Die kurze Antwort
Für ein Entdecker-Lesezeichen schneidest du aus dünnem Karton einen Streifen von etwa 5 mal 15 Zentimetern aus. Auf die Vorderseite malst du ein Tier oder klebst ein gepresstes Herbstblatt auf, auf die Rückseite schreibst du eine Frage, die du erforschen möchtest. Zum Schluss bindest du das Lesezeichen in durchsichtige Buchfolie ein. Mit einem Band oben findest du deine Seite schnell wieder.
Ein Lesezeichen ist ein Zeichen, das man in ein Buch legt. Es zeigt, bis zu welcher Seite man gelesen hat. Mit einem Lesezeichen musst du keine Ecke der Seite umknicken. So eine umgeknickte Ecke heißt Eselsohr. Der Knick zerstört die Fasern des Papiers, und auch nach dem Glätten bleibt eine Spur in der Seite. In öffentlichen Bibliotheken gilt ein Eselsohr deshalb als Beschädigung, für die man Ersatz leisten muss.
Vor dem Start
Plane etwa 20 bis 30 Minuten ein. Lass dir beim Schneiden und Lochen von einem Erwachsenen helfen, wenn du noch nicht sicher mit Schere und Locher umgehen kannst.
Was brauchst du für ein Lesezeichen?
- 1 Stück dünner, sauberer Karton, zum Beispiel Fotokarton oder die Rückseite einer Müslipackung
- Lineal und Bleistift
- Eine Kinderschere
- Buntstifte oder Filzstifte
- Für die Herbst-Variante: 1 kleines gepresstes Herbstblatt und ein Klebestift
- Selbstklebende Buchfolie, 2 Stücke von etwa 7 mal 17 Zentimetern
- Ein Lineal oder eine alte Plastikkarte zum Glattstreichen
- Locher und 1 Stück Band oder Wollfaden, etwa 20 Zentimeter lang
Wie bastelt man ein Lesezeichen?
1. Die Form zeichnen
Zeichne mit Lineal und Bleistift ein Rechteck auf den Karton, etwa 5 Zentimeter breit und 15 Zentimeter lang. So lang ist ein Lesezeichen traditionell. Ist es nicht länger als 15 Zentimeter, passt es auch ganz in kleine Bücher.

2. Ausschneiden
Schneide das Rechteck entlang der Linie aus. Runde die Ecken mit der Schere etwas ab. Runde Ecken knicken nicht so schnell um.

3. Die Vorderseite gestalten
Male auf die Vorderseite ein Tier, einen Planeten oder ein Muster. Für die Herbst-Variante klebst du ein kleines gepresstes Blatt mit dem Klebestift auf. In Schritt 5 wird es mit Folie geschützt. Achte darauf, dass das Lesezeichen flach bleibt. Ist es zu dick, passt es nicht mehr gut zwischen die Seiten. Wie du Blätter presst, erklärt unsere Anleitung Herbstblätter pressen.

4. Deine Entdeckerfrage aufschreiben
Schreibe auf die Rückseite eine Frage, die du als Nächstes erforschen möchtest, zum Beispiel „Warum werden Blätter im Herbst bunt?“. Wenn du die Antwort gefunden hast, schreibst du sie darunter. So wird dein Lesezeichen zu einem kleinen Forscherheft.

5. In Buchfolie einbinden
Selbstklebende Buchfolie ist eine durchsichtige Folie, auf deren Rückseite Klebstoff ist. Ein Schutzpapier deckt den Klebstoff ab, bis du die Folie aufklebst. Die Folie schützt das Lesezeichen vor Knicken und Feuchtigkeit. Sie schützt auch das gepresste Blatt und die Ränder des Lesezeichens. Lass dir bei diesem Schritt von einem Erwachsenen helfen, damit keine Falten entstehen.
- Schneide zwei Stücke Buchfolie zu, die rundherum etwa 1 Zentimeter größer sind als dein Lesezeichen.
- Ziehe das Schutzpapier am oberen Ende ein kleines Stück ab. Lege die Folie mit der klebenden Seite auf die Vorderseite des Lesezeichens und drücke den Anfang fest.
- Ziehe das Schutzpapier langsam weiter ab. Streiche die Folie dabei mit dem Lineal oder der Plastikkarte glatt, immer von der Mitte zum Rand hin. So drückst du die Luft heraus, und es bleiben keine Luftblasen unter der Folie.
- Drehe das Lesezeichen um und klebe das zweite Stück Folie genauso auf die Rückseite. Am Rand kleben die beiden Folien aufeinander.
- Schneide die Folie rundherum ab. Lass dabei einen schmalen Rand von 3 bis 5 Millimetern stehen. Runde auch die Ecken der Folie ab, damit nichts kratzt.

6. Loch stanzen und Band anknoten
Stanze mit dem Locher oben in der Mitte ein Loch durch Karton und Folie. Falte das Band in der Mitte, schiebe die Schlaufe durch das Loch und ziehe die beiden Enden durch die Schlaufe. Das Band schaut oben aus dem Buch heraus. So findest du deine Seite schnell wieder.

Seit wann gibt es Lesezeichen?
Lesezeichen gibt es seit mindestens 1.400 Jahren. Eines der ältesten erhaltenen Lesezeichen stammt aus Ägypten. Es ist aus verziertem Leder und auf der Rückseite mit Pergament gefüttert. Pergament ist enthaarte, geglättete Tierhaut, auf der man früher geschrieben hat. Das Lesezeichen ist mit einem Lederriemen am hölzernen Deckel eines alten Buches befestigt. Die Bücher wurden im 6. oder 7. Jahrhundert geschrieben und liegen heute in der Chester Beatty Library in Dublin.
Jetzt selbst ausprobieren
Bastle mehrere Lesezeichen für verschiedene Themen: eines für Tiere, eines für das Weltall und eines für den Herbst. Fragen für dein Herbst-Lesezeichen findest du in unseren Beiträgen Warum werden Blätter im Herbst bunt? und Warum fliegen Zugvögel in den Süden?
Quellen: DWDS: Lesezeichen, Deutsche Welle: Die Geschichte des Eselsohrs, dm: Lesezeichen basteln, VKJ: Neue Lesezeichen, ekz: Verarbeitungshinweise Buchschutzfolien, Kita.de: Lesezeichen basteln, familie.de: Lesezeichen basteln und Chester Beatty Library: Some early bindings from Egypt.

