Die kurze Antwort
Der Nikolaus und der Weihnachtsmann sind zwei verschiedene Figuren. Der Nikolaus ist ein Heiliger. Er war im 4. Jahrhundert Bischof in der Stadt Myra in der heutigen Türkei. Er kommt in der Nacht zum 6. Dezember, trägt ein Bischofsgewand mit Mitra und Bischofsstab und bringt kleine Gaben in den Stiefel. Der Weihnachtsmann ist kein Heiliger und hat nie als Mensch gelebt. Er ist eine Figur aus Liedern, Gedichten und Bildern des 19. Jahrhunderts. Er kommt an Heiligabend, trägt einen roten Mantel mit weißem Fell und bringt die großen Weihnachtsgeschenke. Trotzdem sind die beiden verwandt, denn der Weihnachtsmann wurde aus dem Nikolaus und seinem Begleiter Knecht Ruprecht gemacht. Deshalb sehen sie sich heute so ähnlich, dass viele sie verwechseln. Den Nikolaus feiern Kinder in ganz Deutschland, den Weihnachtsmann vor allem im Norden und Osten. Im Süden und Westen kommt an Heiligabend meistens kein Weihnachtsmann.

Im Supermarkt stehen schon im Herbst lange Reihen von Schokoladenfiguren im Regal. Alle haben einen weißen Bart, einen roten Mantel und einen Sack auf dem Rücken. Auf manchen Verpackungen steht „Nikolaus“, auf anderen „Weihnachtsmann“. Am 6. Dezember liegt so eine Figur im Stiefel, und am 24. Dezember steht wieder eine unter dem Weihnachtsbaum. Sind das nun zwei verschiedene Männer oder ist es derselbe, der zweimal kommt? Und warum kommt der Nikolaus in Bayern als Bischof und in Hamburg im roten Mantel?
Wer der heilige Nikolaus war und welche Legenden man über ihn erzählt, steht in unserem Artikel Nikolaus: Warum feiern wir den Nikolaustag?. Warum Kinder am Abend des 5. Dezember ihre Stiefel vor die Tür stellen, erfährst du im Artikel Nikolausstiefel. Hier geht es darum, wie man Nikolaus und Weihnachtsmann auseinanderhält, wo welcher Brauch zu Hause ist und warum die beiden heute so oft verwechselt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann?
Der wichtigste Unterschied ist, dass der Nikolaus ein Heiliger ist, der wirklich gelebt hat, und der Weihnachtsmann eine erfundene Figur. Außerdem kommen die beiden an verschiedenen Tagen, sehen anders aus und bringen verschiedene Geschenke.
Ein Heiliger ist ein Mensch, den die Kirche nach seinem Tod besonders ehrt, weil er nach ihrer Überzeugung ein vorbildliches Leben geführt hat. Jeder Heilige hat einen Gedenktag, an dem man sich an ihn erinnert. Beim Nikolaus ist das der 6. Dezember, denn an einem 6. Dezember soll er gestorben sein. Der Weihnachtsmann hat keinen Gedenktag, weil er kein Heiliger ist. Er kommt zu Weihnachten, dem Fest, an dem Christen die Geburt von Jesus feiern.
Die Unterschiede stehen in dieser Tabelle.
| Frage | Nikolaus | Weihnachtsmann |
|---|---|---|
| Wer ist das? | ein Heiliger, im 4. Jahrhundert Bischof von Myra | eine erfundene Figur, kein Heiliger |
| Seit wann gibt es ihn? | gelebt vor etwa 1.700 Jahren, Geschenke bringt er seit dem Mittelalter | seit etwa 200 Jahren |
| Wann kommt er? | in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember | an Heiligabend, dem 24. Dezember, in Amerika und England in der Nacht zum 25. Dezember |
| Was trägt er? | Bischofsgewand, Mitra und Bischofsstab | roten Mantel mit weißem Fell, Zipfelmütze, Gürtel und Stiefel |
| Wer begleitet ihn? | Knecht Ruprecht, Krampus, Schmutzli oder Pieten | in den Geschichten Elfen und Rentiere |
| Wie reist er? | zu Fuß, auf einem Pferd oder einem Esel | mit einem Schlitten, den Rentiere durch die Luft ziehen |
| Wo wohnt er? | nach christlichem Glauben im Himmel | in den Geschichten am Nordpol oder in Lappland |
| Was bringt er? | Nüsse, Obst, Gebäck und Süßigkeiten in den Stiefel | die großen Geschenke unter den Weihnachtsbaum |
| Wo bringt er Geschenke? | in ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und vielen anderen Ländern | in Deutschland vor allem im Norden und Osten, weltweit als Santa Claus |
Ist der Nikolaus der Weihnachtsmann?
Nein, der Nikolaus ist nicht der Weihnachtsmann, aber der Weihnachtsmann stammt vom Nikolaus ab.
Der Weihnachtsmann hat vom Nikolaus den weißen Bart, das freundliche Wesen und die Aufgabe, Kindern Geschenke zu bringen. Von Knecht Ruprecht, dem dunklen Begleiter des Nikolaus, hat er den Sack und früher auch die Rute. Eine Rute ist ein Bündel aus dünnen Zweigen, mit dem man früher Kinder bestrafte. Den Bischofshut, den Bischofsstab und alles, was an die Kirche erinnert, hat der Weihnachtsmann dagegen nicht übernommen. So entstand eine Figur, die wie ein Nikolaus aussieht, aber nichts mehr mit einem Bischof zu tun hat.
Auch der amerikanische Weihnachtsmann ist mit dem Nikolaus verwandt. Sein Name Santa Claus kommt von Sinterklaas, dem niederländischen Wort für Sankt Nikolaus. Claus und Klaus sind Kurzformen des Namens Nikolaus. Wer Santa Claus sagt, sagt also eigentlich „Sankt Nikolaus“.
Wer ist älter, der Nikolaus oder der Weihnachtsmann?
Der Nikolaus ist viel älter als der Weihnachtsmann. Der heilige Nikolaus lebte vor etwa 1.700 Jahren, den Weihnachtsmann gibt es erst seit etwa 200 Jahren.
Bischof Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert in Myra, einer Stadt an der Südküste der heutigen Türkei. Nach seinem Tod erzählte man sich viele Geschichten über ihn, in denen er armen Menschen half und Kindern Geschenke brachte. Spätestens im Mittelalter wurde er in Europa zum Geschenkebringer der Kinder. Bis ins 19. Jahrhundert war er in Deutschland derjenige, der die meisten Geschenke brachte.
Woran erkennt man den Nikolaus und woran den Weihnachtsmann?
Den Nikolaus erkennt man an der Mitra und am Bischofsstab, den Weihnachtsmann an der roten Zipfelmütze mit weißem Fellrand. Beide haben einen langen weißen Bart, deshalb muss man auf den Kopf und die Hände achten.
Die Mitra ist die hohe, spitze Mütze eines Bischofs. Meistens ist ein Kreuz darauf gestickt. Der Bischofsstab ist ein langer Stab, der oben eingerollt ist wie der Stab eines Hirten. Er bedeutet, dass ein Bischof auf die Menschen seiner Gemeinde aufpassen soll wie ein Hirte auf seine Schafe. Dazu trägt der Nikolaus einen langen Umhang, oft in Rot, Weiß oder Gold, und manchmal ein dickes Buch. In diesem Buch steht nach dem Brauch, was die Kinder im Jahr gut und was sie weniger gut gemacht haben.
Der Weihnachtsmann trägt keine Zeichen der Kirche. Er hat eine rote Jacke oder einen roten Mantel mit weißem Fellbesatz, eine weiche Zipfelmütze mit einer weißen Bommel, einen breiten schwarzen Gürtel und schwarze Stiefel. Auf dem Rücken trägt er einen Sack voller Geschenke. Er ist meistens rundlich und lacht viel.
Schwierig wird es im Norden Deutschlands. Dort tritt oft auch der Nikolaus im roten Mantel mit Fellmütze auf und sieht dann aus wie ein Weihnachtsmann. Im Süden Deutschlands kommt der Nikolaus dagegen fast immer im Bischofsgewand mit Mitra und Stab.

Wie unterscheidet man Schoko-Nikolaus und Schoko-Weihnachtsmann?
Ein Schoko-Nikolaus hat eine Mitra und einen Bischofsstab, ein Schoko-Weihnachtsmann hat eine Zipfelmütze und meistens einen Sack. Auf vielen Verpackungen ist das aber gar nicht genau zu erkennen, weil die Figuren in Papier aus Aluminium gewickelt sind, auf das nur ein Bild gedruckt ist.
Schokoladenfiguren gibt es schon lange. Die ersten Nikolausfiguren aus Schokolade gab es um das Jahr 1820, und sie sahen noch aus wie ein richtiger Bischof. Heute stellen die deutschen Hersteller jedes Jahr weit über 100 Millionen solcher Figuren her. Im Jahr 2025 waren es nach Angaben der Süßwarenindustrie etwa 146 Millionen Schoko-Nikoläuse und Schoko-Weihnachtsmänner zusammen. Fast die Hälfte davon wird in andere Länder verkauft.
Weil die Figuren schon ab September im Laden stehen und meistens nur „Weihnachtsmann“ heißen, sieht man den Unterschied im Supermarkt kaum noch. Das ist einer der Gründe, warum viele Kinder Nikolaus und Weihnachtsmann für dieselbe Person halten.
Wann kommen Nikolaus und Weihnachtsmann?
Der Nikolaus kommt in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember, der Weihnachtsmann am Abend des 24. Dezember. Zwischen den beiden liegen also etwa zweieinhalb Wochen.
Der Nikolaus kommt schon am Abend vorher, weil in der Kirche ein Fest mit dem Abend davor beginnt. Diesen Abend nennt man Vorabend. Deshalb stellen Kinder ihre geputzten Stiefel am 5. Dezember vor die Tür und finden sie am Morgen des 6. Dezember gefüllt. In manchen Familien, in Kindergärten und Schulen kommt der Nikolaus auch persönlich zu Besuch. Er lobt die Kinder, ermahnt sie manchmal ein wenig und verteilt kleine Säckchen.
Aus demselben Grund kommt der Weihnachtsmann in Deutschland schon am 24. Dezember. Das Weihnachtsfest ist eigentlich am 25. Dezember, aber es beginnt am Abend vorher, dem Heiligabend. Die Bescherung findet bei den meisten Familien am Heiligabend statt. Bescherung nennt man den Moment, in dem die Weihnachtsgeschenke verteilt werden. In den USA und in Großbritannien bringt Santa Claus die Geschenke dagegen erst in der Nacht. Die Kinder packen sie am Morgen des 25. Dezember aus.
Was bringen Nikolaus und Weihnachtsmann?
Der Nikolaus bringt kleine Gaben wie Nüsse, Äpfel, Mandarinen, Lebkuchen und Schokolade, der Weihnachtsmann bringt die großen Geschenke.
Das war nicht immer so. Bis ins 19. Jahrhundert waren die Geschenke am Nikolaustag in vielen Gegenden die wichtigsten Geschenke des ganzen Winters. Das Schenken zu Weihnachten setzte sich in vielen Familien erst im 19. Jahrhundert richtig durch und hat die Nikolausgeschenke dann teilweise verdrängt. Seitdem sind die Nikolausgeschenke klein und die Weihnachtsgeschenke groß.
Auch die Art zu schenken ist verschieden. Die Gaben des Nikolaus liegen im Stiefel, im Strumpf oder auf einem Teller. Der Weihnachtsmann legt seine Geschenke in Deutschland unter den Weihnachtsbaum oder übergibt sie persönlich. In Amerika und England füllt Santa Claus außerdem Strümpfe, die am Kamin hängen. Auch diese Strümpfe stammen vom Nikolaus, denn ursprünglich waren Stiefel und Strümpfe die Behälter für seine Gaben.
Wo kommt der Nikolaus und wo der Weihnachtsmann?
Der Nikolaus kommt in ganz Deutschland, der Weihnachtsmann bringt vor allem im Norden und Osten Deutschlands die Weihnachtsgeschenke. Im Süden und Westen kommt an Heiligabend meistens nicht der Weihnachtsmann.
Den Nikolaustag feiern Kinder überall in Deutschland, im Norden genauso wie im Süden. Fast überall stellen sie am Abend des 5. Dezember ihre Stiefel vor die Tür. Auch in Österreich kommt der Nikolaus. Dort heißt er Nikolo und bringt den Krampus mit. In der Deutschschweiz heißt er Samichlaus, und sein Begleiter ist der Schmutzli. Wie Kinder in den Niederlanden, in Belgien und in Ungarn den Nikolaus empfangen, steht im Artikel über den Nikolausstiefel.
Beim Weihnachtsmann ist es anders. Für den Atlas zur deutschen Alltagssprache haben Forscherinnen und Forscher der Universitäten Salzburg und Lüttich Menschen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz gefragt, wer bei ihnen an Weihnachten die Geschenke bringt. Ein Atlas ist eine Sammlung von Landkarten. Auf der Karte zu dieser Frage verläuft eine Grenze quer durch Deutschland. Nördlich und östlich davon bringt meistens der Weihnachtsmann die Geschenke, zum Beispiel in Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Südlich und westlich davon kommt meistens das Christkind, zum Beispiel in Bayern, Baden-Württemberg, im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in großen Teilen von Nordrhein-Westfalen und Hessen. Auch in Österreich und in der Schweiz bringt das Christkind die Weihnachtsgeschenke.
Ein Kind in München bekommt also am 6. Dezember Besuch vom Nikolaus, an Heiligabend aber keinen Besuch vom Weihnachtsmann. Ein Kind in Berlin bekommt am 6. Dezember ebenfalls etwas vom Nikolaus, und an Heiligabend kommt bei ihm der Weihnachtsmann. Wer das Christkind ist, steht im Artikel Christkind, und wer in anderen Ländern die Geschenke bringt, im Artikel Wer bringt die Geschenke?.
Wo Nikolaus und Weihnachtsmann kommen, zeigt diese Tabelle.
| Gegend | Nikolaus am 6. Dezember | Weihnachtsmann an Weihnachten |
|---|---|---|
| Norden und Osten Deutschlands | kommt, oft im roten Mantel | kommt an Heiligabend |
| Süden und Westen Deutschlands | kommt im Bischofsgewand | kommt meistens nicht, dort bringt das Christkind die Geschenke |
| Österreich | kommt als Nikolo mit dem Krampus | kommt meistens nicht, dort bringt das Christkind die Geschenke |
| Deutschschweiz | kommt als Samichlaus mit dem Schmutzli | kommt meistens nicht, dort bringt das Christkind die Geschenke |
| Niederlande | kommt als Sinterklaas mit den großen Geschenken, schon am Abend des 5. Dezember | kommt in manchen Familien zusätzlich und heißt dort Kerstman |
| USA und England | bringt keine Geschenke | kommt als Santa Claus oder Father Christmas in der Nacht zum 25. Dezember |
In den Niederlanden ist der Nikolaus der wichtigste Geschenkebringer geblieben. Deshalb halten niederländische Kinder Nikolaus und Weihnachtsmann besonders gut auseinander. In den USA und in England ist es umgekehrt. Dort gibt es nur den Weihnachtsmann, und die Kinder hängen ihre Strümpfe erst am Abend vor Weihnachten für Santa Claus auf.
Warum kommt der Nikolaus im Süden als Bischof und im Norden im roten Mantel?
Der Grund ist die Reformation im 16. Jahrhundert. In den evangelischen Gegenden im Norden und Osten verlor der Nikolaus als Heiliger an Bedeutung, und dort entstand später aus ihm der Weihnachtsmann. Im katholischen Süden blieb der Nikolaus ein Bischof.
Die Reformation war eine Bewegung, mit der Martin Luther und andere Gelehrte im 16. Jahrhundert die Kirche verändern wollten. Aus ihr entstand die evangelische Kirche. Die Evangelischen verehren keine Heiligen, weil sie dafür keine Grundlage in der Bibel fanden. Ein Heiliger, der Kindern Geschenke bringt, passte deshalb nicht mehr zu ihrem Glauben. Luther nannte die Geschichten über den Nikolaus in einer Predigt am Nikolaustag 1527 „kyndisch ding“, also Kinderkram. Die Kinder sollten ihre Geschenke nicht mehr am Nikolaustag bekommen, sondern an Weihnachten. Viele evangelische Städte verboten danach die Nikolausbräuche. Was Luther selbst mit dem Nikolaus zu tun hatte, steht im Artikel über den Nikolaus.
Ganz verschwunden ist der Nikolaus aus dem Norden trotzdem nie. Die Kinder bekamen dort weiter am 6. Dezember etwas, aber der Nikolaus war für viele Menschen kein Bischof mehr. Das sieht man im Kinderbuch „Der Struwwelpeter“, das 1844 in Frankfurt am Main erschien. Darin tritt ein „großer Nikolas“ auf, der keine Bischofsmütze trägt, sondern eine Zipfelmütze. Aus einem solchen Nikolaus ohne Zeichen der Kirche und aus seinem Begleiter Knecht Ruprecht entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Weihnachtsmann. Er verbreitete sich vor allem in den evangelischen Gegenden im Norden und Osten. Weil der Weihnachtsmann dort aus dem Nikolaus gemacht wurde, sehen sich die beiden im Norden bis heute fast gleich.
In den katholischen Gegenden im Süden und Westen blieb der Nikolaus dagegen ein Heiliger. Er kommt dort bis heute im Bischofsgewand mit Mitra und Stab. Einen Weihnachtsmann brauchte man dort nicht, denn viele katholische Familien hatten für Heiligabend das Christkind übernommen.
Im Osten Deutschlands kam später noch die Zeit der DDR dazu. Die DDR, die Deutsche Demokratische Republik, war von 1949 bis 1990 ein eigener Staat im Osten Deutschlands. Ihre Regierung wollte, dass die Menschen nicht an Gott glauben. Christliche Zeichen waren deshalb nicht gern gesehen. Bis 1973 durften zum Beispiel auf Adventskalendern keine christlichen Bilder gedruckt werden. Ein Weihnachtsmann ohne Kirche passte besser zu diesem Staat als ein Bischof mit Kreuz auf der Mitra. Bis heute bringt in Brandenburg, Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern fast überall der Weihnachtsmann die Geschenke.
Warum werden Nikolaus und Weihnachtsmann heute vermischt?
Nikolaus und Weihnachtsmann werden vermischt, weil der Weihnachtsmann vom Nikolaus abstammt, beide fast gleich aussehen und Werbung, Filme und Läden sie kaum noch unterscheiden. Dafür gibt es mehrere Gründe, die zusammenkommen.
Der erste Grund ist die gemeinsame Herkunft. Der Weihnachtsmann wurde aus dem Nikolaus gemacht, und der amerikanische Santa Claus trägt sogar dessen Namen. Wer nicht weiß, woher die Figuren kommen, sieht in ihnen leicht dieselbe Person.
Der zweite Grund ist das Aussehen. Im Norden kommt der Nikolaus oft im roten Mantel mit Fellmütze und sieht dann genauso aus wie der Weihnachtsmann. Für viele Kinder dort ist der Nikolaus darum einfach der Weihnachtsmann, der am 6. Dezember schon einmal vorbeischaut.
Der dritte Grund ist die Werbung. In den 1920er-Jahren setzte sich der rot-weiße Mantel des Weihnachtsmanns durch. Ab 1931 malte der Künstler Haddon Sundblom über 30 Jahre lang für die Getränkefirma Coca-Cola einen rundlichen, fröhlichen Weihnachtsmann im roten Mantel. Erfunden hat Coca-Cola den Weihnachtsmann nicht, und den roten Mantel trug er schon vorher. Die Bilder haben aber dafür gesorgt, dass der Weihnachtsmann heute auf der ganzen Welt gleich aussieht. Wie der Weihnachtsmann entstanden ist, steht im Artikel Weihnachtsmann. Läden, Kalender und Werbung zeigen in der ganzen Adventszeit diesen einen Mann im roten Mantel, der Bischof Nikolaus kommt darin kaum vor. So sehen Kinder den Weihnachtsmann schon Anfang Dezember überall und verbinden ihn auch mit dem Nikolaustag.
Der vierte Grund sind amerikanische Filme, Bücher und Lieder. Darin gibt es nur Santa Claus und keinen Nikolaus am 6. Dezember. Wer mit diesen Filmen aufwächst, lernt den Nikolaus als eigene Figur gar nicht kennen.
Der fünfte Grund ist, dass die beiden Tage nah beieinanderliegen. Der 6. Dezember und der 24. Dezember liegen beide im Advent, der Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten. Für viele Kinder gehört der Nikolaustag deshalb einfach zur Weihnachtszeit dazu.
Der Liedermacher Rolf Zuckowski hat über diese Verwechslung sogar ein Lied geschrieben. Es heißt „Nikolaus und Weihnachtsmann“. Darin beschweren sich die beiden Figuren, dass man sie ständig miteinander verwechselt.
Was ist die Weihnachtsmannfreie Zone?
Die Weihnachtsmannfreie Zone ist eine Aktion der katholischen Kirche, die seit 2002 daran erinnert, dass der Nikolaus ein Bischof war und nicht mit dem Weihnachtsmann verwechselt werden soll.
Hinter der Aktion steht das Bonifatiuswerk, ein katholisches Hilfswerk aus Paderborn. Es verteilt jedes Jahr im Advent Aufkleber, Plakate und Schokoladen-Nikoläuse mit Mitra und Bischofsstab. Der Spruch der Aktion lautet „Echt gut.“. Damit ist der „echte“ Nikolaus gemeint, der nach der Überlieferung Menschen in Not geholfen hat, ohne darüber zu reden. Das Bonifatiuswerk möchte, dass Kinder ihn als Vorbild kennenlernen und selbst anderen Gutes tun. Gegen den Weihnachtsmann zu Weihnachten hat die Aktion nichts. Sie möchte nur, dass der Weihnachtsmann am Nikolaustag Pause macht.
Zum Weiterdenken
Der Nikolaus und der Weihnachtsmann sehen sich ähnlich, weil der eine aus dem anderen gemacht wurde. Kommt bei dir am 6. Dezember ein Bischof mit Mitra oder ein Mann im roten Mantel? Schau dir im Supermarkt die Schokoladenfiguren genau an und zähle, wie viele eine Mitra tragen und wie viele eine Zipfelmütze. Frag deine Großeltern, wie bei ihnen früher der Nikolaus aussah und ob an Heiligabend der Weihnachtsmann kam.
Quellen: Atlas zur deutschen Alltagssprache: Weihnachtsgeschenke bringt, Sonntagsblatt: Warum an Weihnachten das Christkind die Geschenke bringt, EKHN: Vom Nikolaus zum Weihnachtsmann, Erzbistum Paderborn: Nikolaus, NDR: Nikolaus – wer war der Heilige wirklich?, MDR: Weihnachten in der DDR, The Coca-Cola Company: Haddon Sundblom, Bonifatiuswerk: Weihnachtsmannfreie Zone

