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Chanukka: Was feiern Juden beim Lichterfest?

Silberner Chanukka-Leuchter mit neun brennenden Öllichtern auf einer Fensterbank

Die kurze Antwort

Chanukka ist ein jüdisches Fest, das acht Tage lang dauert. Im Jahr 2026 beginnt es am Abend des 4. Dezember und endet am Abend des 12. Dezember. Juden erinnern sich an Chanukka daran, dass ihre Vorfahren vor fast 2.200 Jahren den Tempel in Jerusalem zurückerobert und neu eingeweiht haben. Vorher hatte ein fremder König ihnen verboten, ihre Religion auszuüben. An jedem Abend zünden die Familien an einem besonderen Leuchter ein Licht mehr an, bis am achten Abend acht Lichter brennen. Dazu essen sie in Öl gebackene Speisen, spielen mit einem Kreisel und singen Lieder. Chanukka ist nicht das jüdische Weihnachten, es ist ein eigenes Fest mit einer eigenen Geschichte.

Silberner Chanukka-Leuchter mit neun brennenden Öllichtern auf einer Fensterbank
Ein Chanukka-Leuchter aus Silber am achten Abend. Alle acht Lichter und das Hilfslicht in der Mitte brennen. Die Lichter brennen hier mit Olivenöl, so wie früher im Tempel. Foto: Daniel Dimitrov, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Was ist Chanukka?

Chanukka (ausgesprochen „cha-nu-KA“) ist ein Fest im Judentum. Das Judentum ist die Religion der Juden. Juden glauben an einen einzigen Gott, und ihre wichtigste heilige Schrift ist die Tora (ausgesprochen „to-RA“). Das sind die fünf Bücher Mose.

Das Wort Chanukka ist hebräisch und bedeutet „Einweihung“. Hebräisch ist die alte Sprache der Juden, in der auch ihre heiligen Schriften geschrieben sind. Heute spricht man Hebräisch vor allem in Israel. Der Name erinnert daran, dass der Altar im Tempel von Jerusalem neu gebaut und eingeweiht wurde. Etwas einweihen bedeutet, es feierlich in Gebrauch zu nehmen und Gott zu widmen.

Weil an jedem Abend Lichter angezündet werden, heißt Chanukka auf Deutsch auch Lichterfest. Auf Hebräisch gibt es dafür den Namen Chag ha-Urim (ausgesprochen „CHAG ha-u-RIM“), das bedeutet „Fest der Lichter“.

Chanukka gehört zu den bekanntesten jüdischen Festen, aber nicht zu den wichtigsten. Es ist ein Halbfeiertag. An einem Halbfeiertag dürfen Juden ganz normal arbeiten. An hohen Feiertagen wie dem Ruhetag Schabbat (ausgesprochen „schab-BAT“) ist das anders. Dann ruht nach jüdischem Religionsgesetz jede Arbeit. Gefeiert wird Chanukka vor allem am Abend zu Hause in der Familie, wenn die Lichter brennen.

Man schreibt den Namen auf Deutsch meistens Chanukka. Weil er aus einer anderen Schrift übertragen wird, gibt es aber viele Schreibweisen: Chanukah, Chanuka, Hanukka oder Hanukkah. Gemeint ist immer dasselbe Fest.

Wann ist Chanukka 2026?

Chanukka beginnt im Jahr 2026 am Freitagabend, dem 4. Dezember, und endet am Samstagabend, dem 12. Dezember. Der erste Abend mit dem ersten Licht ist also der 4. Dezember 2026.

Jüdische Feste beginnen immer am Abend. Im jüdischen Kalender fängt ein neuer Tag nämlich nicht um Mitternacht an, sondern bei Sonnenuntergang. Deshalb zündet man das erste Licht schon am Abend vor dem ersten Festtag an.

Nach dem jüdischen Kalender beginnt Chanukka immer am 25. Tag des Monats Kislew (ausgesprochen „KIS-lew“) und endet am 2. oder 3. Tag des Monats Tewet (ausgesprochen „TE-wet“). Im Jahr 2026 ist es der 2. Tewet. In unserem Kalender fällt Chanukka deshalb jedes Jahr auf andere Tage, meistens in den Dezember und manchmal schon in die letzten Novembertage.

Jahrerster Abendletzter Festtag
2025Sonntag, 14. DezemberMontag, 22. Dezember
2026Freitag, 4. DezemberSamstag, 12. Dezember
2027Freitag, 24. DezemberSamstag, 1. Januar 2028
2028Dienstag, 12. DezemberMittwoch, 20. Dezember

Im Jahr 2027 fällt der erste Chanukka-Abend genau auf Heiligabend. Das kommt nur selten vor.

Warum ist Chanukka jedes Jahr an einem anderen Tag?

Chanukka wandert durch den Dezember, weil der jüdische Kalender nach dem Mond rechnet. Ein jüdischer Monat beginnt immer mit dem Neumond und dauert 29 oder 30 Tage. Zwölf solche Monate ergeben ein Mondjahr mit nur etwa 354 Tagen. Unser Kalender rechnet dagegen nach der Sonne. Ein Sonnenjahr hat 365 Tage, also etwa 11 Tage mehr.

Würde der jüdische Kalender nur nach dem Mond rechnen, würde Chanukka jedes Jahr 11 Tage früher kommen und nach einigen Jahren mitten im Sommer liegen. Deshalb wird alle zwei bis drei Jahre ein zusätzlicher Monat eingeschoben, ein Schaltmonat. So bleiben die jüdischen Feste immer in derselben Jahreszeit. Chanukka liegt deshalb immer im Winter, aber nie genau am selben Tag.

Warum feiern Juden Chanukka?

Juden feiern Chanukka, weil sie sich an einen Sieg erinnern, durch den sie ihre Religion wieder frei ausüben durften. Im Jahr 164 vor Christus eroberten jüdische Kämpfer den Tempel in Jerusalem zurück, reinigten ihn und weihten ihn neu ein. Diese Kämpfer nennt man die Makkabäer. Was damals geschah, erzählen vor allem zwei alte Bücher, das erste und das zweite Buch der Makkabäer.

Der Tempel in Jerusalem war damals das wichtigste Heiligtum der Juden. Nur dort brachten die Priester Gott Opfer dar. Es gab ihn nur ein einziges Mal, und Juden aus dem ganzen Land kamen zu den großen Festen dorthin. In den folgenden Abschnitten wird die Geschichte der Reihe nach erzählt.

Was verbot der König Antiochus den Juden?

Vor rund 2.200 Jahren gehörte das Land der Juden zum Reich der Seleukiden. Das war ein großes Königreich, das von Griechen regiert wurde. Die Seleukiden sprachen Griechisch und verehrten die griechischen Götter.

Im Jahr 175 vor Christus wurde Antiochus der Vierte (ausgesprochen „an-TI-o-chus“) König der Seleukiden. Er wollte, dass alle Menschen in seinem Reich wie Griechen leben. Im Jahr 169 vor Christus zog er nach Jerusalem und raubte den Tempelschatz. Er nahm den goldenen Altar, den Tisch für die heiligen Brote und den großen siebenarmigen Leuchter mit.

Danach erließ er strenge Verbote für die Juden:

  • Sie durften den Schabbat nicht mehr feiern.
  • Sie durften ihre Söhne nicht mehr beschneiden lassen. Die Beschneidung ist im Judentum das Zeichen, dass ein Junge zum Bund mit Gott gehört.
  • Die Tora-Rollen wurden verbrannt. Wer eine besaß, wurde getötet.
  • Die Juden mussten Schweine opfern und Schweinefleisch essen, obwohl es ihnen ihre Religion verbietet.

Im Dezember des Jahres 167 vor Christus ließ Antiochus im Tempel einen Altar für fremde Götter aufstellen. Der Tempel wurde dem griechischen Gott Zeus geweiht. Damit war er für die Juden entweiht. Entweiht bedeutet, dass ein heiliger Ort durch etwas Verbotenes unrein geworden ist. Die Priester durften dort keinen Gottesdienst mehr feiern. Am 25. Kislew opferte man zum ersten Mal auf dem fremden Altar.

Viele Juden wollten ihren Glauben trotz der Verbote nicht aufgeben. Manche ließen sich lieber töten, als Schweinefleisch zu essen. Einige begannen schließlich, sich mit Waffen gegen den König zu wehren.

Wie begann der Aufstand der Makkabäer?

Der Aufstand begann in dem kleinen Ort Modeïn (ausgesprochen „mo-de-IN“) nordwestlich von Jerusalem. Dort lebte der Priester Mattatias (ausgesprochen „mat-ta-TI-as“) mit seinen fünf Söhnen. Als die Leute des Königs in den Ort kamen, sollte Mattatias als Erster den fremden Göttern opfern. Er weigerte sich. Als ein anderer Jude zum Altar trat, um zu opfern, tötete Mattatias ihn und den Beamten des Königs und riss den Altar nieder. Danach floh er mit seinen Söhnen in die Berge. Viele andere Juden, die ihre Religion nicht aufgeben wollten, folgten ihm.

Mattatias war damals schon ein alter Mann und starb kurze Zeit später. Nach seinem Tod führte sein dritter Sohn Judas die Kämpfer an. Er bekam den Beinamen Makkabäus. Woher das Wort kommt, weiß man nicht sicher. Eine häufige Erklärung ist, dass es vom hebräischen Wort für „Hammer“ kommt. Später nannte man die ganze Familie und ihre Kämpfer Makkabäer. Die Familie heißt auch Hasmonäer.

Von ihren Verstecken in den Bergen aus kämpften die Makkabäer nun gegen das Heer des Königs. Sie hatten viel weniger Soldaten als er. Sie kannten aber das Land gut und griffen überraschend an. So besiegten sie mehrere große Heere der Seleukiden. Danach konnten sie nach Jerusalem ziehen.

Wie wurde der Tempel neu eingeweiht?

Als die Makkabäer nach Jerusalem kamen, war der Tempel verwüstet. Die Tore waren verbrannt, und auf dem Tempelplatz wuchs Gestrüpp. Die Priester trugen alles hinaus, was zum Dienst für die fremden Götter gehört hatte. Den alten Altar rissen sie ab, weil er entweiht war, und bauten aus unbehauenen Steinen einen neuen. Sie machten neue heilige Geräte und stellten einen neuen Leuchter auf.

Am 25. Kislew des Jahres 164 vor Christus, das war nach unserem Kalender der 14. Dezember, weihten sie den neuen Altar ein. Es war genau der Tag, an dem drei Jahre vorher zum ersten Mal den fremden Göttern geopfert worden war. Acht Tage lang feierten die Juden mit Opfern, Liedern und Musik. Dann beschlossen Judas und seine Brüder, dass die Juden die Einweihung des Altars von nun an jedes Jahr feiern sollen, immer ab dem 25. Kislew und immer acht Tage lang. So ist Chanukka entstanden.

Manche Bücher und Webseiten nennen das Jahr 165 vor Christus. Das liegt daran, dass die alten Bücher die Jahre anders zählen als wir. Wenn man ihre Zählung auf unseren Kalender umrechnet, kommt man auf Dezember 164 vor Christus.

Was ist das Ölwunder von Chanukka?

Das Ölwunder ist eine Erzählung, nach der eine kleine Menge heiliges Öl im Tempel acht Tage lang brannte, obwohl sie nur für einen Tag gereicht hätte. Viele Juden sehen darin den wichtigsten Grund, warum zu Chanukka Lichter angezündet werden.

Im Tempel stand ein großer Leuchter mit sieben Armen. Er sollte Tag und Nacht brennen. Dafür brauchte man besonders reines Olivenöl, das von Priestern hergestellt und versiegelt worden war. Nach der Erzählung fanden die Makkabäer im Tempel nur noch ein einziges kleines Krüglein mit solchem Öl. Das Siegel des Hohepriesters war noch unbeschädigt. Das Öl hätte nur für einen Tag gereicht. Neues reines Öl herzustellen dauerte aber acht Tage. Die Priester zündeten den Leuchter trotzdem an, und das Öl brannte acht Tage lang, bis neues Öl fertig war. Für gläubige Juden hat Gott damit ein Wunder getan.

Diese Geschichte steht nicht in den Büchern der Makkabäer. Sie steht im Talmud (ausgesprochen „TAL-mud“). Der Talmud ist eine große Sammlung von Lehren und Gesprächen jüdischer Gelehrter. Die Geschichte vom Ölwunder wurde fast 700 Jahre nach der Tempelweihe aufgeschrieben. Ob es das Wunder wirklich gab, kann man deshalb nicht beweisen. Für gläubige Juden ist es trotzdem ein wichtiger Teil des Festes.

Warum dauert Chanukka acht Tage?

Chanukka dauert acht Tage, weil die Makkabäer die Tempelweihe acht Tage lang gefeiert haben. Für diese acht Tage gibt es zwei Erklärungen.

Die erste Erklärung steht im zweiten Buch der Makkabäer. Während des Krieges hatten die Juden ihr wichtiges Herbstfest Sukkot (ausgesprochen „suk-KOT“) nicht im Tempel feiern können, sondern nur in Höhlen in den Bergen. Sukkot ist das Laubhüttenfest, es dauert acht Tage. Nach der Tempelweihe holten sie das Fest nach und feierten deshalb ebenfalls acht Tage lang.

Die zweite Erklärung ist das Ölwunder aus dem Talmud. Das Öl brannte acht Tage, also feiert man acht Tage. Diese Erklärung ist heute die bekanntere. Viele Juden kennen beide Erklärungen.

Steht Chanukka in der Bibel?

Chanukka steht nicht in der jüdischen Bibel. Die Geschichte des Festes erzählen nur die Bücher der Makkabäer, und die gehören nicht dazu.

Die jüdische Bibel heißt Tanach (ausgesprochen „ta-NACH“). Die Juden haben nur Bücher in den Tanach aufgenommen, die auf Hebräisch vorlagen und die sie für heilig hielten. Die Bücher der Makkabäer wurden aber auf Griechisch überliefert und gehörten nicht dazu. Anders als die meisten jüdischen Feste kommt Chanukka deshalb in der jüdischen Bibel nicht vor. Das Wissen über das Fest kommt aus dem Talmud und aus der Tradition der Familien.

In der katholischen Bibel stehen das erste und das zweite Buch der Makkabäer dagegen im Alten Testament. In der evangelischen Lutherbibel stehen sie in einem eigenen Teil, den Apokryphen. Das sind Bücher, die man lesen soll, die aber nicht ganz zur Bibel gezählt werden.

Im Neuen Testament wird das Fest einmal kurz erwähnt. Im Johannes-Evangelium steht, dass Jesus im Winter zum „Fest der Tempelweihe“ in Jerusalem war und im Tempel umherging. Damit ist Chanukka gemeint. Jesus war Jude und hat das Fest also gekannt.

Was bedeutet Chanukka für gläubige Juden?

Für gläubige Juden ist Chanukka ein Fest des Dankes an Gott. Sie glauben, dass Gott den wenigen Makkabäern gegen das große Heer geholfen und das Öl im Tempel acht Tage brennen lassen hat. Dafür danken sie ihm.

In den Gottesdiensten in der Synagoge gibt es an Chanukka besondere Gebete. Die Synagoge ist das jüdische Gotteshaus, in dem gebetet und aus der Tora vorgelesen wird. Jeden Morgen wird an Chanukka ein Abschnitt aus der Tora gelesen. Außerdem betet man das Hallel (ausgesprochen „hal-LEL“). Das sind Psalmen, also alte Lieder aus der Bibel, in denen Gott gelobt wird. In das tägliche Hauptgebet und in das Tischgebet nach dem Essen fügt man ein Dankgebet ein, das mit den Worten Al ha-Nissim (ausgesprochen „al ha-nis-SIM“) beginnt. Das bedeutet „Für die Wunder“.

Das Licht hat dabei eine besondere Bedeutung. Der Talmud sagt, dass die Chanukka-Lichter das Wunder bekannt machen sollen. Deshalb stellt man sie so auf, dass man sie von draußen sieht. Für viele Juden zeigt Chanukka auch, dass man an seinem Glauben festhalten kann, selbst wenn er verboten wird. In der dunkelsten Zeit des Jahres, wenn die Nächte am längsten sind, wird es mit jedem Abend etwas heller.

Was ist eine Chanukkia?

Eine Chanukkia (ausgesprochen „cha-nu-ki-JA“) ist der Leuchter, an dem zu Chanukka die Lichter angezündet werden. Sie hat Platz für neun Lichter: acht für die acht Abende und ein neuntes Licht zum Anzünden.

Die acht Lichter stehen alle in einer geraden Reihe und auf gleicher Höhe. Keines soll größer wirken als ein anderes. Das neunte Licht heißt Schamasch (ausgesprochen „scha-MASCH“). Das ist hebräisch und bedeutet „Diener“. Mit dem Schamasch zündet man die anderen Lichter an. Er steht etwas höher, tiefer oder abseits der Reihe, damit man ihn nicht mit den acht Lichtern verwechselt. Bei vielen Leuchtern steht er in der Mitte, bei anderen am Rand.

Man kann die Chanukkia mit Olivenöl und Dochten oder mit Kerzen anzünden. Olivenöl gilt als besonders schön, weil es an das Öl im Tempel erinnert. Elektrische Leuchter sieht man zwar oft, zum Beispiel in Geschäften. Nach jüdischem Religionsgesetz zählen sie aber nicht als richtige Chanukka-Lichter, weil sie keine Flamme haben.

Chanukkiot (das ist die Mehrzahl, ausgesprochen „cha-nu-ki-JOT“) gibt es in vielen Formen und aus vielen Stoffen, zum Beispiel aus Silber, Messing, Ton, Glas oder Holz. Kinder basteln sich ihren Leuchter oft im Kindergarten oder in der Schule selbst. Das Wort Chanukkia ist übrigens erst knapp 130 Jahre alt. Hemda Ben-Jehuda soll es im Jahr 1897 in Jerusalem erfunden haben. Sie war die Frau des Mannes, der das Hebräische als Alltagssprache neu belebt hat.

Was ist der Unterschied zwischen Chanukkia und Menora?

Die Menora (ausgesprochen „me-no-RA“) hat sieben Arme, die Chanukkia hat acht Lichter und einen Schamasch. Das Wort Menora ist hebräisch und bedeutet einfach „Leuchter“.

Mit Menora meint man vor allem den großen goldenen Leuchter, der früher im Tempel in Jerusalem stand. Wie er aussehen sollte, beschreibt die Tora im 2. Buch Mose genau: ein Mittelschaft mit drei Armen auf jeder Seite, zusammen also sieben Lampen. Diese Menora hatte Antiochus aus dem Tempel geraubt. Sie ist bis heute ein wichtiges Zeichen des Judentums.

Die Chanukkia ist dagegen ein eigener Leuchter nur für Chanukka. Mit einem siebenarmigen Leuchter kann man Chanukka nicht feiern, weil er für die acht Abende ein Licht zu wenig hat. Viele Menschen sagen trotzdem Chanukka-Menora zur Chanukkia. Das ist nicht falsch, weil Menora ja „Leuchter“ heißt. Genauer ist aber das Wort Chanukkia. Manche Bücher und Webseiten schreiben, die Chanukkia habe sieben oder acht Arme. Das stimmt nicht. Sie hat immer Platz für acht Lichter und den Schamasch.

Wie zündet man die Chanukka-Lichter an?

Man zündet an jedem Abend ein Licht mehr an: am ersten Abend eines, am zweiten Abend zwei und so weiter, bis am achten Abend alle acht Lichter brennen. Dazu kommt jeden Abend der Schamasch.

So läuft das Anzünden ab:

  • Zuerst steckt man die Kerzen ein. Am ersten Abend steht das erste Licht ganz rechts. An jedem weiteren Abend kommt ein neues Licht links daneben dazu. So füllt sich der Leuchter von rechts nach links.
  • Dann zündet man den Schamasch an.
  • Danach spricht man die Segenssprüche. Das sind kurze Gebete, in denen man Gott lobt und ihm dankt. An jedem Abend sind es zwei, am ersten Abend kommt ein dritter dazu.
  • Mit dem Schamasch zündet man nun die Lichter an. Man beginnt mit dem neuesten Licht, also mit dem, das am weitesten links steht, und geht dann nach rechts weiter.
  • Zum Schluss stellt man den Schamasch an seinen Platz zurück.

Danach singt die Familie gemeinsam Lieder. Die Lichter sollen nach Einbruch der Dunkelheit mindestens eine halbe Stunde lang brennen.

Was sagt man in den Segenssprüchen?

In den Segenssprüchen lobt man Gott für das Gebot, die Chanukka-Lichter anzuzünden, und für die Wunder, die er für die Vorfahren getan hat. Man spricht sie auf Hebräisch. Jeder Segensspruch beginnt mit denselben Worten: Baruch ata (ausgesprochen „ba-RUCH a-TA“). Auf Deutsch heißt der ganze Anfang: „Gesegnet seist du, Gott, unser Gott, König des Universums.“ Mit dem Universum ist alles gemeint, was es gibt, also die Erde und das ganze Weltall. Gesegnet bedeutet hier so viel wie gelobt und gepriesen.

Danach geht jeder Segensspruch anders weiter:

  • Im ersten Segensspruch dankt man dafür, dass Gott den Juden Gebote gegeben hat. Gebote sind Regeln für das Leben, die nach jüdischem Glauben von Gott kommen. Eines davon ist, an Chanukka die Lichter anzuzünden. Übersetzt heißt der Satz: „… der uns durch seine Gebote geheiligt und uns befohlen hat, das Chanukka-Licht zu zünden.“
  • Im zweiten Segensspruch erinnert man an die Wunder von damals, also an den Sieg der Makkabäer und an das Ölwunder: „… der Wunder für unsere Vorväter getan hat, in jenen Tagen und in unserer Zeit.“ Mit den Vorvätern sind die Juden gemeint, die vor über 2.000 Jahren gelebt haben.
  • Den dritten Segensspruch sagt man nur am ersten Abend. Er heißt nach seinem ersten hebräischen Wort nach dem gemeinsamen Anfang Schehechejanu (ausgesprochen „sche-he-che-JA-nu“). Man dankt darin, dass man lange genug gelebt hat, um das Fest wieder zu feiern: „… der uns Leben und Bestand gegeben und uns diese Zeit hat erreichen lassen.“
Hörbeispiel: Eliyahu Kum singt die Segenssprüche zum Anzünden der Chanukka-Lichter auf Hebräisch. Die Aufnahme entstand 1968 in einer Synagoge in der Altstadt von Jerusalem. Aufnahme: Eliyahu Kum, Nationalbibliothek Israel, 1968, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

Warum darf man die Lichter nicht zum Lesen benutzen?

Die Chanukka-Lichter sind nur zum Anschauen da. Man darf bei ihrem Licht nicht lesen, arbeiten oder Geld zählen. Das steht so schon im Talmud. Die Lichter sollen nur an das Wunder erinnern und nicht für den Alltag gebraucht werden. Genau dafür gibt es den Schamasch. Falls man doch Licht braucht, benutzt man das Licht des Schamasch und nicht das der anderen Lichter. In einem Lied, das nach dem Anzünden gesungen wird, heißt es deshalb: Diese Lichter sind heilig, wir dürfen sie nicht benutzen, sondern nur ansehen.

Warum kommt jeden Abend ein Licht dazu?

Jeden Abend kommt ein Licht dazu, weil sich zwei berühmte Lehrer vor über 2.000 Jahren darüber nicht einig waren und man sich später für einen der beiden entschieden hat. Der Talmud erzählt von zwei Gruppen von Gelehrten, den Schülern von Schammai (ausgesprochen „scham-MAI“) und den Schülern von Hillel (ausgesprochen „hil-LEL“).

Die Schüler von Schammai sagten, man solle am ersten Abend acht Lichter anzünden und jeden Abend eines weniger. Ihr Grund war, dass so die Zahl der Tage zeigt, die vom Fest noch übrig sind. Die Schüler von Hillel sagten das Gegenteil. Man solle mit einem Licht beginnen und jeden Abend eines dazunehmen. Ihr Grund war, dass man bei heiligen Dingen immer nur mehr werden und nie weniger werden soll. Die Juden folgen bis heute den Schülern von Hillel. Deshalb wird es an Chanukka von Abend zu Abend heller.

Wie viele Lichter brennen an welchem Abend?

Am ersten Abend brennt ein Licht, an jedem weiteren Abend eines mehr, und am achten Abend brennen alle acht. Weil der Schamasch jeden Abend dazukommt, brennt immer ein Licht mehr, als der Abend zählt.

AbendLichtermit Schamasch
1. Abend12
2. Abend23
3. Abend34
4. Abend45
5. Abend56
6. Abend67
7. Abend78
8. Abend89

Wer Kerzen nimmt, braucht für das ganze Fest 44 Stück. Das sind 36 Kerzen für die acht Abende und 8 für den Schamasch, denn auch er bekommt jeden Abend eine neue Kerze.

Für das Jahr 2026 heißt das: Am 4. Dezember brennt ein Licht, am 5. Dezember zwei, am 6. Dezember drei, am 7. Dezember vier, am 8. Dezember fünf, am 9. Dezember sechs, am 10. Dezember sieben und am 11. Dezember alle acht. Am 12. Dezember zündet man keine Lichter mehr an, denn am Abend dieses Tages endet das Fest.

Was ist am Freitag und am Samstag anders?

Am Freitagabend beginnt der Schabbat, und am Schabbat darf man nach jüdischem Religionsgesetz kein Feuer anzünden. Deshalb zündet man die Chanukka-Lichter am Freitag schon vor Sonnenuntergang an, kurz bevor die Schabbat-Kerzen angezündet werden. Damit sie trotzdem bis in die Nacht brennen, nimmt man größere Kerzen oder mehr Öl.

Am Samstagabend wartet man, bis der Schabbat vorbei ist. Das ist, wenn die ersten Sterne am Himmel stehen. Dann spricht man das Gebet Hawdala (ausgesprochen „haw-da-LA“). Mit ihm wird der Schabbat verabschiedet. Erst danach zündet man die Chanukka-Lichter an.

Im Jahr 2026 fallen sogar zwei Chanukka-Abende auf einen Freitag: der erste am 4. Dezember und der achte am 11. Dezember. An beiden Tagen werden die Lichter deshalb schon am Nachmittag angezündet, vor Beginn des Schabbat.

Wohin stellt man die Chanukkia?

Man stellt die Chanukkia so auf, dass Menschen auf der Straße sie sehen können. Denn die Lichter sollen allen zeigen, dass an Chanukka ein Wunder geschehen ist.

Der Talmud sagt, dass man die Chanukkia früher draußen vor die Haustür stellte, und zwar auf die linke Seite. Auf der rechten Seite hängt an jüdischen Häusern die Mesusa (ausgesprochen „me-su-SA“). Das ist eine kleine Kapsel mit einer Schriftrolle, auf der ein Gebet aus der Tora steht. Wer durch die Tür geht, hat so auf beiden Seiten ein Zeichen seines Glaubens. Heute stellen die meisten Familien die Chanukkia ins Fenster, das zur Straße zeigt. Wohnt man so hoch, dass man das Fenster von unten nicht mehr sehen kann, stellt man sie in der Wohnung neben die Tür. In vielen Familien hat jedes Kind seine eigene Chanukkia.

Was isst man an Chanukka?

An Chanukka isst man vor allem Speisen, die in Öl gebacken oder gebraten werden. Das Öl erinnert an das Ölwunder im Tempel. Die bekanntesten Chanukka-Speisen sind Kartoffelpuffer und Krapfen.

Was sind Latkes?

Latkes (ausgesprochen „LAT-kes“) sind Kartoffelpuffer. Man reibt rohe Kartoffeln und Zwiebeln, mischt sie mit Ei und etwas Mehl und brät kleine flache Puffer in heißem Öl. Dazu isst man Apfelmus oder saure Sahne. Das Wort Latkes kommt aus dem Jiddischen. Jiddisch ist eine Sprache, die viele Juden in Mittel- und Osteuropa früher im Alltag sprachen. Sie ist eng mit dem Deutschen verwandt. Auf Hebräisch heißen die Puffer Lewiwot (ausgesprochen „le-wi-WOT“).

Früher waren Latkes keine Kartoffelpuffer, sondern kleine Pfannkuchen aus Käse oder Quark. Erst um das Jahr 1840 begannen die Juden in Osteuropa, Latkes aus Kartoffeln zu machen, weil Kartoffeln viel billiger waren als Käse. So entstand das Gericht, das heute die meisten kennen.

Teller mit Latkes, Apfelmus und saurer Sahne vor einer Chanukkia mit brennenden Kerzen
Latkes mit Apfelmus und saurer Sahne am achten Chanukka-Abend. Im Hintergrund brennen alle Lichter der Chanukkia. Foto: Eden Aviv, CC0, via Wikimedia Commons

Warum isst man an Chanukka Käse?

Viele Familien essen an Chanukka auch Käse und Speisen aus Milch. Das hängt mit einer alten Erzählung zusammen, die man sich zu Chanukka erzählt. Sie handelt von einer mutigen Frau namens Judit. Nach dieser Erzählung belagerte ein feindliches Heer ihre Stadt. Judit ging zum Anführer der Feinde. Sie gab ihm salzigen Käse zu essen, sodass er großen Durst bekam und viel Wein trank. Davon schlief er fest ein. Judit tötete ihn mit seinem eigenen Schwert, und das feindliche Heer floh. Die Stadt war gerettet. Ob die Erzählung wahr ist und wann sie geschehen sein soll, weiß man nicht. Sie gehört eigentlich nicht zur Geschichte der Makkabäer. Weil sie aber auch vom Mut gegen einen übermächtigen Feind erzählt, verbinden viele Juden sie mit Chanukka.

Was sind Sufganiot?

Sufganiot (ausgesprochen „suf-ga-ni-JOT“) sind runde Krapfen, die in heißem Fett schwimmend ausgebacken werden. In Deutschland nennt man sie Berliner oder Krapfen. Ein einzelner Krapfen heißt Sufganija (ausgesprochen „suf-ga-ni-JA“). Meistens sind sie mit roter Marmelade gefüllt und mit Puderzucker bestreut. Heute gibt es sie auch mit Schokolade, Vanillecreme oder anderen Füllungen.

In Israel sind Sufganiot die wichtigste Chanukka-Speise. In den Wochen vor dem Fest liegen sie in jeder Bäckerei, und es werden viele Millionen davon verkauft. Den Brauch gibt es dort seit den 1920er-Jahren. Damals warb eine große Arbeitergewerkschaft in Israel für Sufganiot statt Latkes. Der Grund war, dass Latkes jede Familie zu Hause brät, Sufganiot aber in Bäckereien hergestellt werden. So bekamen Bäcker Arbeit.

Sufganiot mit Erdbeermarmelade und Puderzucker auf einem Teller
Sufganiot sind Krapfen mit Marmeladenfüllung und Puderzucker. In Israel isst man sie an Chanukka überall. Foto: Noam Furer, CC0, via Wikimedia Commons

Was ist ein Dreidel und wie spielt man damit?

Ein Dreidel (ausgesprochen „DREI-del“) ist ein kleiner Kreisel mit vier Seiten, mit dem Kinder an Chanukka spielen. Auf jeder Seite steht ein hebräischer Buchstabe. Das Wort Dreidel ist jiddisch und kommt vom deutschen Wort „drehen“. Auf Hebräisch heißt der Kreisel Sewiwon (ausgesprochen „se-wi-WON“).

Die vier Buchstaben heißen Nun, Gimel (ausgesprochen „GI-mel“), He und Schin. Sie sind die Anfangsbuchstaben eines hebräischen Satzes: Nes gadol haja scham (ausgesprochen „NES ga-DOL ha-JA SCHAM“). Das bedeutet: „Ein großes Wunder geschah dort.“ Gemeint ist das Wunder im Tempel in Jerusalem. In Israel steht statt des Schin der Buchstabe Pe. Dann heißt der Satz Nes gadol haja po, „Ein großes Wunder geschah hier“. Denn Jerusalem liegt ja in Israel.

Drei Dreidel aus Holz mit den hebräischen Buchstaben Gimel, He und Pe
Dreidel aus Holz. Auf diesen Kreiseln sind die Buchstaben Gimel, He und Pe zu sehen. Mit dem Pe sind es Dreidel, wie man sie in Israel benutzt. Foto: Marina Shemesh, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Wie geht das Dreidel-Spiel?

Für das Dreidel-Spiel braucht man einen Dreidel und für jeden Mitspieler einen kleinen Vorrat an Nüssen, Bonbons oder Schokoladenmünzen. Zu Beginn legt jeder ein Stück davon in die Mitte. Dann dreht einer nach dem anderen den Kreisel. Welcher Buchstabe oben liegt, wenn der Kreisel umfällt, bestimmt, was passiert:

Buchstabejiddisches WortWas passiert?
Nunnischt = nichtsMan bekommt nichts und gibt nichts ab.
GimelganzMan bekommt alles, was in der Mitte liegt.
HehalbMan bekommt die Hälfte von dem, was in der Mitte liegt.
Schinstell einMan muss ein Stück in die Mitte legen.

Wenn die Mitte leer ist, legt jeder wieder ein Stück hinein. Das Spiel ist zu Ende, wenn einer alles gewonnen hat oder wenn alle keine Lust mehr haben.

Woher kommt der Dreidel?

Der Dreidel kommt sehr wahrscheinlich aus einem Kreiselspiel, das im 18. Jahrhundert vor allem in den deutschsprachigen Ländern Europas verbreitet war. Die Juden lernten es von ihren christlichen Nachbarn. Bei diesem Spiel hatte der Kreisel deutsche Buchstaben: G für „ganz“, H für „halb“, N für „nichts“ und S für „stell ein“. Die Juden schrieben die passenden hebräischen Buchstaben auf den Kreisel. Erst später deutete man die Buchstaben als Anfang des Satzes vom großen Wunder. Das hebräische Wort Sewiwon wurde sogar erst im 19. Jahrhundert erfunden.

Es gibt auch eine Legende über den Dreidel. Nach ihr lernten jüdische Kinder in der Zeit des Antiochus heimlich die Tora. Wenn Soldaten kamen, holten sie schnell Kreisel hervor und taten so, als würden sie spielen. Fachleute halten diese Geschichte aber für eine spätere Erfindung. Aus der Zeit vor dem 18. Jahrhundert gibt es keinen Hinweis auf den Dreidel.

Bekommen Kinder an Chanukka Geschenke?

Ja, heute bekommen viele jüdische Kinder an Chanukka Geschenke, oft sogar an jedem der acht Abende. Ursprünglich war Chanukka aber kein Fest der Geschenke. Früher bekamen Kinder vor allem etwas Geld.

Das Geld zu Chanukka heißt Gelt (ausgesprochen „GELT“). Das ist das jiddische Wort für Geld. In Polen bekamen Kinder schon vor rund 400 Jahren zu Chanukka Münzen. Sie sollten das Geld ihren Lehrern geben, die damals oft sehr arm waren. Später durften die Kinder das Geld selbst behalten. Heute bekommen Kinder es meistens nach dem Anzünden der Lichter. Viele Eltern ermuntern sie, einen Teil davon für arme Menschen zu spenden. Eine solche Spende heißt Zedaka (ausgesprochen „ze-da-KA“). Sie gehört im Judentum zu den wichtigsten guten Taten.

Seit den 1920er-Jahren gibt es auch Chanukka-Gelt aus Schokolade. Es kam in den USA auf. Die Schokoladenmünzen sind in goldene oder silberne Folie gewickelt und sehen aus wie echte Münzen. Mit ihnen spielen Kinder gern Dreidel.

Dass es an Chanukka richtige Geschenke gibt, kam erst im 20. Jahrhundert auf, vor allem in den USA. Dort leben viele Juden mitten unter Christen. Weil Chanukka meist kurz vor Weihnachten liegt und die christlichen Kinder Geschenke bekamen, begannen auch jüdische Familien, ihre Kinder zu Chanukka zu beschenken. Eigentlich gehörten Geschenke im Judentum eher zu einem anderen Fest, zu Purim (ausgesprochen „pu-RIM“) im Frühling.

Welche Lieder singt man an Chanukka?

An Chanukka singt man vor allem nach dem Anzünden der Lichter. Drei Lieder sind besonders bekannt.

  • Haneirot Halalu (ausgesprochen „ha-ne-ROT ha-LA-lu“) bedeutet „Diese Lichter“. Man singt es direkt nach dem Anzünden. Es erklärt, warum man die Lichter anzündet: zur Erinnerung an die Wunder, die Gott für die Vorfahren getan hat. Darin heißt es auch, dass man die Lichter nicht benutzen, sondern nur ansehen darf.
  • Maos Zur (ausgesprochen „ma-OS ZUR“) bedeutet „Starker Fels“. Mit dem Fels ist Gott gemeint, auf den man sich verlassen kann. Das Lied ist sehr alt. Ein Dichter namens Mordechai hat es wahrscheinlich im 13. Jahrhundert in Deutschland geschrieben. Seinen Namen kann man im Lied lesen: Die ersten Buchstaben der Strophen ergeben auf Hebräisch den Namen Mordechai. Das Lied erzählt, wie Gott die Juden immer wieder aus großer Gefahr gerettet hat, auch zur Zeit der Makkabäer. Die Melodie stammt aus Westeuropa und ist etwa 600 Jahre alt.
  • Sewiwon sov sov sov (ausgesprochen „se-wi-WON SOV SOV SOV“) bedeutet „Kreisel, dreh dich, dreh dich, dreh dich“. Es ist ein fröhliches Kinderlied über den Dreidel. Darin heißt es, Chanukka ist ein gutes Fest, und ein großes Wunder ist hier geschehen. Den Text hat der Kinderbuchautor Levin Kipnis vor gut 100 Jahren geschrieben.

So klingt die alte Melodie von Maos Zur:

Hörbeispiel: die Melodie von Maos Zur, ohne Gesang, gespielt mit einem einfachen Orgelklang. Aufnahme: Nevuchadnezzar, Klang von Kinder-Wiki erzeugt, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.

Wie wird Chanukka in Israel und in Deutschland gefeiert?

In Israel ist Chanukka ein großes Fest für das ganze Land. In Deutschland feiern es die jüdischen Familien vor allem zu Hause und in den jüdischen Gemeinden, aber es gibt auch große öffentliche Leuchter.

Wie feiert man Chanukka in Israel?

In Israel haben die Kinder an Chanukka Ferien. Schon Wochen vorher basteln sie in Kindergärten und Schulen eigene Chanukkiot. Die Geschäfte und viele Fenster sind mit Leuchtern und Kreiseln aus Papier geschmückt. Im ganzen Land gibt es während der acht Tage Theater, Konzerte und Shows für Kinder.

Zum Auftakt gibt es einen Fackellauf. Er beginnt in der Stadt Modiin, wo die Makkabäer gelebt haben sollen, und führt bis nach Jerusalem. Viele Menschen reichen eine brennende Fackel von Hand zu Hand weiter. Mit ihr zündet man in Jerusalem eine große Chanukkia an der Klagemauer an. Die Klagemauer, auf Hebräisch Kotel (ausgesprochen „KO-tel“), ist der letzte erhaltene Teil der Mauer um den alten Tempelplatz. Sie ist der wichtigste Ort zum Beten für Juden.

Wie feiert man Chanukka in Deutschland?

In Deutschland gehen die Kinder an Chanukka ganz normal zur Schule, weil das Fest kein gesetzlicher Feiertag ist. Gefeiert wird am Abend zu Hause und in den jüdischen Gemeinden. Dort gibt es oft Feiern für Kinder mit Liedern, Dreidel-Spielen und Sufganiot.

In vielen Städten stellen jüdische Gemeinden große Chanukka-Leuchter auf öffentlichen Plätzen auf. Der bekannteste steht in Berlin vor dem Brandenburger Tor. Er ist etwa zehn Meter hoch und gilt als größter Chanukka-Leuchter Europas. Eine jüdische Gemeinschaft stellt ihn seit rund 20 Jahren jedes Jahr dort auf. An jedem Abend zündet ein Rabbiner von einer Hebebühne aus ein weiteres Licht an. Ein Rabbiner ist ein jüdischer Gelehrter und Lehrer, der eine Gemeinde leitet.

Großer Chanukka-Leuchter vor dem beleuchteten Brandenburger Tor in Berlin
Der große Chanukka-Leuchter vor dem Brandenburger Tor in Berlin am 25. Dezember 2016. Es ist der zweite Abend, deshalb brennen rechts zwei Lichter und in der Mitte der Schamasch. Foto: Chabad Lubavitch, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Ist Chanukka das jüdische Weihnachten?

Nein, Chanukka ist nicht das jüdische Weihnachten. Es ist ein eigenes Fest mit einer ganz anderen Geschichte. Viele Menschen nennen es nur so, weil beide Feste meist im Dezember liegen und bei beiden Lichter brennen.

An Weihnachten feiern Christen die Geburt von Jesus. An Chanukka erinnern Juden an die neue Einweihung des Tempels, die etwa 160 Jahre vor der Geburt von Jesus stattfand. Chanukka ist also viel älter als Weihnachten. Außerdem ist Weihnachten für Christen eines der wichtigsten Feste im ganzen Jahr. Chanukka ist dagegen ein Halbfeiertag. Zu den wichtigsten jüdischen Festen gehören zum Beispiel der Versöhnungstag Jom Kippur (ausgesprochen „JOM kip-PUR“) im Herbst und das Pessach-Fest (ausgesprochen „PE-sach“) im Frühling.

ChanukkaWeihnachten
ReligionJudentumChristentum
Woran erinnert es?neue Einweihung des Tempels 164 vor ChristusGeburt von Jesus
Wie lange?acht Tagezwei Feiertage, die Weihnachtszeit dauert länger
Wann?ab 25. Kislew, jedes Jahr an anderen Tagen, meist im Dezemberimmer am 24. bis 26. Dezember
Wie wichtig?Halbfeiertag, man darf arbeitenhoher Feiertag, gesetzlich frei
Lichterjeden Abend eines mehr an der ChanukkiaKerzen am Adventskranz und am Christbaum
Geschenkeursprünglich nur Gelt, heute oft GeschenkeGeschenke an Heiligabend oder am 25. Dezember

Was haben Chanukka und Weihnachten gemeinsam?

Einiges haben die Feste aber gemeinsam. Bei beiden zündet man in der dunklen Jahreszeit Lichter an. Beide beginnen am Abend vor dem eigentlichen Festtag, und beide fallen auf den 25. eines Monats: Weihnachten auf den 25. Dezember, Chanukka auf den 25. Kislew. Familien, in denen ein Elternteil jüdisch und einer christlich ist, feiern manchmal beide Feste. Das nennt man dann scherzhaft Weihnukka.

Viele Juden halten die Bezeichnung jüdisches Weihnachten für irreführend. Sie klingt so, als hätte das Judentum nur eine Kopie eines christlichen Festes. Dabei ist Chanukka ein eigenes Fest mit einer eigenen Bedeutung.

Was wünscht man sich zu Chanukka?

Zu Chanukka wünscht man sich Chanukka Sameach (ausgesprochen „cha-nu-KA sa-ME-ach“). Das bedeutet „Frohes Chanukka“. Man kann auch Chag Urim Sameach sagen (ausgesprochen „CHAG u-RIM sa-ME-ach“), das heißt „Frohes Lichterfest“. Wer kein Hebräisch kann, sagt einfach „Frohes Chanukka“. Viele jüdische Menschen freuen sich, wenn man ihnen zu ihrem Fest gratuliert.

Zum Weiterdenken

  • Die Makkabäer durften ihre Religion nicht mehr ausüben und wehrten sich dagegen. Warum ist es für Menschen so wichtig, ihren Glauben frei leben zu dürfen?
  • Die Schüler von Schammai wollten jeden Abend ein Licht weniger anzünden, die Schüler von Hillel eines mehr. Welche Begründung findest du überzeugender und warum?
  • Die Chanukkia soll im Fenster stehen, damit alle sie sehen. Warum wollten die Juden das Wunder wohl nicht nur für sich behalten?

Jetzt selbst ausprobieren

Die beiden bekanntesten Speisen von Chanukka kannst du selbst zubereiten. Die Kartoffelpuffer machst du nach unserem Rezept Latkes selber machen, die mit Marmelade gefüllten Krapfen nach dem Rezept Sufganiot backen. Beide backst du im Backofen statt in heißem Öl, denn heißes Öl spritzt und ist für Kinder gefährlich. So kannst du am Abend nach dem Anzünden der Lichter mit deiner Familie Chanukka-Essen probieren.

Quellen: Jüdisches Museum Berlin: Chanukka dauert acht Tage, Jüdisches Museum Berlin: Chanukkageld, Hebcal: Chanukah 2026, Die Bibel: 2. Mose 25, Die Bibel: 1. Makkabäer 1, Die Bibel: 1. Makkabäer 2, Bibleserver: 1. Makkabäer 4, Die Bibel: 2. Makkabäer 10, Die Bibel: Johannes 10, WiBiLex: Makkabäerbücher, Sefaria: Talmud Schabbat 21b, Sefaria: Talmud Schabbat 22a, Chabad: Chanukka im Überblick, Jüdische Allgemeine: Wundern über das Wunder, Jüdische Allgemeine: Chanukka von A bis Z, Jüdische Allgemeine: Nach draußen, Jüdische Allgemeine: Früher war alles Käse, Jüdische Allgemeine: Geld oder Schokolade, Jüdische Allgemeine: Lichterfest im Sonnenschein, Library of Congress: The Truth Behind the Hanukkah Dreidel, My Jewish Learning: How Jelly Donuts Took Over Hanukkah in Israel, Freedman Jewish Music Archive, University of Pennsylvania: Lewin Kipnis, Encyclopaedia Judaica: Maoz Zur, Israelisches Bildungsministerium: Schulferien, Deutsche Welle: Was ist Chanukka?, evangelisch.de: Größter Chanukka-Leuchter Europas

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