Die kurze Antwort
Die Heiligen Drei Könige heißen Caspar, Melchior und Balthasar. Nach der Bibel waren es Sterndeuter aus dem Osten, die einem Stern folgten und dem neugeborenen Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten. Ihr Fest ist am 6. Januar. In Deutschland ziehen an diesem Tag die Sternsinger von Haus zu Haus und schreiben einen Segen an die Tür. In Spanien und in vielen Ländern Lateinamerikas sind die Heiligen Drei Könige die wichtigsten Gabenbringer des Jahres. Dort heißen sie Reyes Magos (ausgesprochen „RE-jes MA-gos“). Sie reiten in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar auf Kamelen durch die Städte und füllen die Schuhe der Kinder. Dass es drei waren und dass sie Könige waren, steht übrigens nicht in der Bibel. Das haben die Menschen erst später so erzählt.

Warum ist der Abend des 5. Januar in Spanien so aufregend?
Am Abend des 5. Januar stehen in Madrid, Barcelona und Sevilla (ausgesprochen „se-WI-lja“) Tausende Familien an den Straßen. Prunkvolle Wagen ziehen vorbei, Musikkapellen spielen, und von oben regnet es Bonbons. Auf den Wagen sitzen drei Männer mit Kronen und weiten, glänzenden Umhängen. Es sind die Heiligen Drei Könige. Für spanische Kinder ist das der aufregendste Abend des Jahres, denn in dieser Nacht bringen die Könige die Geschenke. Bei uns in Deutschland klingeln am 6. Januar dagegen Kinder mit Kronen und einem Stern an der Haustür. Wer waren diese drei Männer aus dem Morgenland wirklich? Und warum bringen sie in manchen Ländern sogar mehr Geschenke als der Weihnachtsmann?
Welche anderen Gabenbringer es auf der Welt gibt, zeigt unser Überblick Christkind oder Weihnachtsmann: Wer bringt in welchem Land die Geschenke?.
Wer waren die Heiligen Drei Könige?
Die Heiligen Drei Könige waren nach der Bibel Sterndeuter aus dem Osten, die das neugeborene Jesuskind besuchten. Sterndeuter waren gelehrte Männer, die den Himmel beobachteten und aus den Sternen Zeichen für die Zukunft lasen. Im griechischen Text der Bibel heißen sie „Magoi“ (ausgesprochen „MA-goi“). Davon kommt auch das deutsche Wort „Magier“. Man nennt sie deshalb auch die Weisen aus dem Morgenland. „Morgenland“ ist ein altes Wort für den Osten, denn dort geht am Morgen die Sonne auf.
Woher genau sie kamen, sagt die Bibel nicht. Viele Forscher vermuten, dass sie aus Persien oder aus Babylonien stammten, also aus dem heutigen Iran oder Irak. Dort gab es damals berühmte Sternkundige.
Was steht in der Bibel über die Heiligen Drei Könige?
In der Bibel erzählt nur das Matthäus-Evangelium von den Sterndeutern, und zwar im zweiten Kapitel. Ein Evangelium ist einer der vier Berichte über das Leben von Jesus.
Die Sterndeuter sahen im Osten einen besonderen Stern aufgehen. Sie deuteten ihn so, dass ein neuer König der Juden geboren war. Deshalb reisten sie nach Jerusalem, in die Hauptstadt. Dort fragten sie König Herodes, wo das Kind zu finden sei. Herodes erschrak, denn er wollte keinen anderen König neben sich. Seine Schriftgelehrten sagten ihm, dass nach einer alten Weissagung der neue König in Bethlehem geboren werde. Herodes schickte die Sterndeuter dorthin und bat sie, ihm danach zu berichten, wo das Kind sei. Er sagte, er wolle es ebenfalls anbeten. In Wahrheit wollte er es töten.
Der Stern zog vor den Sterndeutern her, bis er über dem Haus stand, in dem das Kind war. Sie fanden Jesus mit seiner Mutter Maria, knieten vor ihm nieder und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. In einem Traum wurden sie gewarnt, nicht zu Herodes zurückzukehren. Deshalb reisten sie auf einem anderen Weg in ihre Heimat zurück.
Warum nennt man sie drei Könige, wenn sie Sterndeuter waren?
Man nennt sie drei Könige, weil die Christen sich die Geschichte im Lauf der Jahrhunderte immer weiter ausgemalt haben. In der Bibel steht weder, dass es drei waren, noch dass sie Könige waren.
Auf die Zahl drei kam man wegen der Geschenke. Es waren drei Gaben, also stellte man sich drei Schenkende vor. In alten Bildern aus den ersten Jahrhunderten gibt es aber auch zwei, vier oder sogar zwölf Sterndeuter.
Zu Königen wurden sie, weil man in den Psalmen, den alten Liedern der Bibel, von Königen las, die dem großen König Geschenke bringen. Die Christen bezogen diese Stellen auf die Sterndeuter. Außerdem passten kostbare Gaben wie Gold besser zu Königen als zu einfachen Gelehrten.
Später deutete man die drei auch als Vertreter der damals bekannten Teile der Welt, Asien, Europa und Afrika. Deshalb wird einer von ihnen, meist Caspar oder Balthasar, seit dem späten Mittelalter oft mit dunkler Hautfarbe dargestellt. Man sah in den drei Königen außerdem die drei Lebensalter, einen jungen Mann, einen Mann mittleren Alters und einen Greis. Damit wollte man zeigen, dass alle Menschen zu Jesus kommen dürfen.
Woher kommen die Namen Caspar, Melchior und Balthasar?
Die Namen Caspar, Melchior und Balthasar tauchen erst im 6. Jahrhundert auf, also rund 500 Jahre nach der Geburt von Jesus. In der Bibel stehen sie nicht. Sie stammen aus Erzählungen und Bildern, die man sich in der Kirche über die Sterndeuter machte.
- Caspar kommt vermutlich aus dem Persischen und bedeutet „Schatzmeister“.
- Melchior kommt aus dem Hebräischen und bedeutet „König des Lichts“.
- Balthasar kommt aus dem Babylonischen und bedeutet „Gott schütze den König“.
Was bedeuten Gold, Weihrauch und Myrrhe?
Die drei Geschenke zeigen, wer Jesus nach dem Glauben der Christen ist. Gold war das wertvollste Metall und ein Geschenk für einen König. Weihrauch ist das getrocknete Harz eines Baums, das beim Verbrennen duftenden Rauch macht. Man verwendete ihn im Tempel für Gott. Er zeigt also, dass Jesus nach christlichem Glauben Gott ist. Myrrhe ist ebenfalls ein duftendes Harz aus einem Strauch. Man verwendete es als Heilmittel und um Tote einzubalsamieren. Die Myrrhe deutet deshalb darauf hin, dass Jesus ein Mensch ist, der sterben wird.
Weihrauch und Myrrhe kommen aus dem Süden der Arabischen Halbinsel und vom Horn von Afrika. Sie waren damals sehr teuer, weil Händler sie mit Kamelkarawanen über Tausende Kilometer transportieren mussten. Deshalb stellt man sich die Könige auch mit Kamelen vor.
Was war der Stern von Bethlehem?
Was der Stern von Bethlehem genau war, weiß niemand sicher. Es gibt mehrere Erklärungen, aber keine ist bewiesen.
Manche Forscher denken an ein Treffen von Planeten. Im Jahr 7 vor Christus standen Jupiter und Saturn am Himmel mehrmals sehr nah beieinander. Für Sterndeuter war das ein wichtiges Zeichen, denn Jupiter galt als Königsstern. Andere denken an einen Kometen, also einen Himmelskörper aus Eis und Staub mit einem leuchtenden Schweif. Deshalb malen viele Künstler den Stern mit einem Schweif. Wieder andere halten den Stern für eine Erzählung, die zeigen soll, dass die Geburt von Jesus etwas Besonderes war.
Warum liegen die Heiligen Drei Könige in Köln?
Die Heiligen Drei Könige liegen in Köln, weil ein Erzbischof ihre angeblichen Gebeine im Jahr 1164 aus Mailand dorthin brachte. Gebeine sind die Knochen eines Toten. Nach einer Legende soll die Kaiserin Helena, die Mutter des römischen Kaisers Konstantin, sie im 4. Jahrhundert gefunden haben. Später lagen sie in einer Kirche in Mailand.
Im Jahr 1164 eroberte Kaiser Friedrich Barbarossa (ausgesprochen „bar-ba-ROS-sa“) Mailand. Sein Kanzler, der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel, nahm die Gebeine als Beute mit nach Köln. Für Köln war das ein riesiger Gewinn. Pilger aus ganz Europa kamen, um die Heiligen Drei Könige zu verehren. Für sie baute man einen prächtigen Schrein aus Gold, Silber und Edelsteinen. Er entstand ungefähr zwischen 1190 und 1220, an ihm arbeitete der berühmte Goldschmied Nikolaus von Verdun. Der Dreikönigenschrein ist der größte Reliquienschrein des Mittelalters, der erhalten ist. Weil so viele Pilger kamen, begann man im Jahr 1248, den riesigen Kölner Dom zu bauen. Die drei Kronen im Wappen der Stadt Köln erinnern bis heute an die Heiligen Drei Könige.
Ob in dem Schrein wirklich die Knochen der Sterndeuter liegen, kann niemand beweisen.
Warum ist der 6. Januar ein Feiertag?
Der 6. Januar ist ein Feiertag, weil die Kirche an diesem Tag Epiphanias feiert. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Erscheinung“. Christen erinnern sich daran, dass Jesus der Welt erschienen ist. In der katholischen und evangelischen Kirche denkt man dabei vor allem an den Besuch der Sterndeuter. In der orthodoxen Kirche erinnert man an diesem Tag vor allem an die Taufe von Jesus im Fluss Jordan.
Der 6. Januar liegt genau zwölf Tage nach dem 25. Dezember. Mit ihm endet in vielen Ländern die Weihnachtszeit. Die Nächte dazwischen nennt man die Raunächte oder die zwölf Nächte.
In Deutschland ist der 6. Januar nur in drei Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag, nämlich in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. In Österreich ist er überall ein Feiertag, ebenso in Italien, Spanien und vielen anderen Ländern.
Wer sind die Sternsinger?
Die Sternsinger sind Kinder und Jugendliche, die sich rund um den 6. Januar als Heilige Drei Könige verkleiden und von Haus zu Haus ziehen. Einer von ihnen trägt einen großen Stern an einem Stab. Die Kinder singen Lieder, sagen Gedichte auf, bringen den Segen für das neue Jahr und sammeln Geld für Kinder in armen Ländern.
Den Brauch, als Könige verkleidet durch die Straßen zu ziehen, gibt es schon seit dem Mittelalter. Damals waren es oft arme Schüler oder Handwerksburschen, die sich so etwas zu essen verdienten. Heute organisieren in Deutschland vor allem das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend die Aktion. Sie heißt Aktion Dreikönigssingen und ist nach eigenen Angaben die größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder auf der Welt. Bei der Aktion im Jahr 2026 sammelten die Sternsinger in Deutschland 47.173.855 Euro. Im Dezember 2015 wurde das Sternsingen in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen. Immaterielles Kulturerbe sind Bräuche, Feste und Fähigkeiten, die so wertvoll sind, dass man sie erhalten möchte.
Was bedeutet C+M+B an der Tür?
C+M+B bedeutet „Christus mansionem benedicat“ (ausgesprochen „KRIS-tus man-si-O-nem be-ne-DI-kat“). Das ist Latein und heißt „Christus segne dieses Haus“. Die Sternsinger schreiben diesen Segen mit geweihter Kreide über die Haustür, zusammen mit der Jahreszahl, zum Beispiel so 20*C+M+B+27. Die Ziffern am Anfang und am Ende ergeben das Jahr. Der Stern steht für den Stern von Bethlehem, die Kreuze für den Segen.
Viele Menschen denken, die drei Buchstaben stehen für Caspar, Melchior und Balthasar. Das passt auch, denn es sind zufällig die Anfangsbuchstaben der drei Könige. Gemeint ist aber eigentlich der lateinische Segensspruch. Der Segen bleibt bis zum nächsten Jahr an der Tür.
Warum bringen in Spanien die Heiligen Drei Könige die Geschenke?
In Spanien bringen die Heiligen Drei Könige die Geschenke, weil sie nach der Bibel die ersten waren, die Jesus etwas geschenkt haben. Deshalb schenken die Kinder dort einander nicht an Weihnachten, sondern am 6. Januar, dem Tag, an dem die Könige beim Jesuskind ankamen. Auf Spanisch heißen sie Los Reyes Magos (ausgesprochen „los RE-jes MA-gos“), die Magierkönige. Ihr Fest heißt Día de Reyes (ausgesprochen „DI-a de RE-jes“), Königstag.
Wie bekommen die Kinder in Spanien ihre Geschenke?
Schon Wochen vorher schreiben die Kinder einen Brief an die Könige, die Carta a los Reyes Magos (ausgesprochen „KAR-ta a los RE-jes MA-gos“). Darin erzählen sie, wie brav sie waren, und schreiben ihre Wünsche auf. Viele Kinder haben einen Lieblingskönig, an den sie den Brief richten. In vielen Städten sitzen in der Adventszeit Boten der Könige, die Pajes Reales (ausgesprochen „PA-ches re-A-les“), in Einkaufszentren und nehmen die Briefe entgegen. Ein Page war früher ein junger Diener am Hof eines Königs.
In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar stellen die Kinder ihre Schuhe auf den Balkon, ans Fenster oder unter den Weihnachtsbaum. Daneben stellen sie Wasser, Stroh oder Brot für die Kamele, oft auch ein Glas Milch oder etwas Süßes für die Könige. Am Morgen sind die Geschenke da, und die Kamele haben das Futter gefressen. Kinder, die nicht brav waren, finden manchmal ein Stück Carbón dulce (ausgesprochen „kar-BON DUL-the“) im Schuh, schwarze Zuckerkohle.
Heute kommt in vielen spanischen Familien zusätzlich Papá Noel (ausgesprochen „pa-PA no-EL“), der Weihnachtsmann, am 25. Dezember. Die großen Geschenke bringen aber oft immer noch die Könige.
Was ist die Cabalgata de Reyes?
Die Cabalgata de Reyes (ausgesprochen „ka-bal-GA-ta de RE-jes“) ist ein großer Umzug, bei dem die Heiligen Drei Könige am Abend des 5. Januar durch die Städte Spaniens ziehen. „Cabalgata“ bedeutet „Reiterzug“. Die Könige sitzen auf Kamelen, Pferden oder auf geschmückten Wagen, begleitet von Musik, Tänzern und Pagen. Sie werfen Bonbons in die Menge. Die Kinder halten Schirme verkehrt herum, um möglichst viele davon aufzufangen.
Die älteste Cabalgata Spaniens findet in der Stadt Alcoy (ausgesprochen „al-KOI“) in der Region Valencia (ausgesprochen „wa-LEN-thja“) statt. Sie geht auf das Jahr 1866 zurück und wird seit 1885 regelmäßig gefeiert. Eine Besonderheit gibt es dort. Pagen klettern auf langen Leitern an den Hauswänden hoch bis zu den Balkonen und bringen die Geschenke direkt in die Wohnungen. Seit 2001 ist das Fest in Alcoy ein offiziell anerkanntes Fest von nationalem touristischem Interesse.
Was ist ein Roscón de Reyes?
Ein Roscón de Reyes (ausgesprochen „ros-KON de RE-jes“) ist ein großer runder Hefekranz, den man in Spanien am 6. Januar zum Frühstück isst. Er ist mit kandierten Früchten in Rot und Grün belegt, die wie die Edelsteine einer Krone aussehen. Oft ist er mit Sahne gefüllt.
Im Teig sind zwei Dinge versteckt, eine kleine Figur und eine getrocknete Bohne. Wer die Figur findet, ist für einen Tag König oder Königin und bekommt eine Papierkrone. Wer die Bohne findet, muss nach dem Brauch den Kuchen im nächsten Jahr bezahlen. Der Brauch, eine Bohne in einen Kuchen zu backen, ist vermutlich sehr alt. Schon die Römer wählten bei den Saturnalien mit einer Bohne einen König des Festes, wie unser Artikel über die Saturnalien erklärt.
Gibt es auch in anderen Ländern einen Dreikönigskuchen?
Ja, in mehreren Ländern isst man am 6. Januar einen Kuchen mit einer versteckten Figur oder Bohne. Wer sie findet, wird König.
- In der Schweiz isst man den Dreikönigskuchen. Er besteht aus einer großen Kugel in der Mitte und mehreren kleinen Kugeln drumherum, zusammen sieht er wie eine Krone aus. In einer Kugel ist eine kleine Königsfigur versteckt. Wer sie findet, bekommt eine goldene Papierkrone. Der alte Brauch war fast vergessen. Der Berner Brotforscher Max Währen erweckte ihn im Jahr 1952 zusammen mit einer Bäckerfachschule in Luzern wieder. Heute essen die Menschen in der Schweiz jedes Jahr rund 1,5 Millionen Dreikönigskuchen.
- In Frankreich isst man die Galette des Rois (ausgesprochen „ga-LET de RUA“), einen flachen Kuchen aus Blätterteig mit Mandelfüllung. Darin ist eine kleine Porzellanfigur versteckt, die „Fève“ (ausgesprochen „FÄW“) heißt, also Bohne.
- In Mexiko isst man die Rosca de Reyes (ausgesprochen „ROS-ka de RE-jes“). Darin versteckt ist eine kleine Figur des Jesuskindes. Wer sie findet, muss am 2. Februar, dem Fest Mariä Lichtmess, für alle Tamales (ausgesprochen „ta-MA-les“) zubereiten. Das sind Maisteigtaschen, die in Maisblätter gewickelt und gedämpft werden.
Wo bringen die Heiligen Drei Könige noch Geschenke?
Die Heiligen Drei Könige bringen außer in Spanien auch in vielen Ländern Lateinamerikas die Geschenke, zum Beispiel in Mexiko und Puerto Rico (ausgesprochen „PUER-to RI-ko“). Sie heißen dort ebenfalls Reyes Magos.
In Puerto Rico sammeln die Kinder am Abend des 5. Januar frisches Gras und legen es in eine Schuhschachtel unter ihr Bett. Das Gras ist Futter für die Kamele. Am nächsten Morgen ist es verschwunden, und in der Schachtel liegen Geschenke.
In Mexiko stellen die Kinder ebenfalls Schuhe ans Fenster. Viele mexikanische Kinder bekommen inzwischen aber an mehreren Tagen etwas, am 24. Dezember vom Niño Dios (ausgesprochen „NI-njo DI-os“), also vom Jesuskind, am 25. Dezember von Santa Claus (ausgesprochen „SÄN-ta KLOOS“) und am 6. Januar von den Königen.
In Syrien erzählen christliche Familien eine besondere Geschichte. Danach brachte nicht einer der Könige die Geschenke, sondern das jüngste ihrer Kamele. Es war auf der langen Reise erschöpft zusammengebrochen. Das Jesuskind schenkte ihm dafür ewiges Leben. Seitdem bringt das Kamel jedes Jahr am 6. Januar den Kindern Geschenke.
Zum Weiterdenken
Aus einem kurzen Bericht in der Bibel über Sterndeuter, deren Zahl und Namen niemand kennt, sind drei Könige mit Namen, Kronen, Kamelen und eigenen Festen in vielen Ländern geworden. Was meinst du, warum haben die Menschen die Geschichte immer weiter ausgeschmückt? Und welches Geschenk würdest du heute einem neugeborenen Kind bringen, wenn du ein Sterndeuter wärst?
Jetzt selbst ausprobieren
Back mit deiner Familie zum 6. Januar einen Dreikönigskuchen wie in der Schweiz. In einer der Kugeln versteckst du einen kleinen König, und wer ihn findet, ist für einen Tag König oder Königin. Wie das Schritt für Schritt geht, zeigt unser Rezept für Dreikönigskuchen.
Quellen: Bibelserver: Matthäus 2, Kölner Dom: Dreikönigenschrein, Universität Leipzig, Namenberatungsstelle: Dreikönigsnamen, Caritas Görlitz: C+M+B, Sternsinger: Sammelergebnis 2026, Deutsche UNESCO-Kommission: Sternsingen, DGB: Gesetzliche Feiertage, Ajuntament d’Alcoi: Cabalgata, Stadt Barcelona: Roscón de Reyes, SRF: Max Währen und der Dreikönigskuchen, Gobierno de México: Tamales an Lichtmess, Discover Puerto Rico: Weihnachtsbräuche, Die Presse: Zwölf Könige und ein Kind im Stern

