Die kurze Antwort
Eine Wichteltür bastelst du aus breiten Holzspateln, Holzleim, einer Holzperle als Türknauf und Acrylfarbe. Du legst sieben Spatel nebeneinander und leimst drei kürzere Stücke quer und schräg darüber, damit die Tür zusammenhält. Nach dem Trocknen malst du sie an, klebst den Türknauf und einen kleinen Kranz aus Pfeifenputzer auf und baust eine Mini-Leiter. Die fertige Tür ist mit Rahmen etwa 17 Zentimeter hoch und kommt mit ablösbaren Klebestreifen über die Fußleiste.
Eine Wichteltür ist eine kleine Tür, die in der Adventszeit an der Wand über der Fußleiste auftaucht. Hinter ihr wohnt nach dem Spiel ein Weihnachtswichtel, der nachts herauskommt, Streiche spielt und kleine Überraschungen bringt. Öffnen kann sie nur der Wichtel. Die Idee kommt aus Dänemark. Dort heißt die Tür Nissedør (ausgesprochen „NISS-e-dör“), nach dem Nisse (ausgesprochen „NISS-e“), einem kleinen Hauswichtel aus dem alten Volksglauben. Die Wichteltür selbst ist ein junger Brauch. Sie ist erst in den letzten Jahren in Dänemark und dann in Deutschland bekannt geworden.

Vor dem Start
Für die Wichteltür brauchst du etwa eineinhalb Stunden. Dazu kommt eine Nacht, in der der Leim trocknet. Das Kürzen der Holzspatel übernimmt ein Erwachsener, zum Beispiel deine Mama, dein Opa oder deine große Schwester. Er schneidet sie mit einer kräftigen Gartenschere oder einem Cuttermesser. Wenn die Wichteltür eine Überraschung für jüngere Geschwister sein soll, baust du sie heimlich und hängst sie am Abend vor dem 1. Dezember auf.
Was brauchst du für eine Wichteltür?
Holzspatel sind flache, glatte Holzstäbchen mit runden Enden, wie man sie vom Arzt zum Hinunterdrücken der Zunge kennt. Zum Basteln gibt es sie in großen Packungen. Ablösbare Klebestreifen sind Klebestreifen, die man später wieder abzieht, ohne dass Farbe oder Tapete von der Wand reißt.

Wie bastelt man eine Wichteltür?
1. Die Spatel zur Tür legen
Leg das Backpapier auf den Tisch. Leg sieben Holzspatel senkrecht und dicht nebeneinander darauf, sodass ihre Enden oben und unten auf einer Linie liegen. Die Seite, die jetzt oben liegt, wird die Rückseite der Tür. Die Tür ist etwa 14 Zentimeter breit. Zwischen den Spateln sollen keine Lücken sein. Die Spatel nennt man bei einer echten Tür Bretter, und eine solche Tür heißt Brettertür.

2. Die Querleisten und die Strebe zuschneiden
Leg einen weiteren Spatel quer über die sieben Spatel und markier mit dem Bleistift, wo die Tür links und rechts endet. Der Erwachsene schneidet ihn an diesen Strichen ab. So schneidet er zwei gleich lange Stücke. Das sind die Querleisten. Dann legt ihr einen dritten Spatel schräg von unten links nach oben rechts zwischen die beiden Querleisten. Auch er wird passend gekürzt. Er heißt Strebe.

3. Die Tür zusammenleimen
Gib auf jede Querleiste einen dünnen Streifen Holzleim. Leg die erste Leiste etwa zwei Zentimeter vom oberen Ende quer über alle sieben Spatel, die zweite zwei Zentimeter vom unteren Ende. Drück sie gut an. Danach leimst du die schräge Strebe zwischen die beiden Leisten. Leg das Backpapier darüber und das dicke Buch darauf. Lass die Tür über Nacht so liegen, bis der Leim trocken ist.

4. Die Tür anmalen
Dreh die Tür um, sodass die glatte Vorderseite nach oben zeigt. Mal sie mit dem mittleren Pinsel rot an. Mal mit dem Pinsel immer von oben nach unten, so wie die Spatel verlaufen. Dann sieht die Farbe aus wie bei einer echten Holztür. Wenn die erste Schicht trocken ist, malst du eine zweite darüber. Mal auch die Kanten an, denn die sieht man an der Wand von der Seite.

5. Den Türrahmen bauen
Für den Rahmen nimmst du drei Holzspatel. Zwei kommen senkrecht links und rechts neben die Tür, einer waagerecht oben darüber. Der Erwachsene kürzt den oberen Spatel so, dass er genau über beide Seitenteile reicht. Mal alle drei Teile dunkelbraun an. Wenn sie trocken sind, leimst du sie an den Rand der Rückseite der Tür, sodass sie vorne ein wenig überstehen. So bekommt die Tür einen sichtbaren Rahmen.

6. Türknauf und Kranz anbringen
Mal die Holzperle golden an und lass sie trocknen. Gib einen Tropfen Holzleim auf ein Loch der Perle und drück sie rechts in der Mitte der Tür fest, das ist der Türknauf. Für den Kranz biegst du den Pfeifenputzer zu einem Kreis, so groß wie eine Zwei-Euro-Münze, und verdrehst die Enden. Schieb die drei roten Perlen auf den Kranz oder kleb sie darauf. Leim den Kranz oben in die Mitte der Tür.

7. Die Mini-Leiter bauen
Leg zwei Eisstiele parallel nebeneinander, etwa drei Zentimeter auseinander. Gib in gleichen Abständen kleine Tropfen Holzleim darauf. Leg auf jeden Tropfen einen Zahnstocher quer, das sind die Sprossen, also die Stufen der Leiter. Der Erwachsene kürzt die Zahnstocher vorher so, dass sie links und rechts nur ein wenig überstehen und keine Spitzen mehr haben. Leg die beiden anderen Eisstiele mit Leim obendrauf, so sitzen die Sprossen fest dazwischen. Lass die Leiter trocknen.

8. Die Wichteltür an die Wand bringen
Der Erwachsene sucht eine Stelle an der Wand direkt über der Fußleiste. Er klebt die zwei ablösbaren Klebestreifen auf die Rückseite der Tür, zieht die Schutzfolie ab und drückt die Tür eine halbe Minute an die Wand. Die Unterkante der Tür sitzt genau auf der Fußleiste. Davor legst du die Fußmatte aus Filz und lehnst die Leiter an die Wand neben die Tür. Jetzt ist der Wichtel eingezogen.

Warum hält die Wichteltür zusammen?
Die Wichteltür hält zusammen, weil die Querleisten alle Spatel miteinander verbinden und weil die schräge Strebe verhindert, dass die Tür schief wird. Der Holzleim macht aus den vielen Teilen ein festes Stück.
Wozu braucht die Tür Querleisten?
Sieben Spatel, die nur nebeneinanderliegen, fallen auseinander, sobald du sie hochhebst. Die Querleisten liegen über allen sieben Spateln und sind an jedem einzelnen festgeleimt. Dadurch hängen alle Spatel aneinander. So werden auch echte Brettertüren an Scheunen und Gartenhäusern gebaut.
Warum braucht die Tür eine schräge Strebe?
Eine Tür nur mit zwei Querleisten hält zwar zusammen, sie kann sich aber verziehen. Aus dem Rechteck wird dann ein schiefes Viereck, ein Parallelogramm. Das passiert, weil sich die Leisten an den Klebestellen ein klein wenig drehen können. Die schräge Strebe teilt die Tür in zwei Dreiecke. Ein Dreieck kann seine Form nicht ändern, solange seine drei Seiten gleich lang bleiben. Deshalb bleibt die Tür gerade. Bei echten Scheunentoren sieht man aus diesem Grund oft eine Leiste in Form eines Z.
Warum muss die Tür unter einem Buch trocknen?
Holzleim enthält Wasser. Das Wasser zieht in das Holz der Spatel. Dabei quillt das dünne Holz ein wenig auf und biegt sich leicht. Das Buch drückt die Tür flach, bis der Leim trocken ist. Dann bleibt sie eben und liegt später glatt an der Wand.
Was tun, wenn die Wichteltür nicht klappt?
- Wenn zwischen den Spateln Lücken bleiben, schiebst du sie vor dem Leimen mit dem Lineal von der Seite dicht zusammen.
- Wenn sich eine Querleiste löst, war zu wenig Leim darunter. Gib einen neuen Streifen Leim darauf, drück sie fest und leg das Buch wieder darauf.
- Wenn die Tür nach dem Trocknen gebogen ist, legst du sie noch einmal eine Nacht unter das Buch.
- Wenn die Farbe fleckig aussieht, war die erste Schicht zu dünn. Mal eine zweite Schicht darüber.
- Wenn die Leiter schief wird, legst du sie beim Trocknen zwischen zwei gerade Gegenstände, zum Beispiel zwei Bücher.
- Wenn die Tür an der Wand nicht hält, ist die Wand staubig. Der Erwachsene wischt die Stelle trocken ab und klebt die Streifen neu auf.
Zum Weiterdenken
Deine Tür bleibt gerade, weil die Strebe sie in Dreiecke teilt. Leg aus Strohhalmen und Knete einmal ein Viereck und ein Dreieck und drück leicht an einer Ecke. Welche Form verzieht sich, welche nicht? Wo siehst du Dreiecke an Brücken, Kränen oder Dächern?
Jetzt selbst ausprobieren
Der Wichtel hinter deiner Tür hat einen sehr alten Verwandten aus Skandinavien. Er lebte auf den Bauernhöfen, passte auf die Tiere auf und bekam an Weihnachten eine Schüssel Brei mit Butter. Wer er ist und wie er zum Gabenbringer wurde, erfährst du im Artikel Tomte: Wer bringt in Schweden die Geschenke?.
Quellen: Kristeligt Dagblad: Die kleinen Störenfriede im Advent, Legeakademiet: Nissegaver und dänische Weihnachtsbräuche, RWTH Aachen, Lehrstuhl für Architekturgeschichte: Wichteltür, talu.de: Wichteltür basteln

