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Martinsbrezel backen: Rezept mit Hefeteig für Sankt Martin

Sechs goldbraune Martinsbrezeln aus Hefeteig mit Hagelzucker auf einem Teller

Die kurze Antwort

Eine Martinsbrezel ist eine süße Brezel aus Hefeteig, die Kinder rund um den Martinstag am 11. November nach dem Laternenumzug geschenkt bekommen oder selbst backen. Für unser Rezept knetest du einen süßen Hefeteig und lässt ihn aufgehen. Dann rollst du acht lange Stränge, schlingst sie zu Brezeln, bestreichst sie mit Eigelb und streust Hagelzucker darüber. Nach etwa 15 bis 20 Minuten im Ofen sind die Martinsbrezeln goldbraun.

Die Martinsbrezel ist ein Gebildbrot. So nennt man Gebäck, das eine bestimmte Form hat. In Oberfranken und in der Pfalz bekommen viele Kinder nach dem Martinsumzug eine Martinsbrezel. Eine Brezel kann man gut in zwei Hälften brechen und teilen, so wie Sankt Martin seinen Mantel geteilt hat. Mit diesem Rezept backst du acht Martinsbrezeln, die jeweils etwa so groß sind wie zwei Kinderhände. Du brauchst dafür etwa zwei Stunden, denn der Hefeteig muss zweimal ruhen.

Sechs goldbraune Martinsbrezeln aus Hefeteig mit Hagelzucker auf einem Teller
So sehen deine fertigen Martinsbrezeln aus. Sie sind goldbraun, glänzen und sind mit Hagelzucker bestreut. Bild: Kinder-Wiki

Nur gemeinsam mit einem Erwachsenen

Der Backofen und das Blech werden sehr heiß. Das Vorheizen, das Einschieben und das Herausholen des Blechs übernimmt jemand, der dir hilft, zum Beispiel deine Mama, dein Opa oder deine große Schwester. Wasch dir vor dem Backen die Hände. Im Teig stecken Weizenmehl, Milch, Butter und Ei. Wenn jemand diese Lebensmittel nicht verträgt, sprecht vorher darüber, wer die Brezeln bekommen soll.

Deine Zutatenliste

Menge: 8 Martinsbrezeln, jede etwa 14 Zentimeter breitZeit: etwa 2 Stunden mit RuhezeitBackzeit: 15 bis 20 Minuten
Zutaten für Martinsbrezeln: Mehl, Hefe, Milch, Zucker, Vanillezucker, Butter, Ei, Hagelzucker, Pinsel und Lineal
Alles bereit liegen Mehl, Hefe, Milch, Zucker, Vanillezucker, Butter, Ei, Hagelzucker, Pinsel und Lineal. Bild: Kinder-Wiki

Das brauchst du außerdem

  • 1 große Schüssel, 1 kleiner Topf und 1 Küchentuch
  • 1 Backpinsel und 1 Lineal oder Maßband
  • 2 Backbleche mit Backpapier und 1 Kuchengitter

So geht’s

1. Den Vorteig ansetzen

Gib das Mehl in die große Schüssel und drück mit der Faust eine Mulde in die Mitte. Wer dir hilft, macht die Milch im Topf lauwarm. Lauwarm bedeutet etwa so warm wie dein Körper, also um die 37 Grad. Wenn du einen Finger hineinhältst, fühlt sich die Milch weder warm noch kalt an. Bröckle die Hefe in die Milch, gib einen Teelöffel von dem Zucker dazu und rühre, bis sich die Hefe aufgelöst hat. Gieß die Hefemilch in die Mulde, streu etwas Mehl vom Rand darüber und deck die Schüssel mit dem Tuch zu. Lass sie 20 Minuten an einem warmen Ort stehen. Wenn sich kleine Bläschen zeigen, arbeitet die Hefe.

Vorteig für Martinsbrezeln: Hefemilch mit Bläschen in einer Mulde im Mehl
Schritt 1: Die Hefemilch steht in der Mulde im Mehl. Auf der Oberfläche bilden sich kleine Bläschen. Bild: Kinder-Wiki

2. Den Teig kneten

Gib den restlichen Zucker, den Vanillezucker, die weiche Butter, das Ei und das Salz in die Schüssel. Knete alles mit den Händen oder mit den Knethaken des Rührgeräts zu einem Teig. Knete etwa fünf Minuten lang, bis der Teig glatt ist und nicht mehr an den Fingern klebt. Wenn ihr ein Rührgerät benutzt, halte deine Finger von den Knethaken fern, solange es läuft.

Kinderhände kneten einen glatten Hefeteig in einer Schüssel
Schritt 2: Der Teig wird mit den Händen geknetet, bis er glatt und weich ist. Bild: Kinder-Wiki

3. Den Teig gehen lassen

Forme den Teig zu einer Kugel, leg ihn zurück in die Schüssel und deck ihn wieder mit dem Tuch zu. Stell die Schüssel an einen warmen Ort ohne Zugluft, zum Beispiel in die Nähe der Heizung. Nach 45 bis 60 Minuten ist der Teig deutlich größer geworden. Dann ist er fertig.

Hefeteig vor und nach dem Gehen in zwei gleichen Schüsseln
Schritt 3: Links der Teig am Anfang, rechts nach einer Stunde. Er ist viel größer geworden. Bild: Kinder-Wiki

4. Lange Stränge rollen

Knete den Teig kurz durch und teile ihn in acht gleich große Stücke. Am gerechtesten geht das, wenn du den Teig zuerst halbierst, dann jede Hälfte noch einmal halbierst und jedes Viertel noch einmal. Forme aus jedem Stück eine Kugel. Roll jede Kugel auf der bemehlten Arbeitsfläche mit beiden Handflächen zu einem langen Strang. Fang in der Mitte an und schieb die Hände beim Rollen langsam nach außen. Jeder Strang soll etwa 45 Zentimeter lang werden. In der Mitte bleibt er dicker, zu den Enden hin wird er dünner. Aus dem dicken Teil wird später der Bauch der Brezel, aus den dünnen Enden werden die Arme.

Kinderhände rollen einen langen Teigstrang neben einem Lineal
Schritt 4: Ein langer Teigstrang liegt neben einem Lineal. In der Mitte ist er dick, zu den Enden hin dünn. Bild: Kinder-Wiki

5. Die Brezeln schlingen

Leg einen Strang wie ein großes U vor dich hin, die Rundung zeigt von dir weg. Nimm die beiden Enden in die Hände, heb sie hoch und schlinge sie in der Mitte zweimal umeinander. Klapp die Enden dann nach oben und drück sie links und rechts fest auf den dicken Bauch der Brezel. So formst du alle acht Brezeln. Leg sie mit etwas Abstand auf die Bleche mit Backpapier, denn sie gehen noch einmal auf. Deck sie zu und lass sie 15 Minuten ruhen. Wer dir hilft, heizt in der Zeit den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor, bei Umluft auf 160 Grad.

Brezel formen in drei Schritten: Teigstrang als U, Enden zweimal verschlungen, fertige Brezel
Schritt 5: Aus dem U wird eine Brezel. Die Enden werden zweimal umeinandergeschlungen und auf den Bauch gedrückt. Bild: Kinder-Wiki

6. Bestreichen und backen

Verquirle das Eigelb mit der Milch und bestreich die Brezeln mit dem Pinsel. Streu den Hagelzucker darüber. Wer dir hilft, schiebt das Blech in die Mitte des Ofens. Back die Brezeln 15 bis 20 Minuten, bis sie goldbraun sind. Schau ab der 15. Minute durch die Ofentür, denn der Hagelzucker wird schnell zu dunkel. Wer dir hilft, holt das heiße Blech heraus. Lass die Brezeln auf dem Kuchengitter abkühlen. Danach backst du das zweite Blech genauso.

Gebackene Martinsbrezeln mit Hagelzucker auf einem Kuchengitter
Schritt 6: Die goldbraunen Martinsbrezeln mit Hagelzucker kühlen auf einem Kuchengitter ab. Bild: Kinder-Wiki

Tipp: Zimt und Zucker

Statt Hagelzucker kannst du die Brezeln auch mit Zimt und Zucker verzieren. Dann bestreichst du sie vor dem Backen nur mit Eigelb. Mische 75 g Zucker mit 1 Esslöffel Zimt. Wer dir hilft, schmilzt 4 Esslöffel Butter. Bestreich die noch warmen Brezeln direkt nach dem Backen mit der Butter und streu die Zimt-Zucker-Mischung darüber.

Warum geht der Hefeteig auf?

Der Hefeteig geht auf, weil die Hefe im warmen Teig Zucker abbaut und dabei ein Gas bildet, das den Teig aufbläht.

Hefe besteht aus winzigen Pilzen. Einen einzelnen Hefepilz sieht man nur unter dem Mikroskop. Hefepilze leben und vermehren sich, wenn sie Wärme, Feuchtigkeit und Nahrung haben. Ihre Nahrung ist der Zucker im Teig. Wenn die Hefe den Zucker abbaut, entsteht das Gas Kohlenstoffdioxid. Es bildet viele kleine Bläschen im Teig. Durch das Kneten ist der Teig zäh und dehnbar geworden. Deshalb können die Bläschen nicht entweichen, und der Teig wird immer größer. Beim Backen wird der Teig um die Bläschen herum fest. So bleibt die Brezel innen locker und weich.

Am besten arbeitet die Hefe bei etwa 32 Grad. Ist es kalt, arbeitet sie kaum, und der Teig geht nur langsam auf. Ist die Milch zu heiß, stirbt die Hefe. Schon über 40 Grad kann das passieren. Deshalb soll die Milch nur lauwarm sein.

Warum glänzt die Martinsbrezel?

Die Martinsbrezel glänzt, weil du sie vor dem Backen mit Eigelb und Milch bestrichen hast.

Das Eigelb legt sich wie eine dünne Schicht auf den Teig. Im heißen Ofen wird diese Schicht fest, goldbraun und glänzend. Ohne Eigelb würde die Brezel blasser und matt aussehen. Außerdem klebt der Hagelzucker am feuchten Eigelb fest und fällt nach dem Backen nicht ab. Hagelzucker besteht aus groben, weißen Zuckerkörnern. Sie schmelzen im Ofen nicht, sondern bleiben als knusprige Körner auf der Brezel.

Warum gibt es an Sankt Martin Brezeln?

Brezeln gibt es an Sankt Martin, weil man früher am Martinstag süßes Gebäck aus weißem Mehl an Arme und Kranke verteilte und weil man eine Brezel gut teilen kann.

Weißes Mehl aus feinem Weizen war früher teuer. Man verwendete es nur zu besonderen Festen und formte daraus besondere Gebäckstücke wie Brezeln. Am Martinstag bekamen arme Menschen und Kranke in den Spitälern solches Gebäck geschenkt. Dafür sollten sie für die Verstorbenen der Familie beten. Später bekamen die Kinder Martinsbrezeln, wenn sie am Martinsabend mit Laternen von Haus zu Haus zogen und Lieder sangen.

Woher die Form der Brezel kommt, weiß man nicht sicher. Das Wort Brezel könnte vom lateinischen Wort brachiolum (ausgesprochen „bra-CHI-o-lum“) kommen. Es bedeutet „Ärmchen“. Manche Fachleute glauben, die Brezel zeige die verschränkten Arme eines Mönchs beim Beten. Es gibt aber auch andere Erklärungen.

Was tun, wenn die Martinsbrezeln nicht klappen?

  • Wenn der Teig nach einer Stunde nicht größer geworden ist, war es zu kalt oder die Milch zu heiß. Stell die Schüssel in den ausgeschalteten Backofen, den jemand vorher ganz kurz angewärmt hat, und warte noch 30 Minuten.
  • Wenn der Teig an den Fingern klebt, knete ihn noch ein paar Minuten länger. Erst wenn er dann noch klebt, gibst du einen Esslöffel Mehl dazu.
  • Wenn der Strang beim Rollen immer wieder kürzer wird, lass ihn fünf Minuten ruhen. Danach lässt sich der Teig leichter dehnen.
  • Wenn die Enden sich beim Backen vom Bauch lösen, hast du sie nicht fest genug angedrückt. Streich beim nächsten Mal etwas Eigelb unter die Enden, dann kleben sie besser.
  • Wenn die Brezeln beim Backen ihre Löcher verlieren, war der Strang zu dick. Roll ihn beim nächsten Mal länger und dünner.
  • Wenn der Hagelzucker zu dunkel wird, nimm das Blech früher heraus. Beim zweiten Blech streust du etwas weniger Hagelzucker auf.

Zum Weiterdenken

Eine Brezel hat drei Löcher und lässt sich in der Mitte in zwei Hälften brechen. Mit wem würdest du deine Martinsbrezel teilen? Und warum ist eine Brezel zum Teilen besser geeignet als ein Brötchen?

Jetzt selbst ausprobieren

Mit deinen Martinsbrezeln bist du für den Laternenumzug bereit. Seit wann es Martinsumzüge gibt und warum die Kinder dabei singen, erfährst du im Beitrag Martinsumzug.

Rezept eigenständig formuliert nach kidsrezepte.de: Martinsbrezel und Hoffentlich schmeckt’s: Martinsbrezel. Weitere Quellen: Genussregion Oberfranken: Martinsbrezel, TU Braunschweig: Mikroorganismen und Enzyme, EDEKA: Hefeteig geht nicht auf

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