Die kurze Antwort
Für ein Windlicht beklebst du ein leeres Glas von außen mit buntem Transparentpapier und stellst ein LED-Teelicht hinein. Das Licht scheint durch das Papier und färbt sich dabei. Bei unserem Polarlicht im Glas klebst du die Farben in derselben Reihenfolge auf wie bei einem echten Polarlicht. Unten kommt ein schmaler pinker Streifen, darüber ein breites grünes Band und oben Rot. Ganz unten setzt du dunkle Tannen aus schwarzem Tonpapier davor.
Ein Windlicht ist ein Licht in einem Glas. Das Glas schützt die Flamme einer Kerze vor dem Wind, daher kommt der Name. In ein gebasteltes Windlicht gehört aber keine echte Kerze, sondern ein LED-Teelicht. Mit dieser Anleitung entsteht ein Windlicht, das wie ein Polarlicht über einem Wald leuchtet. Es zeigt dir nebenbei, in welcher Höhe am Himmel die verschiedenen Polarlicht-Farben entstehen.

Vor dem Start
Stell in dein Windlicht nur ein LED-Teelicht und nie eine echte Kerze. Papier und Kleber können brennen, und ein LED-Licht hat keine offene Flamme. Nimm ein LED-Teelicht, dessen Batteriefach mit einer kleinen Schraube verschlossen ist. In vielen LED-Teelichtern steckt eine Knopfzelle. Das ist eine kleine, flache Batterie. Wer eine Knopfzelle verschluckt, muss sofort ins Krankenhaus. Kleinere Geschwister dürfen deshalb nicht an das Batteriefach kommen. Mit der Schere schneidest du am besten zusammen mit jemandem, der dir hilft.
Was brauchst du für ein Polarlicht im Glas?

Wie bastelt man ein Polarlicht im Glas?
1. Glas und Kleister vorbereiten
Weiche das Glas in warmem Wasser ein, bis sich das Etikett ablöst. Trockne das Glas danach gut ab. Rühre dann einen gehäuften Teelöffel Kleisterpulver in ein Glas mit kaltem Wasser. Lass den Kleister etwa 20 Minuten stehen und rühre ihn danach noch einmal um. Er ist fertig, wenn er glatt ist und keine Klümpchen mehr hat.
2. Das Papier in Streifen reißen
Reiße das Transparentpapier in lange, schmale Streifen. Sie sollten etwa so lang sein wie dein Glas hoch ist. Vom pinken Papier brauchst du nur ein paar kurze Stücke. Lege die Streifen nach Farben sortiert auf die Zeitung. Gerissene Kanten sehen später weicher aus als geschnittene, ähnlich wie die verschwommenen Ränder eines echten Polarlichts.

3. Unten den pinken Streifen aufkleben
Lass unten am Glas etwa zwei Finger breit frei. Dort kommen später die Tannen hin. Streiche direkt darüber einen schmalen Ring Kleister rund um das Glas. Drücke die pinken Stücke darauf und streiche sie mit dem Pinsel glatt. So entsteht rundherum ein schmales pinkes Band.

4. Das grüne Band aufkleben
Streiche ein handbreites Stück vom Glas mit Kleister ein. Klebe die grünen Streifen senkrecht auf, also von unten nach oben. Fange knapp über dem pinken Band an und hör etwa zwei Finger breit unter dem oberen Rand auf. Wechsle Hellgrün und Dunkelgrün ab und lass die Streifen ein wenig überlappen. Dreh das Glas dann ein Stück weiter und mach so weiter, bis es rundherum grün ist. Grün bekommt am meisten Platz, weil es auch beim echten Polarlicht die häufigste Farbe ist.

5. Oben das Rot aufkleben
Klebe die roten Stücke oben über das grüne Band. Lass dabei den Hals des Glases frei, auf den der Deckel geschraubt wird. An manchen Stellen dürfen Rot und Grün ein wenig übereinanderliegen. Streiche zum Schluss einmal dünn Kleister über das ganze Papier, damit keine Ecke absteht. Tupfe dabei mehr, als du streichst, denn nasses Transparentpapier reißt schnell.

6. Die Tannen ausschneiden
Lege den Papierstreifen oder die Schnur einmal um das Glas herum und markiere, wo sich die Enden treffen. So weißt du, wie lang der Tannenstreifen werden muss. Schneide aus dem schwarzen Tonpapier einen Streifen in dieser Länge, der etwa drei Finger breit ist. Male mit dem Bleistift spitze Tannen darauf, die verschieden hoch sind. Schneide dann an den Umrissen entlang, sodass ein Streifen mit vielen Tannenspitzen übrig bleibt.

7. Die Tannen aufkleben
Streiche den unteren freien Rand des Glases mit Kleister ein. Lege den Tannenstreifen so darum, dass die Spitzen ein Stück in das pinke Band hineinragen. Drücke ihn gut an.

8. Trocknen lassen und leuchten lassen
Lass das Windlicht über Nacht trocknen. Der Kleister sieht im nassen Zustand trüb aus und wird beim Trocknen durchsichtig. Schalte dann das LED-Teelicht ein und stell es in das Glas. Am schönsten sieht es aus, wenn du das Zimmer dunkel machst.
Warum leuchtet das Windlicht bunt?
Das Windlicht leuchtet bunt, weil das Licht des Teelichts durch das farbige Papier hindurchscheint und das Papier dabei einen Teil der Farben verschluckt. Das Licht des LED-Teelichts ist eine Mischung aus vielen Farben. Glas lässt fast das ganze Licht durch. Das Transparentpapier ist so dünn, dass es ebenfalls viel Licht durchlässt. Ein Gegenstand, der nur einen Teil der Farben verschluckt, erscheint uns in den Farben, die übrig bleiben. Solch einen Gegenstand nennt man einen Farbfilter. Grünes Transparentpapier ist ein Farbfilter, der vor allem grünes Licht durchlässt. Genauso wirkt eine grüne Glasflasche. Ihr Glas verschluckt die roten Anteile des Lichts, deshalb sieht sie grün aus.
Das schwarze Tonpapier ist dagegen so dick, dass es fast kein Licht durchlässt. Deshalb bleiben die Tannen dunkel, während das Papier dahinter leuchtet. So sehen auch echte Bäume vor einem Polarlicht aus. Wo zwei Papierschichten übereinanderliegen, wird das Licht zweimal gefiltert. Deshalb sind diese Stellen dunkler.
Was hat das Windlicht mit echten Polarlichtern zu tun?
Dein Windlicht zeigt die Farben in derselben Reihenfolge, in der sie bei einem echten Polarlicht übereinander auftreten. Echte Polarlichter entstehen, wenn winzige Teilchen von der Sonne in der Lufthülle der Erde auf Sauerstoff und Stickstoff treffen. Dabei bekommen die Teilchen der Luft Energie und geben sie als Licht wieder ab. Grünes Licht entsteht in etwa 100 bis 120 Kilometern Höhe. Rotes Licht entsteht weiter oben, in über 200 Kilometern Höhe. Beide Farben kommen vom Sauerstoff. Am unteren Rand eines Polarlichts erscheint es oft pink. Deshalb hast du Pink unten, Grün in der Mitte und Rot oben aufgeklebt. Grün sieht man am häufigsten, weil in seiner Höhe besonders viele Sauerstoffteilchen leuchten und unsere Augen für Grün besonders empfindlich sind. Deshalb ist das grüne Band in deinem Glas am breitesten.
Einen Unterschied gibt es aber. Ein echtes Polarlicht leuchtet selbst, weil die Luft das Licht aussendet. Dein Windlicht färbt dagegen nur das Licht ein, das vom Teelicht kommt. Wie Polarlichter genau entstehen, erklärt unser Beitrag Polarlichter: Wie entstehen sie und wo kann man sie sehen?
Was tun, wenn das Windlicht nicht klappt? – Wenn das Papier beim Bekleben reißt, ist es zu nass geworden. Tupfe den Kleister nur noch leicht mit dem Pinsel auf und streiche nicht hin und her. – Wenn sich Ecken ablösen, war dort zu wenig Kleister. Pinsle die Stelle noch einmal ein und drücke sie an. – Wenn das Glas nach dem Trocknen noch milchig aussieht, ist der Kleister noch nicht ganz trocken. Lass es einige Stunden länger stehen. – Wenn das Licht kaum durchkommt, liegen zu viele Schichten übereinander. Klebe beim nächsten Mal jede Farbe nur einmal auf. – Wenn die Tannen umknicken, ist das Tonpapier zu dünn. Nimm festeres Tonpapier oder klebe die Spitzen mit etwas Kleister am Glas fest.
Welches Glas eignet sich für ein Windlicht?
Für ein Windlicht eignet sich jedes saubere Glas mit glatten Seiten, in das ein Teelicht hineinpasst. Gut geeignet sind Marmeladengläser, Gurkengläser oder Einmachgläser. Glatte, gerade Seiten lassen sich am leichtesten bekleben. Bei Gläsern mit Mustern oder Rillen im Glas liegt das Papier nicht gut an. Je größer das Glas ist, desto mehr Platz hast du für dein Polarlicht und die Tannen.
Kann man statt Kleister auch Bastelkleber nehmen?
Ja, statt Kleister kannst du auch flüssigen Bastelkleber nehmen. Du trägst ihn genauso mit dem Pinsel auf. Weißer Bastelleim wird beim Trocknen ebenfalls durchsichtig. Ein Klebestift eignet sich dagegen nicht gut, weil man damit keine dünne Schicht über das ganze Papier streichen kann.
Zum Weiterdenken
Echte Polarlichter sind manchmal nur grün, und manchmal kommen Blau und Lila dazu. Diese Farben stammen vom Stickstoff. Er leuchtet nur, wenn die Teilchen von der Sonne besonders viel Energie mitbringen. Bastle ein zweites Glas, das nur grün leuchtet, und ein drittes mit etwas Lila. Dann hast du ein schwaches und ein sehr starkes Polarlicht nebeneinander.
Jetzt selbst ausprobieren
Dein Windlicht zeigt die Farben eines Polarlichts. Ob das Licht einer Lampe aus vielen Farben oder nur aus wenigen besteht, kannst du mit einem Spektroskop herausfinden. Das ist ein Gerät, das Licht in seine Farben zerlegt. Wie du eines aus einer alten CD baust, zeigen wir dir Schritt für Schritt in unserer Anleitung Spektroskop basteln.
Quellen: Today’s Parent: Northern Lights Mason Jar Lantern, HABA: Herbstbasteln mit Kindern, montessori-kinder.de: Windlichter basteln mit Kindern, kita.de: Laterne basteln, AUVA: LED-Lichter sicher verwenden, LEIFIphysik: Lichtausbreitung, DLR: Polarlichter, die Besonderheit der Polregionen, Earth, Planets and Space: Beobachtungen von Polarlichtern und DWDS: Windlicht.

