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Schneeflocken basteln: Papierschneeflocke mit sechs Armen falten und schneiden

Weiße Papierschneeflocke mit sechs gleichen Armen, Seitenästen und einem Sechseck in der Mitte

Die kurze Antwort

Für eine Schneeflocke aus Papier faltest du ein quadratisches Blatt zuerst zu einem Dreieck und dann noch einmal zu einem kleineren Dreieck. Dieses Dreieck faltest du in drei gleich breite Teile, so dass eine spitze Tüte entsteht. In die Tüte schneidest du Zacken, Kerben und kleine Löcher. Wenn du das Papier wieder auffaltest, hat deine Schneeflocke sechs gleiche Arme, genau wie eine echte Schneeflocke. Viele Anleitungen falten das Papier nur in Hälften und Viertel. Dann bekommt die Flocke vier oder acht Arme, und solche Schneeflocken gibt es in der Natur nicht.

Eine Schneeflocke ist ein Stück Eis, das aus einer Wolke fällt. Ein einzelner, gleichmäßig geformter Eiskristall heißt Schneekristall oder Schneestern. Er hat immer sechs Ecken oder sechs Arme. Der Physiker Kenneth Libbrecht vom California Institute of Technology in den USA erforscht Schneekristalle seit vielen Jahren. Er schreibt, dass man Papierschneeflocken sechsarmig schneiden sollte, weil echte Schneeflocken nie acht Arme haben. Mit dieser Anleitung faltest du dein Papier so, dass am Ende genau sechs Arme entstehen. Nebenbei erfährst du, warum die Faltung darüber entscheidet, wie viele Arme deine Flocke hat, und wie du sie einer echten Schneeflocke ähnlich machst.

Weiße Papierschneeflocke mit sechs gleichen Armen, Seitenästen und einem Sechseck in der Mitte
So sieht deine fertige Schneeflocke aus Papier aus: sechs gleiche Arme mit feinen Seitenästen. Bild: Kinder-Wiki

Vor dem Start

Die Schere ist spitz und scharf. Schneide immer vom Körper weg und lauf nicht mit der offenen Schere herum. Kleinere Kinder nehmen eine Kinderschere mit runder Spitze. Beim Schneiden liegen zwölf Lagen Papier übereinander, das ist dicker als ein einzelnes Blatt. Wenn die Schere nicht durchkommt, hilft dir jemand, zum Beispiel deine Freundin, dein großer Bruder oder dein Papa. Für eine Schneeflocke brauchst du etwa 15 Minuten. Mit etwas Übung geht es schneller.

Was brauchst du für Schneeflocken aus Papier?

Ergebnis: 1 Schneeflocke mit sechs Armen, etwa 18 Zentimeter breit

Wichtig ist dünnes Papier. Beim Schneiden liegen zwölf Lagen übereinander. Dickes Papier, zum Beispiel Tonpapier oder Fotokarton, wird dabei so dick, dass die Schere es kaum noch schafft und feine Zacken ausreißen. Butterbrotpapier ist etwas durchsichtig. Am Fenster leuchtet eine Schneeflocke aus Butterbrotpapier deshalb besonders schön, wenn die Sonne darauf scheint.

Ein Blatt weißes Papier, eine Schere, ein Bleistift und ein Lineal
Alles bereit: ein Blatt dünnes weißes Papier, eine Schere, ein Bleistift und ein Lineal. Bild: Kinder-Wiki

Wie bastelt man eine Schneeflocke aus Papier?

1. Das Blatt zum Dreieck falten

Ein A4-Blatt ist länger als breit. Für die Schneeflocke brauchst du aber ein Quadrat, also ein Blatt mit vier gleich langen Seiten. Leg das Blatt hochkant vor dich. Falte die obere linke Ecke so nach unten, dass die obere Kante genau auf der rechten Kante liegt. Streich die Falte fest. Unten bleibt ein Streifen Papier übrig, der nicht doppelt liegt. Diesen Streifen schneidest du an der unteren Kante des gefalteten Teils gerade ab. Klapp das Papier danach nicht auf. Du hast jetzt ein großes Dreieck mit zwei Lagen. Aufgeklappt wäre es ein Quadrat, das etwa 21 mal 21 Zentimeter groß ist. Streich die Falte mit dem Daumennagel glatt, damit sie scharf ist.

Zeichnung in drei Schritten: Ein A4-Blatt wird schräg gefaltet, der Streifen unten wird abgeschnitten, übrig bleibt ein großes Dreieck
Schritt 1: Die obere Ecke wird schräg auf die rechte Kante gefaltet. Der Streifen unten wird an der roten Linie abgeschnitten. Übrig bleibt ein großes Dreieck mit zwei Lagen. Grafik: Kinder-Wiki

2. Das Dreieck halbieren

Leg das große Dreieck so vor dich, dass die lange Faltkante unten liegt und die Spitze nach oben zeigt. Falte es in der Mitte, so dass die linke Ecke genau auf der rechten Ecke liegt. Jetzt hast du ein kleineres Dreieck mit vier Lagen. Eine Ecke dieses Dreiecks ist ein rechter Winkel, so wie die Ecke eines Blatts Papier. Genau an dieser Ecke liegt die Mitte deines Quadrats. Diese Ecke wird später die Mitte deiner Schneeflocke. Merke sie dir gut, du kannst mit dem Bleistift einen kleinen Punkt daraufmachen.

Zeichnung: Ein großes Papierdreieck wird in der Mitte gefaltet, es entsteht ein kleines Dreieck mit rechtem Winkel und einem Punkt in der Mitte
Schritt 2: Die linke Ecke wird auf die rechte Ecke gelegt. So entsteht ein kleineres Dreieck. Die Ecke mit dem rechten Winkel und dem Punkt ist die Mitte der späteren Schneeflocke. Grafik: Kinder-Wiki

3. Das Dreieck dritteln

Jetzt kommt der schwierigste Schritt. Halte das Dreieck so, dass die Ecke mit dem Punkt unten liegt. Falte die rechte Seite so nach vorn, dass sie ein Drittel des Dreiecks bedeckt. Falte dann die linke Seite nach hinten, so dass sie genau hinter der rechten Seite liegt. Schieb die beiden Seiten so lange hin und her, bis alle drei Teile gleich breit sind und die Kanten genau übereinanderliegen. Erst dann streichst du die Falten fest. Unten an der Mitte entsteht eine schmale Spitze, und das Papier sieht aus wie eine spitze Tüte.

Zeichnung in drei Schritten: Das kleine Dreieck wird in drei Teile eingeteilt, rechts nach vorn und links nach hinten gefaltet, so entsteht eine spitze Tüte
Schritt 3: Das Dreieck wird in drei gleich breite Teile eingeteilt. Der rechte Teil wird nach vorn gefaltet, der linke Teil nach hinten. So entsteht eine spitze Tüte. Grafik: Kinder-Wiki

4. Die Tüte gerade abschneiden

Oben an der Tüte stehen jetzt zwei Zipfel aus Papier über, einer an jeder langen Kante. Zeichne mit dem Bleistift und dem Lineal eine gerade Linie quer über die Tüte. Sie verläuft von der Stelle, an der der eine Zipfel an der Kante beginnt, zu der Stelle, an der der andere Zipfel an der anderen Kante beginnt. Schneide an dieser Linie entlang ab. Danach liegen alle Lagen genau übereinander. Wenn du die Linie leicht schräg oder als Spitze zeichnest, bekommen die Arme deiner Schneeflocke spitze Enden.

Zeichnung: Eine gefaltete Papiertüte mit zwei Zipfeln oben, eine Schere schneidet sie an einer geraden Linie ab
Schritt 4: Die beiden Zipfel oben an der Tüte werden an der roten Linie gerade abgeschnitten. Danach liegen alle Lagen genau übereinander. Grafik: Kinder-Wiki

5. Das Muster aufzeichnen

Leg die gefaltete Tüte vor dich, mit der Spitze nach unten. Die Tüte hat zwei lange Kanten. An der einen Kante entsteht später die Mitte eines Arms. An der anderen Kante entsteht der Zwischenraum zwischen zwei Armen. Zeichne deshalb an der einen langen Kante einen breiten Streifen, der von unten bis oben reicht. Das ist dein Arm. Von diesem Streifen lässt du kleine Seitenäste schräg nach oben abgehen. An der anderen langen Kante zeichnest du große Kerben ein, die später weggeschnitten werden. Lass unten an der Spitze ein Stück Papier frei, dort hält deine Schneeflocke in der Mitte zusammen.

Auf eine gefaltete Papiertüte wird mit Bleistift ein Arm mit Seitenästen und Kerben gezeichnet
Schritt 5: Auf die Tüte wird ein Muster gezeichnet. An der einen Kante liegt der Arm mit Seitenästen, an der anderen Kante liegen große Kerben. Bild: Kinder-Wiki

6. Das Muster ausschneiden

Schneide alles weg, was nicht zu deinem Arm gehört. Schneide dabei langsam und drehe lieber das Papier als die Schere. Bei feinen Spitzen hilft es, einmal von der einen Seite und einmal von der anderen Seite bis zur Spitze zu schneiden, damit das Papier nicht ausfranst. Schneide nie quer durch die ganze Tüte von einer langen Kante bis zur anderen. Sonst fällt dieser Teil beim Auffalten ab.

Kinderhände schneiden Kerben aus einer gefalteten Papiertüte, Papierschnipsel liegen auf dem Tisch
Schritt 6: Mit der Schere werden die Kerben aus der gefalteten Tüte herausgeschnitten. Bild: Kinder-Wiki

7. Die Schneeflocke auffalten

Falte das Papier jetzt vorsichtig wieder auseinander, Falte für Falte. Zieh nicht an den feinen Ästen, denn sie reißen leicht. Wenn die Flocke ganz offen ist, leg sie zwischen zwei Blätter Papier und leg ein dickes Buch darauf. Nach einer Nacht ist sie glatt. Dann kannst du sie mit Klebestreifen ans Fenster kleben oder an einem Faden aufhängen.

Kinderhände falten eine Papierschneeflocke mit sechs Armen auf
Schritt 7: Die Schneeflocke wird vorsichtig aufgefaltet. Jetzt sind ihre sechs gleichen Arme zu sehen. Bild: Kinder-Wiki

Warum hat die Papierschneeflocke sechs Arme?

Die Papierschneeflocke hat sechs Arme, weil du das Papier in zwölf gleich schmale Stücke gefaltet hast und je zwei Stücke zusammen einen Arm bilden. Das liegt an den Winkeln, die beim Falten entstehen.

Ein Kreis hat 360 Grad

Die Mitte deiner Schneeflocke ist die Ecke mit dem Punkt. Einmal ganz um diese Mitte herum sind es 360 Grad. Ein Grad ist ein Maß dafür, wie weit zwei Linien auseinanderstehen. Wenn du ein Quadrat zum Dreieck faltest, liegt die Mitte an einer geraden Kante, und das sind 180 Grad. Halbierst du das Dreieck, wird die Ecke an der Mitte zum rechten Winkel mit 90 Grad. Faltest du diesen rechten Winkel in drei gleiche Teile, ist jeder Teil 30 Grad breit. In deiner Tüte liegen deshalb zwölf Lagen, und jede Lage ist ein schmales Stück mit 30 Grad. Zwölf mal 30 Grad sind 360 Grad, also der ganze Kreis.

Jede Falte ist ein Spiegel

Jede Falte wirkt wie ein Spiegel. Was du auf der einen Seite einer Falte ausschneidest, erscheint beim Auffalten spiegelverkehrt auf der anderen Seite. Den Arm hast du an eine lange Kante der Tüte gezeichnet. Beim Auffalten wird er an dieser Falte gespiegelt, und so entsteht ein ganzer Arm mit Seitenästen auf beiden Seiten. Ein ganzer Arm ist deshalb zwei Lagen breit, das sind 60 Grad. In 360 Grad passen sechs solche Arme. Deshalb hat deine Flocke genau sechs Arme, und alle sind gleich.

Warum entstehen bei anderen Anleitungen acht Arme?

Viele Bastelanleitungen falten das Quadrat zum Dreieck und dann noch zweimal in der Mitte. So entsteht an der Mitte ein Stück mit 45 Grad, und in der Tüte liegen acht Lagen. Beim Auffalten bekommt die Flocke dann vier oder acht Arme. Solche Schneeflocken sind hübsch, in der Natur kommen sie aber nicht vor. Echte Schneekristalle haben immer sechs Arme.

Warum haben echte Schneeflocken sechs Arme?

Echte Schneeflocken haben sechs Arme, weil sich die winzigen Wasserteilchen im Eis immer in Sechsecken aneinanderlegen. Diese Ordnung bestimmt, dass ein Eiskristall zuerst als kleines Sechseck entsteht. An seinen sechs Ecken wachsen später die sechs Arme. Alle sechs Arme wachsen in derselben Wolke bei derselben Kälte und Feuchtigkeit. Deshalb sehen sie fast gleich aus. Wie das genau passiert und welche Formen es gibt, erfährst du im Artikel Schneeflocken.

Wie wird die Papierschneeflocke einer echten ähnlich?

Die Papierschneeflocke wird einer echten ähnlich, wenn du die Merkmale nachschneidest, die Forscher an echten Schneekristallen sehen. Kenneth Libbrecht nennt dafür drei Merkmale.

  • Seitenäste im richtigen Winkel: Bei echten Schneesternen zweigen die Seitenäste immer im Winkel von 60 Grad vom Arm ab. Sie zeigen schräg nach außen, nie rechtwinklig zur Seite. Zeichne die Seitenäste deshalb schräg nach außen, zur breiten oberen Kante der Tüte hin.
  • Ein Sechseck in der Mitte: Viele echte Schneesterne haben in der Mitte eine kleine sechseckige Platte, manchmal sogar zwei ineinander. Wenn du unten an der Spitze ein kleines Stück gerade abschneidest, und zwar im rechten Winkel zu der Kante mit dem Arm, entsteht beim Auffalten ein kleines Sechseck als Loch in der Mitte.
  • Eine Mittellinie auf jedem Arm: Echte Arme haben oft eine feine Linie in der Mitte, die von innen nach außen läuft. Bei deiner Flocke ist das die Falte. Wenn du die Falten nach dem Auffalten nicht ganz glatt streichst, sieht man sie als feine Linie.

Echte Schneesterne haben außerdem an allen sechs Armen fast dasselbe Muster, aber nie ganz genau dasselbe. Deine Papierflocke ist an allen sechs Armen genau gleich, weil du alle Lagen mit einem einzigen Schnitt geschnitten hast.

Was tun, wenn die Schneeflocke nicht klappt?

Wenn die Schneeflocke nicht klappt, liegt es meist an der Faltung, am Papier oder an einem Schnitt, der zu weit geht. Die folgende Übersicht hilft dir, den Grund zu finden.

ProblemGrundLösung
Die Flocke hat acht oder vier Arme.Das Papier wurde nur in Hälften gefaltet und nicht gedrittelt.Falte das Dreieck nach dem Halbieren in drei gleiche Teile.
Die Arme sind unterschiedlich groß.Die drei Teile beim Dritteln waren nicht gleich breit.Schieb die Seiten vor dem Festfalten hin und her, bis alle Kanten übereinanderliegen.
Die Flocke zerfällt beim Auffalten in Stücke.Ein Schnitt ging quer durch die ganze Tüte.Lass zwischen den Kerben immer einen Streifen Papier stehen.
In der Mitte ist ein großes Loch.Von der Spitze der Tüte wurde zu viel abgeschnitten.Schneide an der Spitze höchstens ein kleines Stück ab.
Die Schere schneidet nicht durch.Das Papier ist zu dick.Nimm dünnes Kopierpapier oder Butterbrotpapier.
Die Zacken sind ausgefranst.Die Schere ist stumpf, oder du hast in einem Zug geschnitten.Nimm eine scharfe Schere und schneide feine Spitzen von beiden Seiten.
Die Flocke bleibt wellig.Die Falten sind noch im Papier.Leg die Flocke über Nacht unter ein dickes Buch.

Zum Weiterdenken

Du hast eine Schneeflocke mit sechs Armen gefaltet. Wie müsstest du das Papier falten, damit eine Flocke mit zwölf Armen entsteht? In der Natur gibt es tatsächlich manchmal Schneeflocken mit zwölf Armen. Was glaubst du, wie sie entstehen, wenn ein Eiskristall doch immer nur sechs Ecken hat?

Jetzt selbst ausprobieren

Wenn es schneit, kannst du deine Papierflocke mit echten Schneeflocken vergleichen. Welche Formen Schneeflocken haben und warum die Kälte in der Wolke ihre Form bestimmt, erfährst du im Artikel Schneeflocken.

Quellen: Kenneth Libbrecht, SnowCrystals.com: Cutting Paper Snowflakes, Deutscher Wetterdienst: Wie entstehen Schneekristalle?, OMSI, Oregon Museum of Science and Industry: Snow Educator Guide (PDF), WDR, Die Seite mit dem Elefanten: Papier-Schneeflocke, Kiwole: Schneeflocken basteln und Vorlagenplatz: Schneeflocke Vorlage

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