Ein Plumpudding ist ein englischer Weihnachtspudding aus Trockenfrüchten, Butter, Zucker, Eiern, Mehl, Brotkrumen und Gewürzen. Man kocht ihn in einer geschlossenen Form mehrere Stunden im Wasserbad. Ein Wasserbad ist ein großer Topf mit leise kochendem Wasser, in dem die Form steht. In England heißt er heute meistens Christmas Pudding. Unser Rezept ist ohne Alkohol, deshalb können auch Kinder ihn essen. Statt Brandy kommen Orangensaft und Apfelsaft hinein.

Nur gemeinsam mit einem Erwachsenen
Der Pudding kocht etwa drei Stunden in einem großen Topf mit heißem Wasser. Das Einsetzen und Herausheben der Form, das Nachfüllen von Wasser und das Stürzen übernimmt immer ein Erwachsener. Der Topf, die Form und der Dampf sind sehr heiß. Lass den Herd nie allein. Das Rezept enthält Nüsse, Eier, Weizen und Milch. Achte auf die Allergenhinweise der Zutaten.
Deine Zutatenliste

Das brauchst du außerdem
- Puddingform mit Deckel, 1,5 Liter Inhalt (auch Wasserbadform genannt)
- großer Topf mit Deckel, in den die Puddingform mit etwas Platz hineinpasst
- eine kleine Untertasse oder ein Untersetzer aus Metall für den Topfboden
- Küchenwaage, Messer und Schneidebrett
- Reibe für die Orangenschale und Zitronenpresse
- 2 große Schüsseln und ein Handrührgerät
- Holzlöffel und Esslöffel
- Backpapier, Schere und ein Stift
- Topflappen oder Ofenhandschuhe
- ein großer Teller zum Stürzen
So geht’s
1. Die Früchte einweichen
Schneide die Aprikosen mit einem Messer in kleine Stücke, ungefähr so groß wie eine Rosine. Ein Erwachsener schält den Apfel, entfernt das Kerngehäuse und schneidet ihn in kleine Würfel. Reibe die Schale der Orange fein ab und lege sie zur Seite. Dann presst du den Saft der Orange aus. Gib Rosinen, Sultaninen, Aprikosen und Apfel in eine große Schüssel. Gieße den Orangensaft und den Apfelsaft darüber und rühre gut um. Lass alles mindestens eine Stunde stehen. Wenn du Zeit hast, kannst du die Früchte auch über Nacht zugedeckt in den Kühlschrank stellen.

2. Die Form vorbereiten
Bestreiche die Puddingform und die Innenseite des Deckels überall dünn mit weicher Butter. Stelle die Form auf ein Stück Backpapier, zeichne den Boden nach und schneide den Kreis aus. Lege ihn auf den Boden der Form. So bleibt der Pudding später nicht hängen. Ein Erwachsener legt die Untertasse umgedreht in den großen Topf und stellt die leere Form darauf. Dann gießt er so viel Wasser in den Topf, dass es bis zur Hälfte der Form reicht. Nimm die Form wieder heraus. Jetzt weißt du, wie viel Wasser du brauchst.

3. Butter und Zucker schaumig rühren
Zerreibe das Weißbrot mit den Fingern zu feinen Krümeln. Hacke die Mandeln mit einem Messer grob. Gib die weiche Butter, den braunen Zucker und die Orangenschale in die zweite Schüssel. Rühre alles mit dem Handrührgerät, bis die Masse hell und cremig ist. Gib dann die Eier einzeln dazu und rühre nach jedem Ei kurz weiter.

4. Umrühren und etwas wünschen
Mische Mehl, Backpulver und Gewürz und gib es zur Butter-Masse. Dazu kommen die Brotkrumen, die Mandeln und die eingeweichten Früchte mit dem Saft. Rühre alles mit dem Holzlöffel gut durch, bis keine Mehlnester mehr zu sehen sind. Der Teig ist dick und schwer. In England darf jeder in der Familie einmal umrühren und sich dabei heimlich etwas wünschen. Alle, die mitkochen, zum Beispiel deine Freundin, dein Bruder oder dein Papa, dürfen auch einmal rühren.

5. Den Teig in die Form füllen
Ein Erwachsener bringt jetzt das Wasser im großen Topf zum Kochen. Fülle in der Zeit den Teig in die Form und drücke ihn mit der Rückseite eines Löffels fest und glatt. Die Form darf nur zu etwa drei Vierteln voll sein, denn der Pudding geht beim Kochen etwas auf. Verschließe die Form fest mit dem Deckel.

6. Im Wasserbad kochen
Ein Erwachsener stellt die geschlossene Form mit Topflappen auf die Untertasse im kochenden Wasser. Das Wasser soll bis zur Hälfte der Form reichen. Dann kommt der Deckel auf den Topf. Stelle die Hitze so ein, dass das Wasser nur leise blubbert. Der Pudding kocht jetzt etwa drei Stunden. Ungefähr jede halbe Stunde schaut ein Erwachsener nach, ob noch genug Wasser im Topf ist, und gießt heißes Wasser aus dem Wasserkocher nach.

7. Stürzen und servieren
Ein Erwachsener hebt die Form mit Ofenhandschuhen aus dem Topf und lässt sie zehn Minuten stehen. Dann öffnet er den Deckel, fährt mit einem Messer am Rand entlang und legt einen großen Teller auf die Form. Er dreht Teller und Form zusammen schnell um und hebt die Form ab. Ziehe das Backpapier oben vom Pudding ab. Wenn du magst, steckst du einen kleinen Zweig Stechpalme obendrauf. Schneide den Pudding in Stücke und gieße warme Vanillesoße darüber.

Tipp: Aufbewahren und aufwärmen
Ein Plumpudding ohne Alkohol hält nicht monatelang wie ein englischer Pudding mit Brandy. Lass ihn ganz abkühlen, wickle ihn gut ein und bewahre ihn im Kühlschrank auf. Esst ihn innerhalb von einer Woche. Du kannst ihn auch einfrieren. Zum Aufwärmen stellst du ihn in der geschlossenen Form etwa eine Stunde ins Wasserbad. Einzelne Stücke kann ein Erwachsener auch kurz in der Mikrowelle erwärmen. Die Stechpalme ist giftig und nur zum Schmuck da. Nimm sie vor dem Essen ab.
Warum kocht man den Pudding im Wasserbad und nicht im Backofen?
Im Wasserbad wird der Pudding gleichmäßig und feucht gegart. Kochendes Wasser wird nie heißer als 100 Grad. Deshalb kann der Pudding nicht anbrennen und keine harte Kruste bekommen. Der Dampf im geschlossenen Topf hält ihn saftig. Im Backofen würde der schwere, feuchte Teig außen schon dunkel werden, während er innen noch roh ist.
Früher hatten viele Familien in England auch gar keinen Backofen. Sie kochten den Pudding in einem Tuch in einem großen Kessel über dem Feuer. Heute nimmt man meistens eine Schüssel oder eine Puddingform mit Deckel.
Warum darf das Wasser nur bis zur Hälfte der Form reichen?
Das Wasser darf nur bis zur Hälfte der Form reichen, damit kein Wasser in den Pudding läuft. Wenn das Wasser höher steht, kann es beim Blubbern am Deckel vorbei in die Form kommen. Dann wird der Pudding matschig. Steht das Wasser zu niedrig, kocht der Topf zu schnell leer und der Pudding wird oben nicht gar. Auch Dr. Oetker schreibt in seinem Rezept, dass die Form nur bis zur Hälfte im Wasser stehen soll.
Warum wird der Pudding so dunkel?
Der Pudding wird dunkel, weil brauner Zucker, Rosinen und Gewürze ihn färben und weil er so lange kocht. Bei der langen Hitze reagieren der Zucker und das Eiweiß im Teig miteinander. Dabei entstehen braune Stoffe, die nach Karamell schmecken. Je länger ein Plumpudding kocht, desto dunkler wird er. Englische Puddings kochen oft acht Stunden. Unser Pudding kocht kürzer und bleibt deshalb etwas heller.
Warum ist kein Alkohol in unserem Pudding?
In unserem Pudding ist kein Alkohol, damit auch Kinder ihn essen dürfen. In England gibt man meistens Brandy, Rum oder dunkles Bier in den Teig. Der Alkohol gibt Geschmack und hilft, den Pudding lange haltbar zu machen. Beim Kochen verfliegt nur ein Teil des Alkohols. Deshalb ist ein englischer Pudding mit Brandy nichts für Kinder. Orangensaft und Apfelsaft machen unseren Pudding genauso saftig und fruchtig.
Aus demselben Grund zünden wir unseren Pudding nicht an. In England gießt ein Erwachsener vor dem Servieren warmen Brandy über den Pudding und zündet ihn an. Das geht nur mit starkem Alkohol und ist gefährlich.
Warum steckt keine Münze in unserem Pudding?
In unserem Pudding steckt keine Münze, weil man sich daran verschlucken kann. In England versteckt man oft eine kleine Silbermünze im Pudding. Wer sie findet, soll im nächsten Jahr Glück haben. Moderne Münzen aus Kupfer und Nickel können den Teig außerdem grün färben und ihm einen schlechten Geschmack geben. Wenn ihr den Brauch trotzdem ausprobieren wollt, legt ein Erwachsener eine gut in Alufolie gewickelte Münze erst nach dem Kochen unter ein Stück und sagt allen vorher Bescheid.
Was tun, wenn der Pudding nicht klappt?
Die meisten Fehler kann man beim nächsten Mal leicht vermeiden.
| Was passiert ist | Woran es liegt | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Der Pudding ist innen noch weich und klebrig. | Er hat zu kurz gekocht oder das Wasser hat nicht geblubbert. | Die Form wieder schließen und noch 30 bis 60 Minuten im Wasserbad kochen. |
| Der Pudding ist nass und matschig. | Wasser ist in die Form gelaufen. | Beim nächsten Mal weniger Wasser in den Topf geben und den Deckel fest schließen. |
| Der Pudding bleibt in der Form hängen. | Die Form war nicht überall eingefettet. | Mit einem Messer vorsichtig am Rand lösen und noch einmal stürzen. Zerbrochene Stücke schmecken genauso gut. |
| Der Pudding ist sehr hell. | Er hat nur kurz gekocht oder der Zucker war hell. | Dunklen braunen Zucker nehmen und den Pudding länger kochen. |
| Der Topf ist fast leer gekocht. | Das Wasser ist verdampft. | Sofort heißes Wasser nachgießen und öfter nachsehen. |
Zum Weiterdenken
Der Plumpudding braucht viele Stunden, bis er fertig ist. Früher kochten die Familien ihn sogar Wochen vor Weihnachten. Überlege, welche Gerichte bei dir zu Hause zu Weihnachten gehören und ob es dabei auch Rezepte gibt, die man lange vorher machen muss.
Jetzt selbst ausprobieren
Rühre deinen Plumpudding am Stir-up Sunday an, das ist im Jahr 2026 der 22. November. Dann kannst du dir beim Umrühren etwas wünschen, so wie viele Familien in England. Woher der Plumpudding kommt, warum er keine Pflaumen enthält und welche Legenden es über ihn gibt, erfährst du in unserem Artikel Plumpudding: Woher kommt der englische Weihnachtspudding?
Rezept eigenständig formuliert nach Mary Berry: Christmas pudding, abgedruckt in The Scotsman, Delia Smith: A Traditional Christmas Pudding und Dr. Oetker: Plumpudding. Weitere Quellen: Royal Museums Greenwich: The proof of the pudding, The Conversation: How the Christmas pudding became an iconic British food, Royal Mint: Stir up a new tradition, Phys.org: The chemistry of a Christmas pudding, Waitrose: Stir-up Sunday

