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Tió basteln: Den katalanischen Weihnachtsklotz selber bauen

Er steht schräg auf zwei Beinen, hat ein gemaltes Gesicht mit roter Nase, eine rote Mütze und eine karierte Decke über dem Rücken

Die kurze Antwort

Einen Tió (ausgesprochen „ti-O“) bastelst du aus einem trockenen Holzscheit, zwei Holzstäben als Beinen, Acrylfarbe und rotem Filz. Ein Erwachsener bohrt vorne unten zwei schräge Löcher, in die du die Beine mit Holzleim steckst. Auf die runde Schnittfläche malst du ein Gesicht mit Augen und lachendem Mund und klebst eine rote Korken-Nase auf. Aus Filz nähst oder klebst du die rote Mütze. Zum Schluss deckst du den Tió mit einer kleinen Decke zu.

Der Tió de Nadal (ausgesprochen „ti-O de na-DAL“) ist ein Holzklotz mit Gesicht, Beinen und roter Mütze, der in Katalonien im Nordosten Spaniens zur Weihnachtszeit in vielen Familien wohnt. Die Kinder füttern ihn im Advent, und an Heiligabend bringt er ihnen Süßigkeiten. Viele Familien kaufen ihn fertig auf dem Weihnachtsmarkt. Du kannst ihn aber auch selbst aus einem Stück Brennholz bauen. Deiner wird etwa 30 Zentimeter lang.

Er steht schräg auf zwei Beinen, hat ein gemaltes Gesicht mit roter Nase, eine rote Mütze und eine karierte Decke über dem Rücken
So sieht dein fertiger Tió aus. Er steht schräg auf zwei Beinen, hat ein gemaltes Gesicht mit roter Nase, eine rote Mütze und eine karierte Decke über dem Rücken. Bild: Kinder-Wiki

Vor dem Start

Für den Tió brauchst du etwa zwei Stunden. Dazu kommt eine Nacht, in der Leim und Farbe trocknen. Das Bohren der Löcher übernimmt ein Erwachsener, zum Beispiel deine Mama, dein Opa oder deine große Schwester. Dabei tragen alle, die in der Nähe sind, eine Schutzbrille. Beim Schleifen und Anmalen arbeitest du am besten draußen oder auf einer alten Zeitung, denn es gibt Holzstaub und Farbflecken.

Was brauchst du für einen Tió?

Ergebnis: 1 Tió, etwa 30 Zentimeter lang · Zeit: etwa 2 Stunden Arbeit und 1 Nacht Trockenzeit

Die Körnung gibt an, wie grob ein Schleifpapier ist. Je kleiner die Zahl, desto gröber die Körner. Mit Körnung 120 wird Holz glatt, ohne dass du zu viel abschleifst. Holzleim ist ein weißer Kleber für Holz, der beim Trocknen durchsichtig und sehr fest wird.

Ein Holzscheit mit Rinde, einen Rundholzstab, Schleifpapier, Holzleim, Acrylfarben, Pinsel, einen Korken, roten Filz, eine Schere und eine kleine Decke
Das brauchst du, ein Holzscheit mit Rinde, einen Rundholzstab, Schleifpapier, Holzleim, Acrylfarben, Pinsel, einen Korken, roten Filz, eine Schere und eine kleine Decke. Bild: Kinder-Wiki

Wie bastelt man einen Tió?

1. Das richtige Holzscheit aussuchen

Such dir ein Holzscheit aus, das rund ist und noch seine Rinde hat. Es muss gut getrocknet sein. Trockenes Holz ist leicht, klingt hell, wenn man zwei Stücke aneinanderschlägt, und hat an den Enden feine Risse. Feuchtes Holz ist schwer und fühlt sich kühl an. Eine Seite des Scheits wird das Gesicht. Nimm dafür das Ende, dessen Schnittfläche glatter und gerader ist. Die Schnittfläche ist die runde Fläche, an der der Baumstamm durchgesägt wurde. Dort siehst du die Jahresringe.

Ein rundes Holzscheit mit Rinde liegt auf dem Tisch, an der glatten Schnittfläche sind die Jahresringe zu sehen
Schritt 1: Ein rundes Holzscheit mit Rinde liegt auf dem Tisch, an der glatten Schnittfläche sind die Jahresringe zu sehen. Bild: Kinder-Wiki

2. Das Gesicht glatt schleifen

Wickle das Schleifpapier um einen kleinen Holzklotz oder halte es flach in der Hand. Schleif die Schnittfläche mit kreisenden Bewegungen, bis sie sich glatt anfühlt und keine Splitter mehr absteht. Schleif auch den Rand der Fläche ein wenig rund. Den Holzstaub wischst du danach mit einem trockenen Tuch ab. Auf glattem Holz lässt sich das Gesicht später viel leichter malen.

Die Schnittfläche des Scheits wird mit Schleifpapier glatt geschliffen, daneben liegt etwas Holzstaub
Schritt 2: Die Schnittfläche des Scheits wird mit Schleifpapier glatt geschliffen, daneben liegt etwas Holzstaub. Bild: Kinder-Wiki

3. Die Beine zusägen und die Löcher bohren

Der Erwachsene sägt den Rundholzstab in zwei Stücke von je 10 Zentimetern. Das sind die Beine. Dann legt er das Scheit so hin, dass das Gesicht nach vorne zeigt. Etwa 5 Zentimeter hinter dem Gesicht markierst du mit dem Bleistift unten zwei Punkte. Sie liegen nebeneinander und etwa 5 Zentimeter auseinander. An diesen Punkten bohrt der Erwachsene zwei Löcher, etwa 3 Zentimeter tief. Er bohrt dabei schräg nach hinten, nicht gerade nach oben. So stehen die Beine später schräg nach vorne, und der Tió hebt den Kopf.

Unter dem Scheit sind zwei schräge Löcher gebohrt, daneben liegen die zwei zugesägten Beine aus Rundholz
Schritt 3: Unter dem Scheit sind zwei schräge Löcher gebohrt, daneben liegen die zwei zugesägten Beine aus Rundholz. Bild: Kinder-Wiki

4. Die Beine einleimen

Gib in jedes Loch einen dicken Tropfen Holzleim. Bestreich auch das Ende jedes Beins mit etwas Leim. Steck die Beine mit einer leichten Drehung bis zum Boden in die Löcher. Quillt Leim heraus, wischst du ihn sofort mit einem feuchten Tuch weg. Stell den Tió jetzt auf die Beine und das hintere Ende. Er steht schräg, und das Gesicht schaut ein wenig nach oben. Lass ihn so stehen, bis der Leim getrocknet ist.

Der Tió steht schräg auf seinen zwei eingeleimten Beinen und dem hinteren Ende, das Gesicht zeigt nach oben
Schritt 4: Der Tió steht schräg auf seinen zwei eingeleimten Beinen und dem hinteren Ende, das Gesicht zeigt nach oben. Bild: Kinder-Wiki

5. Das Gesicht malen

Mal mit dem mittleren Pinsel zwei große weiße Kreise als Augen auf die Schnittfläche. Wenn sie trocken sind, setzt du mit Schwarz in jeden Kreis einen Punkt als Pupille. Mit dem feinen Pinsel malst du darunter einen großen, lachenden Mund in Schwarz oder Rot. Über die Augen kannst du schwarze Augenbrauen malen. Ein Tió soll fröhlich aussehen, denn er wohnt bis Weihnachten bei euch.

Auf der hellen Schnittfläche sind zwei weiße Augen mit schwarzen Pupillen und ein lachender Mund gemalt
Schritt 5: Auf der hellen Schnittfläche sind zwei weiße Augen mit schwarzen Pupillen und ein lachender Mund gemalt. Bild: Kinder-Wiki

6. Die Korken-Nase aufkleben

Der Erwachsene schneidet vom Weinkorken ein Stück ab, etwa 2 Zentimeter lang. Mal es rot an und lass die Farbe trocknen. Dann gibst du Holzleim auf eine flache Seite und drückst die Nase zwischen Augen und Mund fest. Halte sie eine Minute lang an, damit sie nicht abrutscht. Eine rote, runde Nase haben fast alle Tiós in Katalonien.

Eine rot angemalte Nase aus einem Korkenstück wird mitten ins Gesicht geklebt
Schritt 6: Eine rot angemalte Nase aus einem Korkenstück wird mitten ins Gesicht geklebt. Bild: Kinder-Wiki

7. Die Barretina nähen oder kleben

Die rote Mütze des Tió heißt Barretina (ausgesprochen „ba-re-TI-na“). Das ist eine lange Wollmütze, die früher Bauern und Fischer in Katalonien trugen. Leg den Filz vor dich, die lange Seite zeigt nach oben. Roll ihn zu einer Röhre, die so weit ist, dass sie über das Ende des Scheits passt. Die beiden langen Ränder überlappen sich dabei etwa einen Zentimeter. Kleb sie mit Textilkleber zusammen oder näh sie mit kleinen Stichen zu.

Danach schließt du die Röhre an einem Ende. Drück das obere Ende flach zusammen und kleb oder näh die Kante zu. Jetzt hast du einen Sack, der unten offen ist. Schlag den unteren Rand zwei Zentimeter nach außen um, das wird die Krempe. Zieh die Mütze über das Ende mit dem Gesicht, sodass sie über den Augen sitzt. Die geschlossene Spitze knickst du nach vorne oder zur Seite um. Mit einem Tropfen Leim auf der Rinde rutscht sie nicht herunter.

Aus rotem Filz ist eine lange Mütze mit umgeschlagenem Rand entstanden, die über den Kopf des Tió gezogen wird
Schritt 7: Aus rotem Filz ist eine lange Mütze mit umgeschlagenem Rand entstanden, die über den Kopf des Tió gezogen wird. Bild: Kinder-Wiki

8. Den Tió zudecken

Leg die kleine Decke oder das Geschirrtuch über den Rücken des Tió, sodass nur das Gesicht und die Mütze herausschauen. Unter dieser Decke liegen am Weihnachtstag die Geschenke. Lass den Tió über Nacht trocknen, bevor er seinen Platz in der Wohnung bekommt.

Der fertige Tió mit roter Mütze hat eine karierte Decke über dem Rücken, nur das lachende Gesicht schaut heraus
Schritt 8: Der fertige Tió mit roter Mütze hat eine karierte Decke über dem Rücken, nur das lachende Gesicht schaut heraus. Bild: Kinder-Wiki

Warum hält der Tió?

Der Tió hält, weil trockenes Holz seine Form behält, weil der Holzleim tief in die Fasern dringt und weil der Tió auf drei Punkten steht. Diese drei Dinge erklären, warum er bis Weihnachten heil bleibt.

Warum muss das Holz trocken sein?

Frisches Holz enthält viel Wasser. Wenn es in einer warmen Wohnung trocknet, zieht es sich zusammen. Dabei bekommt es Risse, und die Beine können locker werden. Auf feuchtem Holz hält außerdem weder Leim noch Farbe gut, und es kann schimmeln. Brennholz aus dem Baumarkt ist meist schon technisch getrocknet. Das heißt, es wurde in einer warmen Kammer getrocknet, bis nur noch wenig Wasser darin ist.

Warum hält Holzleim so fest?

Holz besteht aus vielen winzigen Röhrchen, den Holzfasern. Holzleim ist flüssig und kriecht in diese Röhrchen hinein. Beim Trocknen verdunstet das Wasser im Leim, und übrig bleibt ein fester Kunststoff. Er steckt jetzt in den Fasern des Scheits und in den Fasern des Beins zugleich und verbindet beide wie viele winzige Haken. Deshalb sitzt ein eingeleimtes Bein fester, als wenn man es nur hineinsteckt.

Warum wackelt der Tió nicht?

Der Tió steht auf drei Punkten, den zwei Beinen vorne und dem hinteren Ende des Scheits. Ein Gegenstand mit drei Standpunkten wackelt nie, auch nicht auf einem unebenen Boden. Durch drei Punkte kann man nämlich immer eine flache Ebene legen. Ein Stuhl mit vier Beinen dagegen wackelt, sobald ein Bein ein wenig kürzer ist. Deshalb haben auch Melkschemel und Kamerastative drei Beine.

Was tun, wenn der Tió nicht klappt?

  • Wenn das Scheit nicht ruhig liegt, wenn der Erwachsene bohrt, klemmt er es mit zwei schweren Büchern oder einer Schraubzwinge fest.
  • Wenn ein Bein locker im Loch sitzt, wickelst du ein Stück Papier mit Leim um sein Ende und steckst es noch einmal hinein.
  • Wenn der Tió nach vorne kippt, sind die Beine zu kurz oder zu steil. Kleb unter jedes Bein ein Stück Korken.
  • Wenn die Farbe im Holz versickert und blass aussieht, malst du die Stelle nach dem Trocknen ein zweites Mal an.
  • Wenn die Mütze zu eng ist, schneidest du die Naht auf und klebst einen Streifen Filz dazwischen.
  • Wenn die Rinde abblättert, klebst du sie mit Holzleim wieder an oder ziehst lose Stücke ganz ab.

Zum Weiterdenken

Dein Tió steht auf zwei Beinen und dem Ende des Scheits, also auf drei Punkten. Schieb einmal ein dünnes Buch unter ein Bein eines Stuhls mit vier Beinen und dann unter ein Bein eines Hockers mit drei Beinen. Welcher von beiden wackelt? Und warum hat der Tió wohl nur zwei Beine und keine vier?

Jetzt selbst ausprobieren

Dein Tió ist fertig und kann einziehen. In Katalonien bekommt er ab dem 8. Dezember jeden Abend etwas zu fressen, und an Heiligabend singen die Kinder ihm ein besonderes Lied. Was er frisst, warum die Kinder ihn mit Stöcken klopfen und wie das Lied geht, erfährst du im Artikel Caga Tió: Warum bringt in Katalonien ein Holzklotz die Geschenke?.

Quellen: Diputació de Barcelona, Gènius: Tió de Nadal, Catalunya Info: Weihnachtstraditionen in Katalonien, Leroy Merlin Comunidad: Caga Tió selbst bauen, Festes.org: Weihnachtsgeschenke in Katalonien

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