden. Bei einer Wasserjagd trieben Jäger und Hunde das Wild in einen Teich. Die Gäste schossen die schwimmenden Tiere dann vom Ufer aus oder aus geschmückten Booten. Die Tiere hatten im Wasser kaum eine Chance, zu entkommen. Bei dem Fest von 1718 wurden mehr als 330 Enten, 179 Rothirsche, 27 Wildschweine, 20 Gänse, 18 Rehe, ein Hase und ein Fuchs erlegt. Heute findet man solche Jagden grausam. Damals galten sie als prächtiges Schauspiel für die Gäste.
Was gibt es im Schloss Moritzburg zu sehen?
Im Schloss sind prächtige Räume mit Möbeln, Bildern, Porzellan und Geweihen aus der Zeit August des Starken zu sehen. Drei Dinge sind besonders bekannt.
Ledertapeten
Das sind zuerst die Ledertapeten. In 13 Räumen hängen Tapeten aus Leder an den Wänden. Das Leder ist mit dünnem Silber beklebt und mit einem goldfarbenen Lack bestrichen. Deshalb glänzen sie wie Gold. Darauf sind Szenen mit der Jagdgöttin Diana gemalt. Für alle Ledertapeten im Schloss brauchte man ungefähr 10.000 Tierhäute.
Geweihsammlung
Dann gibt es die Geweihsammlung. Im Schloss hängen etwa 250 Geweihe. Ein Geweih ist der Kopfschmuck von Hirschen und Rehen. Es besteht aus Knochen und fällt jedes Jahr ab. Danach bildet sich ein neues. Im Speisesaal hängen mehr als 70 Rothirschgeweihe. Darunter ist das stärkste Rothirschgeweih der Welt. Es hat 24 Enden und wiegt 19,8 Kilogramm. Die Enden sind die Spitzen des Geweihs. Im Monströsensaal hängen Geweihe mit ungewöhnlichen Formen. Das bekannteste ist der 66-Ender. Den Hirsch dazu schoss im Jahr 1696 der Kurfürst von Brandenburg. Außerdem gibt es das Geweih eines Riesenhirschs, der vor etwa 10.000 Jahren lebte. Es war ein Geschenk des russischen Zaren Peter I.

Federzimmer
Am berühmtesten ist das Federzimmer. Darin steht ein Prunkbett, das mit mehr als einer Million bunter Vogelfedern geschmückt ist. Auch die Wandteppiche sind aus Federn. Lange erzählte man sich, August der Starke habe das Bett vom spanischen König als Preis bei einem Stierkampf bekommen. Das stimmt nicht. In einer alten Liste aus dem Jahr 1723 steht, dass August es im Juli 1723 von einem Monsieur Le Normand gekauft hat. Le Normand stammte aus Frankreich. Er hatte eine neue Art erfunden, Federn in Stoff einzuweben. Dadurch hielten die Federn fester und wirkten weich und flauschig.
Zuerst stand das Bett im Japanischen Palais in Dresden. Im Jahr 1830 kam es nach Moritzburg. Im Jahr 1972 musste man es abbauen und einlagern. Ein Pilz befiel die Holzverkleidung, und Insekten fraßen die Federn an. Lange fand niemand einen Weg, es zu retten. Erst Ende der 1980er Jahre entwickelten zwei Restauratorinnen aus Dresden eine Methode dafür. Restauratoren sind Fachleute, die alte Kunstwerke reinigen und reparieren. Das nennt man restaurieren. Sie färbten keine Feder nach und ersetzten keine fehlende. Alle Federn im Zimmer sind deshalb noch die echten Federn von damals. Seit April 2003 ist das Federzimmer wieder im Schloss zu sehen. Für diese Arbeit bekam das Schloss im Jahr 2004 einen europäischen Preis für Denkmalschutz.

Warum wurde das Schloss nach August dem Starken kaum noch genutzt?
Mit dem Tod Augusts des Starken im Jahr 1733 endete die große Zeit des Schlosses. Der Bau wurde danach zwar noch fast fertiggestellt, und die Kurfürsten kamen weiter zur Jagd. So prächtige Feste wie unter August gab es aber nicht mehr. Auch den Schlosspark konnte August nicht mehr fertigstellen. Er hatte ihn nach französischem Vorbild geplant, starb aber vorher.
Dann kam der Siebenjährige Krieg von 1756 bis 1763. In diesem Krieg kämpften unter anderem Preußen und Österreich gegeneinander. Soldaten beider Seiten zogen auch durch Moritzburg und richteten Schäden an. Für teure Bauten fehlte danach das Geld.
Ab 1769 ließ man ein kleines Fasanenhaus östlich vom Schloss zum Fasanenschlösschen umbauen. Davon erzählen wir weiter unten. Im 19. Jahrhundert gestaltete man den Park im Stil eines Landschaftsgartens um. In einem Landschaftsgarten gibt es geschwungene Wege, Wiesen und Baumgruppen, die natürlich wirken sollen.
Im Jahr 1807 kam der französische Kaiser Napoleon nach Sachsen. Er war damals der mächtigste Herrscher in Europa, und Sachsen war mit ihm verbündet. Bei einem Besuch in Moritzburg schoss er die weißen Hirsche, die der sächsische König dort hielt.
Was geschah mit dem Schloss nach dem Ende der Könige?
Im November 1918, am Ende des Ersten Weltkriegs, verlor der letzte sächsische König Friedrich August III. seinen Thron. Er dankte ab. Das heißt, er gab sein Amt als König auf. Sachsen wurde ein Freistaat, also ein Land ohne König. Die Familie Wettin durfte aber einige Schlösser behalten. Diese Entschädigung hieß Fürstenabfindung. Dazu gehörte auch Schloss Moritzburg.
Prinz Ernst Heinrich zog im Jahr 1924 ein. Er musste das Schloss aber an 150 Tagen im Jahr für Besucher öffnen. Damals entstanden die ersten Ausstellungsräume. Ernst Heinrich lehnte die Nationalsozialisten ab. Ab 1944 gab er der Künstlerin Käthe Kollwitz in Moritzburg eine Wohnung. Die Nationalsozialisten hatten die Künstlerin seit 1933 ausgegrenzt. Ihre Wohnung in Berlin war im Krieg durch Bomben zerstört worden.
Im Frühjahr 1945, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, rückte die Rote Armee auf Dresden zu. So hieß die Armee der Sowjetunion. Die Familie Wettin floh aus Moritzburg. Vorher wurden Kisten mit wertvollen Kunstschätzen der Familie im Wald vergraben. Nach dem Krieg wurde das Schloss Eigentum des Staates. Ein Teil der Einrichtung wurde in die Sowjetunion gebracht, ein anderer Teil ging verloren.
Schon 1947 öffnete das Schloss wieder, nun als Barockmuseum. Seitdem reparieren und restaurieren Fachleute das Schloss. Diese Arbeit dauert bis heute an. Im Jahr 1996 fanden Schatzsucher im Wald drei der Kisten, die 1945 vergraben worden waren.
Was gibt es rund um das Schloss?
Rund um das Schloss gibt es einen Park, viele Teiche, ein kleines Schloss und sogar einen Leuchtturm.
Der Schlosspark liegt nördlich vom Schloss. Seit 1990 wird er nach einem alten Plan von 1740 wieder angelegt. Er ist etwa 230 Meter lang und 150 Meter breit.
Einige Minuten östlich vom Schloss steht das Fasanenschlösschen. Es ist das kleinste Königsschloss in Sachsen. Gebaut wurde es ab 1769 im Stil des Rokoko. Das Rokoko folgte auf den Barock und war verspielter und zierlicher. Den Namen hat das Schlösschen von der Fasanerie daneben. Dort wurden Fasane gehalten. Das sind große Vögel mit langen Schwanzfedern. Die Wände im Inneren sind mit Federn, Stroh, Perlen und Stickereien bespannt.

Am großen Teich vor dem Fasanenschlösschen steht ein Leuchtturm. Er ist der einzige historische Leuchtturm in Sachsen. Dazu gibt es einen kleinen Hafen mit einer Mole, also einer Mauer, die ins Wasser hinausreicht. Leuchttürme gibt es sonst nur am Meer. Sie zeigen Schiffen den Weg. Der Moritzburger Leuchtturm hatte eine andere Aufgabe. Er war die Kulisse für Feste. Auf dem Teich spielte man mit Schiffen Seeschlachten nach, so als wäre man am Meer.

Warum ist Schloss Moritzburg heute so berühmt?
Heute ist Schloss Moritzburg vor allem berühmt, weil hier der Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gedreht wurde. Im Winter 1972 auf 1973 filmte man am Schloss die Szenen draußen im Schnee. Dabei half das Filmteam mit Kunstschnee nach, der aus Fischmehl bestand. Den Ball im Schloss drehte man dagegen in einem Filmstudio in Potsdam-Babelsberg.
Auf der Treppe am Schloss hat Aschenbrödel im Film ihren Schuh verloren. An dieser Stelle steht heute ein Schuh aus Messing. Du kannst hineinschlüpfen und ausprobieren, ob er dir passt. Seit 2009 gibt es im Winter im Schloss eine Ausstellung zum Film. Dort sind echte Kostüme und Gegenstände aus dem Film zu sehen.
Auch das Märchen „Sechse kommen durch die Welt“ wurde 1972 in Moritzburg gedreht.

Wo liegt Schloss Moritzburg?
Schloss Moritzburg liegt in der Gemeinde Moritzburg in Sachsen. Bis zur Stadt Dresden sind es etwa 15 Kilometer nach Süden. Rund um den Ort gibt es Wälder, Hügel und viele Teiche. Diese Landschaft heißt Moritzburger Teichlandschaft.
Wie kannst du Schloss Moritzburg mit Kindern besuchen?
Das Schloss ist fast das ganze Jahr geöffnet. Was du im Inneren sehen kannst, hängt aber von der Jahreszeit ab.
Von Ende März bis Anfang November ist die Barockausstellung geöffnet, jeden Tag von 10 bis 18 Uhr. Dann siehst du die prächtigen Säle, die Geweihe und das Federzimmer. Zum Eintritt gehört ein HistoPad. Das ist ein kleiner Tablet-Computer. Wenn du ihn auf einen Raum richtest, siehst du, wie der Raum im Jahr 1728 ausgesehen hat. Kinder von 6 bis 16 Jahren zahlen 4,50 Euro, Erwachsene 12 Euro. Kinder bis 5 Jahre kommen umsonst hinein. Von April bis Oktober gibt es auch Führungen für Kinder. Bei manchen ziehen sich Kinder von 6 bis 10 Jahren Kostüme an.
Vom 2. bis 19. November ist das Schloss geschlossen, weil dann die Winterausstellung aufgebaut wird. Vom 20. November 2026 bis 28. Februar 2027 zeigt das Schloss die Ausstellung „3 Haselnüsse für Aschenbrödel“. Sie ist jeden Tag von 9:30 bis 17:30 Uhr geöffnet, an den Adventswochenenden und zwischen Weihnachten und Neujahr bis 18:30 Uhr. Am 24. und 31. Dezember bleibt das Schloss zu, ebenso an einigen Tagen im Januar und Februar. Karten gibt es nur im Internet. Du solltest sie früh kaufen, denn die Ausstellung ist sehr beliebt. Im Winter kannst du das Federzimmer und die Barockräume nicht besichtigen.
Kinderwagen und große Rückentragen dürfen nicht mit in die Räume. Für Kinderwagen gibt es einen Abstellplatz. Hunde dürfen nur angeleint in den Park, aber nicht ins Schloss. Der Park ist jeden Tag von morgens bis abends offen.
Von Dresden-Neustadt fährt der Bus 477 bis zum Schloss. Du kannst auch mit der S-Bahn bis Radebeul Ost fahren und dort in eine alte Schmalspurbahn umsteigen. Die Lößnitzgrundbahn wird von einer Dampflok gezogen und fährt durch Wald und an Teichen vorbei bis Moritzburg. Vom Bahnhof gehst du etwa 1,4 Kilometer zum Schloss.
Die aktuellen Öffnungszeiten und Preise findest du auf der Website von Schloss Moritzburg.

Zum Weiterdenken
August der Starke ließ für ein paar Wochen im Jahr ein riesiges Schloss bauen. 83 Menschen arbeiteten, damit 50 Gäste einen Monat lang essen und feiern konnten. Woher kam wohl das Geld dafür? Und was dachten die Bauern in den Dörfern rund um Moritzburg, wenn die Kutschen des Königs vorbeifuhren?
Quellen: Schlösserland Sachsen: Moritzburg – Geschichte in fünf Episoden, Schlösserland Sachsen: Schloss Moritzburg, Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement: Schloss Moritzburg, Schlösserland Sachsen: Hofküche unterwegs, Schlösserland Sachsen: Moritzburger Trophäensammlung, DEFA-Stiftung: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel und Schloss Moritzburg: Öffnungszeiten und Eintrittspreise.

