Die kurze Antwort
Ein Dreikönigskuchen ist ein süßes Hefegebäck aus der Schweiz, das man am 6. Januar isst, dem Dreikönigstag. Er besteht aus einer großen Teigkugel in der Mitte und acht kleineren Kugeln rundherum. Zusammen sehen sie aus wie eine Krone. In einer der kleinen Kugeln ist eine Königsfigur oder eine Mandel versteckt. Für unser Rezept knetest du einen Hefeteig mit Sultaninen, lässt ihn zweimal aufgehen, formst die Kugeln und backst den Kuchen etwa 25 Minuten bei 180 Grad.
Der Dreikönigskuchen gehört zum Fest der Heiligen Drei Könige. Wer die Königsfigur in seinem Stück findet, wird für einen Tag König oder Königin und bekommt eine Krone aus Papier. Warum es dieses Fest gibt und woher der Kuchen kommt, erfährst du im Beitrag Heilige Drei Könige: Wer waren sie und warum bringen sie Geschenke?. Mit diesem Rezept backst du einen Kuchen aus neun Kugeln für acht bis neun Personen. Du brauchst dafür etwa zweieinhalb Stunden, denn der Teig muss zweimal ruhen.

Vor dem Start
Der Backofen und das Blech werden sehr heiß. Das Vorheizen, das Einschieben und das Herausholen des Blechs übernimmt jemand, der dir hilft, zum Beispiel deine Mama, dein Opa oder deine große Schwester. Wasch dir vor dem Backen die Hände. Im Teig stecken Weizenmehl, Milch und Butter. Bestrichen wird der Kuchen mit Eigelb, und obendrauf liegen Mandeln. Wenn jemand diese Lebensmittel nicht verträgt, sprecht vorher darüber. Die Königsfigur ist klein. Sag allen am Tisch, dass sie im Kuchen steckt, damit niemand sie aus Versehen verschluckt. Kleine Geschwister essen ihr Stück nur, wenn ein Erwachsener vorher nachgeschaut hat.
Was brauchst du für einen Dreikönigskuchen?

Wie backt man einen Dreikönigskuchen?
1. Die Sultaninen einweichen
Gib die Sultaninen in die kleine Schüssel. Wer dir hilft, gießt heißes Wasser darüber, bis sie ganz bedeckt sind. Lass sie stehen, während du den Teig machst. Im Wasser saugen sich die getrockneten Weinbeeren voll und werden weich und saftig. Dann nehmen sie dem Teig beim Backen keine Feuchtigkeit weg.

2. Den Hefeteig kneten
Misch das Mehl, den Zucker und das Salz in der großen Schüssel und drück mit der Faust eine Mulde in die Mitte. Gib die Butter in Stückchen, die zerbröckelte Hefe und die Milch in die Mulde. Die Milch soll zimmerwarm sein, also nicht mehr kalt aus dem Kühlschrank, aber auch nicht heiß. Knete alles mit den Händen oder dem Knethaken einer Küchenmaschine etwa zehn Minuten lang. Der Teig ist fertig, wenn er glatt und weich ist und nicht mehr an der Schüssel klebt.

3. Den Teig zweimal gehen lassen
Deck die Schüssel mit dem Tuch zu und lass den Teig bei Zimmertemperatur stehen, bis er doppelt so groß ist. Das dauert etwa eine Stunde. Gieß dann die Sultaninen im Sieb ab und knete sie unter den Teig. Deck den Teig wieder zu und lass ihn noch einmal etwa 45 Minuten gehen, bis er wieder doppelt so groß ist. Warum ein Hefeteig aufgeht, erklären wir dir im Rezept Martinsgänse backen.

4. Die Kugeln formen und den König verstecken
Leg das Backpapier auf das Blech. Nimm ein Viertel des Teigs ab, das sind etwa 250 g, und roll daraus mit den Händen eine große Kugel. Setz sie in die Mitte des Blechs. Teil den restlichen Teig in acht gleich große Stücke von etwa 95 g und roll aus jedem eine Kugel. Drück in eine der acht Kugeln die Königsfigur oder die Mandel und roll die Kugel noch einmal, bis man nichts mehr davon sieht. Leg die acht Kugeln mit etwa einem Zentimeter Abstand im Kreis um die große Kugel. Deck den Kuchen zu und lass ihn noch 15 Minuten ruhen. Jetzt heizt die Person, die dir hilft, den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor.

5. Bestreichen und backen
Verrühr das Eigelb mit der Milch und bestreich alle Kugeln mit dem Pinsel. Streu die Mandelblättchen und den Hagelzucker darüber. Wer dir hilft, schiebt das Blech in den unteren Teil des Backofens. Der Kuchen backt 25 bis 30 Minuten, bis er goldbraun ist. Klopf danach mit dem Finger auf die Unterseite der großen Kugel. Wenn es hohl klingt, ist der Kuchen durch.

6. Abkühlen lassen und die Krone aufsetzen
Lass den Kuchen auf dem Kuchengitter abkühlen. Setz die Papierkrone auf die große Kugel in der Mitte. Am Dreikönigstag nimmt sich jeder eine Kugel. Wer den König findet, setzt die Krone auf und ist für den Rest des Tages König oder Königin.

Warum wachsen die Kugeln zu einer Krone zusammen?
Die Kugeln wachsen zu einer Krone zusammen, weil der Teig beim Ruhen und Backen noch einmal größer wird. Die Kugeln liegen nur einen Zentimeter auseinander. Beim letzten Ruhen und im heißen Ofen dehnt sich jede Kugel in alle Richtungen aus. Dann berühren sich die Kugeln und kleben aneinander fest, weil der Teig an den Rändern noch weich ist. Beim Backen wird der Teig fest, und aus neun einzelnen Kugeln wird ein Kuchen, den man trotzdem leicht auseinanderbrechen kann. An den Stellen, an denen sich die Kugeln berühren, bleibt der Teig hell und weich, weil dort keine heiße Luft hinkommt.
Liegen die Kugeln zu weit auseinander, backen sie einzeln, und es entsteht keine Krone.
In welcher Kugel steckt der König meistens?
Beim gekauften Dreikönigskuchen steckt der König meistens in der kleinsten Kugel. Das liegt nicht am Zufall. Die Figur nimmt im Teig Platz weg, und der Teig um sie herum kann weniger aufgehen. Deshalb wird diese Kugel beim Backen etwas kleiner als die anderen. Wer also besonders bescheiden ist und die kleinste Kugel nimmt, wird am ehesten König. Bei deinem selbst gebackenen Kuchen kannst du das ausprobieren, denn du weißt ja, wo der König steckt. Damit es gerecht bleibt, kann jemand anderes die Figur verstecken, während du kurz aus der Küche gehst.
Was tun, wenn der Dreikönigskuchen nicht klappt?
- Wenn der Teig nach einer Stunde nicht größer geworden ist, war es zu kalt. Stell die Schüssel an einen warmen Ort, zum Beispiel in die Nähe der Heizung, und warte noch 30 Minuten.
- Wenn der Teig auch dann nicht aufgeht, war die Hefe zu alt oder die Milch zu heiß. Mehr dazu steht im Rezept Martinsgänse backen.
- Wenn der Teig an den Fingern klebt, knete ihn noch ein paar Minuten länger. Erst wenn er dann noch klebt, gibst du einen Esslöffel Mehl dazu.
- Wenn die Sultaninen beim Kneten herausfallen, waren sie noch nass. Tupf sie beim nächsten Mal mit einem Küchentuch trocken.
- Wenn die Kugeln oben zu dunkel werden, bevor der Kuchen durch ist, legt die Person, die dir hilft, ein Stück Backpapier locker darüber.
- Wenn die Königsfigur beim Formen herausschaut, drück die Kugel noch einmal zusammen und roll sie, bis die Figur ganz im Teig steckt.
Zum Weiterdenken
Der Kuchen hat neun Kugeln, aber am Tisch sitzen vielleicht nur vier Menschen. Wie verteilt ihr die übrigen Kugeln, ohne dass jemand schon weiß, wo der König steckt? Und was soll der König oder die Königin an diesem Tag bestimmen dürfen?
Rezept eigenständig formuliert nach Swissmilk: Dreikönigskuchen und Betty Bossi: Dreikönigskuchen. Weitere Quelle: SRF: Wie ein Berner den Dreikönigskuchen wiederbelebte

