Die kurze Antwort
Der Weihnachtsmann ist ein alter Mann mit weißem Bart, rotem Mantel und einem Sack voller Geschenke. Er bringt in Norddeutschland, Ostdeutschland und in vielen Ländern der Welt die Weihnachtsgeschenke. In Amerika heißt er Santa Claus (ausgesprochen „SÄN-ta KLOOS“), in England Father Christmas und in Frankreich Père Noël (ausgesprochen „PÄR no-ELL“). Er stammt vom heiligen Nikolaus ab, hat sich aber im Lauf von rund 200 Jahren zu einer eigenen Gestalt entwickelt. Den Namen Weihnachtsmann machte 1835 ein Kinderlied von Hoffmann von Fallersleben bekannt. Wie er heute aussieht, verdanken wir vor allem dem Zeichner Thomas Nast (ausgesprochen „TO-mas NÄST“) aus der Pfalz, der in Amerika lebte, und später der Werbung. Nach der Sage wohnt der Weihnachtsmann am Nordpol oder in Lappland und fliegt mit einem Schlitten, den Rentiere ziehen.

Auf dem Weihnachtsmarkt sitzt er in einer Holzhütte, im Kaufhaus schüttelt er Hände, und im Fernsehen fliegt er mit seinem Schlitten über die Dächer. Der Weihnachtsmann ist überall. Dabei ist er für eine Sagengestalt noch ziemlich jung. Vor 250 Jahren kannte ihn kaum jemand. Wie also wurde aus einem Bischof aus der heutigen Türkei ein dicker Mann vom Nordpol? Wer hat ihm den roten Mantel angezogen? Und warum hat er Rentiere und kein Pferd?
Welche anderen Gabenbringer es auf der Welt gibt, zeigt unser Überblick Christkind oder Weihnachtsmann: Wer bringt in welchem Land die Geschenke?. Wer der heilige Nikolaus war, von dem der Weihnachtsmann abstammt, erklärt unser Artikel über den Nikolaus.
Wer ist der Weihnachtsmann?
Der Weihnachtsmann ist ein Gabenbringer, der in der Nacht vor Weihnachten oder am Heiligabend den Kindern die Geschenke bringt. Ein Gabenbringer ist eine Gestalt, die nach einem Brauch Geschenke bringt. Anders als der Nikolaus ist der Weihnachtsmann kein Heiliger der Kirche. Er ist eine Gestalt aus Liedern, Gedichten, Bildern und Geschichten. Woran man die beiden auseinanderhält, erklärt unser Artikel Nikolaus und Weihnachtsmann: Was ist der Unterschied?.
Fast überall stellen sich die Menschen ihn gleich vor. Er ist alt, dick und fröhlich. Er hat einen langen weißen Bart, trägt einen roten Mantel mit weißem Pelz, eine rote Mütze, einen breiten Gürtel und schwarze Stiefel. Auf dem Rücken trägt er einen Sack mit Geschenken. In vielen Geschichten weiß er, welche Kinder brav waren und welche nicht.
Woher kommt der Weihnachtsmann?
Der Weihnachtsmann kommt vom heiligen Nikolaus. Aus diesem Bischof entstanden in verschiedenen Ländern mehrere Gestalten, die später zum Weihnachtsmann zusammenwuchsen. Drei Wurzeln sind besonders wichtig.
Die erste Wurzel ist der Nikolaus selbst. Er brachte schon im Mittelalter am 6. Dezember Geschenke. Nach der Reformation verlegten viele evangelische Familien die Bescherung auf Weihnachten. Sie wollten keinen Heiligen mehr als Gabenbringer. Wie dabei das Christkind entstand, liest du in unserem Artikel über das Christkind.
Die zweite Wurzel sind die Begleiter des Nikolaus, zum Beispiel Knecht Ruprecht oder der Pelzmärtel. Das waren raue Gestalten in Fellen und mit Bart, die mit Nüssen und mit der Rute kamen. Aus dem Bischof mit Mitra und Stab und aus seinem bärtigen Helfer wurde in Deutschland ein freundlicher alter Mann ohne Bischofskleidung.
Die dritte Wurzel ist der Sinterklaas (ausgesprochen „SIN-ter-klaas“) aus den Niederlanden. Niederländische Siedler brachten ihn im 17. Jahrhundert nach Nordamerika. Aus seinem Namen wurde dort „Santa Claus“. Wie Sinterklaas heute in den Niederlanden gefeiert wird, erklärt unser Artikel Sinterklaas: Wer ist der Nikolaus der Niederlande?.
Seit wann gibt es den Namen Weihnachtsmann?
Den Namen Weihnachtsmann gibt es in Deutschland seit dem 18. Jahrhundert, bekannt wurde er aber erst im 19. Jahrhundert. Berühmt machte ihn ein Lied, das jedes Kind kennt, nämlich „Morgen kommt der Weihnachtsmann“.
Den Text schrieb der Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben am 23. Juni 1835, also mitten im Sommer. Hoffmann von Fallersleben ist auch der Dichter des Liedes, dessen dritte Strophe heute die deutsche Nationalhymne ist. In seinem Weihnachtslied zählt der Weihnachtsmann die Geschenke auf, die er bringt, zum Beispiel Trommel, Pfeife und Gewehr, Fahn‘ und Säbel und noch mehr. Damals waren Spielzeugsoldaten ein beliebtes Geschenk für Jungen. Heute singen viele Familien das Lied mit anderen Geschenken. Ursprünglich hieß das Gedicht nur „Der Weihnachtsmann“. Gesungen wird es heute meist auf die Melodie eines alten französischen Volkslieds. Wie andere bekannte Weihnachtslieder entstanden sind, erklärt unser Artikel Woher kommen unsere Weihnachtslieder?.
Wer hat den Weihnachtsmann zum ersten Mal gezeichnet?
Eines der ersten Bilder eines Weihnachtsmanns in Deutschland zeichnete der Maler Moritz von Schwind. Es erschien im Jahr 1847 in der Münchner Zeitschrift „Fliegende Blätter“ und hieß „Herr Winter“. Zu sehen ist ein alter Mann mit langem Bart, Kapuzenmantel und einem kleinen Tannenbaum mit Kerzen in der Hand. Dazu gab es ein Gedicht von Hermann Rollett. Ein Jahr später erschien das Bild noch einmal in den Münchener Bilderbogen. Das waren billige bunte Bilderbögen, die sich viele Familien leisten konnten. So verbreitete sich diese Vorstellung im ganzen Land.
Schwinds Weihnachtsmann sah aber noch ganz anders aus als heute. Er war nicht rot, nicht dick und nicht lustig. Er war eher ein ernster, frierender Wanderer, der den Winter darstellte.
Wie wurde aus Sinterklaas der amerikanische Santa Claus?
Aus Sinterklaas wurde Santa Claus, weil amerikanische Schriftsteller und Zeichner im 19. Jahrhundert die Gestalt neu erfanden. Das geschah vor allem in New York. Die Stadt hieß früher Nieuw Amsterdam (ausgesprochen „NIU am-ster-DAM“) und war eine Siedlung der Niederländer.
Im Jahr 1809 schrieb der Schriftsteller Washington Irving (ausgesprochen „WO-schin-ten ÖR-wing“) ein lustiges Geschichtsbuch über New York. Darin fliegt der heilige Nikolaus mit einem Wagen über die Dächer und wirft Geschenke durch die Schornsteine. Irving wollte damit an die niederländische Vergangenheit der Stadt erinnern. Viele Leser fanden die Idee so schön, dass Nikolaus in New York bald zum Weihnachtsgast wurde.
Im Jahr 1821 erschien in New York ein kleines Bilderbuch mit dem Titel „The Children’s Friend“ (ausgesprochen „se TSCHIL-drens FRÄND“). Darin fährt „Old Santeclaus“ (ausgesprochen „OULD SÄN-te-kloos“) zum ersten Mal mit einem Schlitten, den ein Rentier zieht. Er kommt an Heiligabend und bringt Geschenke für brave Kinder und eine Rute für unartige.
Was steht im berühmtesten Gedicht über Santa Claus?
Das berühmteste Gedicht über Santa Claus heißt „A Visit from St. Nicholas“ (ausgesprochen „e WI-sit from sent NI-ko-les“), auf Deutsch „Ein Besuch vom heiligen Nikolaus“. Es erschien am 23. Dezember 1823 in einer Zeitung in der Stadt Troy im Staat New York, dem „Troy Sentinel“ (ausgesprochen „TROI SEN-ti-nel“). Den Namen des Dichters druckte die Zeitung nicht. Erst 1844 sagte der Professor Clement Clarke Moore (ausgesprochen „KLE-ment KLAARK MUUR“), dass er das Gedicht für seine Kinder geschrieben habe. Bis heute streiten Forscher, ob das stimmt. Manche halten den Dichter Henry Livingston (ausgesprochen „HEN-ri LI-wing-sten“) für den wahren Verfasser.
Das Gedicht beginnt mit dem Satz „’Twas the night before Christmas“ (ausgesprochen „tuos se NAIT bi-FOR KRIS-mes“), also „Es war die Nacht vor Weihnachten“. Ein Vater wacht nachts auf und sieht einen kleinen Schlitten mit acht winzigen Rentieren. Ein fröhlicher, rundlicher alter Mann mit weißem Bart ruft die Rentiere beim Namen. Er rutscht durch den Kamin, füllt die Strümpfe, legt einen Finger an die Nase und fliegt durch den Schornstein wieder hinaus.
Dieses Gedicht legte fest, was bis heute zum Weihnachtsmann gehört. Er kommt in der Nacht vor Weihnachten, fliegt mit Rentieren durch die Luft, steigt durch den Kamin und füllt Strümpfe.
Wie heißen die Rentiere des Weihnachtsmanns?
Der Weihnachtsmann hat neun Rentiere. Acht davon nennt schon das Gedicht aus dem Jahr 1823, das neunte kam 1939 dazu.
| Englischer Name | Bedeutung auf Deutsch |
|---|---|
| Dasher (ausgesprochen „DÄ-scher“) | Flitzer |
| Dancer (ausgesprochen „DÄN-ser“) | Tänzer |
| Prancer (ausgesprochen „PRÄN-ser“) | Springer |
| Vixen (ausgesprochen „WIK-sen“) | Füchsin |
| Comet (ausgesprochen „KO-mit“) | Komet |
| Cupid (ausgesprochen „KJUU-pid“) | Amor |
| Donner | Donner |
| Blitzen | Blitz |
| Rudolph | Rudolph |
Die letzten beiden hießen im Original noch „Dunder“ und „Blixem“. Das sind niederländische Wörter für Donner und Blitz. Erst später wurden daraus Donner und Blitzen.
Rudolph mit der roten Nase hat sich der Werbetexter Robert L. May (ausgesprochen „RO-bert EL MEI“) im Jahr 1939 ausgedacht. Er arbeitete für das Kaufhaus Montgomery Ward (ausgesprochen „mont-GAM-me-ri WOORD“) in Chicago. Das Kaufhaus verschenkte jedes Jahr zu Weihnachten ein Malbuch an Kinder und wollte dafür eine neue Geschichte. In ihr wird Rudolph wegen seiner leuchtenden Nase von den anderen Rentieren ausgelacht. In einer nebligen Weihnachtsnacht leuchtet er dem Schlitten aber den Weg. So wird er zum Anführer.
Warum fährt der Weihnachtsmann mit Rentieren?
Der Weihnachtsmann fährt mit Rentieren, weil er nach der Sage im hohen Norden wohnt, wo Rentiere leben. Rentiere sind Hirsche aus den kalten Gegenden der Erde. Sie können gut durch tiefen Schnee laufen und ziehen in Lappland und Sibirien seit langer Zeit Schlitten. Ein Pferd, wie es der Nikolaus hat, würde im Eis am Nordpol nicht weit kommen. Rentiere können in Wirklichkeit aber natürlich nicht fliegen.
Wer hat den Weihnachtsmann rot gemacht?
Den roten Weihnachtsmann hat nicht eine einzelne Firma erfunden. Rot war seine Farbe schon lange vor der Werbung. Ein Bischof wie der Nikolaus trug zu besonderen Festen rote Gewänder. Auch auf vielen Weihnachtskarten des 19. Jahrhunderts war der Weihnachtsmann schon rot gekleidet, manchmal aber auch grün, braun oder blau.
Am meisten Einfluss hatte der Zeichner Thomas Nast. Er wurde 1840 in Landau in der Pfalz geboren und kam als Kind mit seiner Mutter nach New York. In der Pfalz kannte man eine Begleitfigur des Nikolaus, den Belzenickel, einen Mann in Fellen. Nast zeichnete für die Zeitschrift „Harper’s Weekly“ (ausgesprochen „HAR-pers WII-kli“). Am 3. Januar 1863 erschien dort sein erstes Bild von Santa Claus. Es hieß „Santa Claus in Camp“ (ausgesprochen „SÄN-ta KLOOS in KÄMP“). Damals herrschte in den USA Bürgerkrieg. Nast zeichnete Santa in einem Mantel mit Sternen und Streifen, wie die amerikanische Flagge. Er besucht die Soldaten der Nordstaaten und verteilt Geschenke. Die Zeichnung war also auch Werbung für eine Seite im Krieg.
Bis 1886 zeichnete Nast insgesamt 33 Bilder von Santa Claus. Sie zeigen, wie er Briefe liest, in einer Werkstatt Spielzeug baut und durch Fernrohre schaut, ob die Kinder brav sind. Das bekannteste Bild heißt „Merry Old Santa Claus“ (ausgesprochen „ME-ri OULD SÄN-ta KLOOS“) und erschien am 1. Januar 1881. Darauf ist Santa ein rundlicher Mann mit Pfeife, Pelzmantel und Spielzeug im Arm.
Hat Coca-Cola den Weihnachtsmann erfunden?
Nein, Coca-Cola hat den Weihnachtsmann nicht erfunden und auch nicht rot gemacht. Die Firma hat aber dazu beigetragen, dass auf der ganzen Welt das gleiche Bild von ihm bekannt wurde.
Im Jahr 1930 zeigte Coca-Cola zum ersten Mal einen Weihnachtsmann in einer Anzeige. Ein Jahr später bat die Firma den Maler Haddon Sundblom (ausgesprochen „HÄ-den SUND-blom“), einen neuen Weihnachtsmann zu malen. Sundblom malte ihn von 1931 bis 1964 jedes Jahr für die Weihnachtswerbung. Seine Weihnachtsmänner waren warmherzig, rundlich und lebensecht. Als Vorbild diente ihm zuerst ein befreundeter Rentner namens Lou Prentiss (ausgesprochen „LUU PREN-tis“), später schaute er sich selbst im Spiegel an. Weil Coca-Cola auf der ganzen Welt Werbung machte, sahen Millionen Menschen in vielen Ländern genau diesen Weihnachtsmann. Deshalb glauben viele heute, er sei eine Erfindung der Firma.
Wo wohnt der Weihnachtsmann?
Der Weihnachtsmann wohnt nach der amerikanischen Sage am Nordpol, nach der finnischen Sage in Lappland. Eine echte Wohnung hat er natürlich nicht.
Die Idee mit dem Nordpol stammt wieder von Thomas Nast. Im Dezember 1866 zeichnete er ein Bild mit dem Titel „Santa Claus and His Works“ (ausgesprochen „SÄN-ta KLOOS änd his WÖRKS“). Darauf steht als Adresse „Santaclaussville, N. P.“ (ausgesprochen „SÄN-ta-kloos-wil“). Die Buchstaben N. P. bedeuten North Pole (ausgesprochen „NORS POUL“), also Nordpol. Damals versuchten viele Forscher, den Nordpol zu erreichen. Niemand war bisher dort gewesen. Ein Ort, an dem es kalt ist, an den niemand hinkommt und an dem niemand nachschauen kann, passte gut für den Weihnachtsmann.
In Finnland erzählt man dagegen, dass der Weihnachtsmann auf dem Berg Korvatunturi (ausgesprochen „KOR-wa-tun-tu-ri“) in Lappland wohnt. Dort heißt er Joulupukki (ausgesprochen „JOU-lu-puk-ki“). Seine Geschichte erzählt unser Artikel Joulupukki: Warum wohnt der Weihnachtsmann in Finnland?.
Kann man dem Weihnachtsmann einen Brief schreiben?
Ja, man kann dem Weihnachtsmann einen Brief schreiben, und man bekommt sogar eine Antwort. Dafür gibt es in mehreren Ländern eigene Weihnachtspostämter.
In Deutschland antwortet der Weihnachtsmann aus Himmelpfort in Brandenburg. Dort begann alles im Jahr 1984. Damals kamen Kinderbriefe an den Weihnachtsmann in der Postfiliale des kleinen Ortes an. Die Postangestellte Kornelia Matzke beantwortete sie, und mit der Zeit kamen immer mehr Briefe. Heute treffen dort in der Adventszeit rund 300.000 Briefe ein. Auch aus Himmelpforten in Niedersachsen schreibt der Weihnachtsmann zurück.
In Kanada lautet die Adresse des Weihnachtsmanns „Santa Claus, North Pole, H0H 0H0“. Die Postleitzahl besteht aus den Buchstaben H und O und den Ziffern Null. Zusammen klingt das wie „Ho Ho Ho“, das Lachen des Weihnachtsmanns. Die kanadische Post bekommt jedes Jahr mehr als eine Million Briefe an diese Adresse. Weitere Postämter gibt es in Finnland und Frankreich.
Kann man sehen, wo der Weihnachtsmann gerade ist?
Ja, am Heiligabend kann man im Internet verfolgen, wo der Weihnachtsmann angeblich gerade fliegt. Das macht jedes Jahr NORAD (ausgesprochen „NOO-räd“), die gemeinsame Luftverteidigung der USA und Kanadas.
Angefangen hat das 1955 durch einen Zufall. Ein Kaufhaus in der Stadt Colorado Springs (ausgesprochen „ko-lo-RAA-do SPRINGS“) druckte in einer Zeitungsanzeige eine Telefonnummer ab, unter der Kinder mit dem Weihnachtsmann sprechen konnten. Die Nummer war aber falsch gedruckt. Sie führte direkt zu einer Kommandozentrale des Militärs. Der Offizier, der den Anruf annahm, schaute nach, ob auf dem Radar etwas zu sehen war, und erzählte den Kindern, wo der Schlitten gerade war. Daraus wurde ein Brauch. Heute helfen jedes Jahr viele Freiwillige, Anrufe von Kindern aus aller Welt zu beantworten.
Gibt es den Weihnachtsmann wirklich?
Den Weihnachtsmann als Mann vom Nordpol, der mit Rentieren durch die Luft fliegt, gibt es nicht wirklich. Es ist eine Sagengestalt. Der heilige Nikolaus, von dem er abstammt, hat dagegen wahrscheinlich gelebt. Er war im 4. Jahrhundert Bischof in der Stadt Myra (ausgesprochen „MÜ-ra“) in der heutigen Türkei.
Die berühmteste Antwort auf diese Frage stand am 21. September 1897 in der New Yorker Zeitung „The Sun“ (ausgesprochen „se SAN“). Die achtjährige Virginia O’Hanlon (ausgesprochen „wör-DSCHI-ni-a o-HÄN-len“) hatte an die Zeitung geschrieben. Ihre Freunde sagten, es gebe keinen Santa Claus. Sie wollte wissen, ob das stimmt. Der Journalist Francis P. Church (ausgesprochen „FRÄN-sis PII TSCHÖRTSCH“) antwortete ihr mit einem langen Text. Darin steht der berühmte Satz „Yes, Virginia, there is a Santa Claus“ (ausgesprochen „JES wör-DSCHI-ni-a SÄR is e SÄN-ta KLOOS“), also „Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann“. Church meinte damit, dass es Liebe, Großzügigkeit und Freundlichkeit wirklich gibt, auch wenn man sie nicht sehen kann. Der Weihnachtsmann steht für genau diese Dinge.
Und wer sind dann die Weihnachtsmänner im Kaufhaus oder auf dem Weihnachtsmarkt? Das sind Menschen, die sich als Weihnachtsmann verkleiden. Weil es so viele von ihnen gibt, sagen manche Eltern, das seien Helfer des echten Weihnachtsmanns.
Wie schafft der Weihnachtsmann alle Häuser in einer Nacht?
Nach der Sage schafft der Weihnachtsmann alle Häuser in einer Nacht, weil er zaubern kann. Mit normaler Geschwindigkeit wäre es unmöglich, denn er müsste in jeder Sekunde sehr viele Häuser besuchen. Dabei hilft ihm nach der Sage, dass er wegen der Zeitzonen eigentlich mehr als 24 Stunden Zeit hat. Wenn es in Australien schon Weihnachtsmorgen ist, ist es in Amerika noch Mittag am Heiligabend. Der Weihnachtsmann fliegt also mit der Nacht von Osten nach Westen um die Erde.
Wie heißt der Weihnachtsmann in anderen Ländern?
Der Weihnachtsmann hat in fast jedem Land einen eigenen Namen, und in manchen Ländern ist er auch eine etwas andere Gestalt.
| Land | Name | Was dazu gehört |
|---|---|---|
| USA und Kanada | Santa Claus | Kommt in der Nacht zum 25. Dezember, füllt Strümpfe am Kamin. |
| Großbritannien | Father Christmas | Alte englische Gestalt, heute mit Santa Claus verschmolzen. |
| Frankreich | Père Noël | Kinder stellen ihre Schuhe vor den Kamin. |
| Italien | Babbo Natale (ausgesprochen „BAB-bo na-TAA-le“) | Bringt die Geschenke am 25. Dezember, die Befana kommt am 6. Januar. |
| Spanien und Argentinien | Papá Noel (ausgesprochen „pa-PA no-EL“) | In Spanien kommen dazu die Heiligen Drei Könige. |
| Brasilien | Papai Noel (ausgesprochen „pa-PAI no-ÄU“) | Kommt mitten im Sommer. |
| Portugal | Pai Natal (ausgesprochen „PAI na-TAL“) | Hat das Jesuskind als Gabenbringer abgelöst. |
| Chile | Viejito Pascuero (ausgesprochen „bje-CHI-to pas-KUE-ro“) | Der Name bedeutet „das alte Männchen von Weihnachten“. |
| Niederlande | Kerstman (ausgesprochen „KERST-man“) | Kommt zusätzlich zu Sinterklaas. |
| Dänemark | Julemanden (ausgesprochen „JUU-le-man-en“) | Seine Helfer sind die Nisser (ausgesprochen „NIS-ser“). |
| Finnland | Joulupukki | Klopft an die Tür und fragt nach braven Kindern. |
| Rumänien | Moș Crăciun (ausgesprochen „MOSCH kre-TSCHUN“) | Der Name bedeutet „Alter Mann der Weihnacht“. |
| Japan | Santa-san (ausgesprochen „SAN-ta-san“) | Weihnachten ist dort ein Fest für Kinder und Paare, aber kein Feiertag. |
Wer ist Father Christmas?
Father Christmas ist eine alte englische Gestalt, die viel älter ist als Santa Claus. Er ist keine Erfindung für Kinder, sondern war ursprünglich die Verkörperung des Weihnachtsfestes selbst, mit Essen, Trinken und guter Laune. Ein englisches Weihnachtslied aus dem 15. Jahrhundert, das ein Pfarrer namens Richard Smart (ausgesprochen „RI-tschard SMAART“) aufgeschrieben hat, spricht schon von „Sir Christëmas“ (ausgesprochen „SÖR KRIS-te-mas“).
Im 17. Jahrhundert verboten die Puritaner in England für einige Jahre das Weihnachtsfest. Die Puritaner waren strenge evangelische Christen, die prunkvolle Feste ablehnten. In Spottschriften verteidigte damals ein alter Father Christmas die Weihnachtsfreude gegen das Verbot. Erst im 19. Jahrhundert wurde Father Christmas auch zum Gabenbringer für Kinder. Heute ist er kaum noch von Santa Claus zu unterscheiden. Was die Engländer an Weihnachten essen, erklärt unser Artikel über den Plumpudding.
Wer ist der Père Noël?
Der Père Noël ist der französische Weihnachtsmann. Der Name bedeutet „Vater Weihnachten“. Französische Kinder stellen am Heiligabend ihre Schuhe vor den Kamin oder unter den Baum, damit er sie füllt.
Eine besondere Geschichte spielte sich am 23. Dezember 1951 in der Stadt Dijon (ausgesprochen „di-SCHO“) ab. Vor der Kathedrale verbrannten Geistliche eine Puppe des Père Noël. Etwa 250 Kinder aus der Sonntagsschule sahen zu. Die Geistlichen fanden, dass der Weihnachtsmann das Jesuskind verdrängt und nur für Geschäfte und Geschenke steht. In ganz Frankreich gab es große Aufregung. Viele Menschen, auch Eltern, fanden die Verbrennung schlimm. Am Ende war der Père Noël beliebter als zuvor.
Seit 1962 beantwortet die französische Post die Briefe an den Père Noël. Die erste Antwort schrieb damals die bekannte Kinderärztin Françoise Dolto (ausgesprochen „fran-SOAS dol-TO“). Heute hat das Sekretariat des Père Noël seinen Sitz in der Stadt Libourne (ausgesprochen „li-BURN“).
Gibt es auch Weihnachtsmänner, die anders aussehen?
Ja, in manchen Ländern hat der Weihnachtsmann eine eigene Form angenommen. In Australien ist Weihnachten mitten im Sommer. Dort trägt der Weihnachtsmann auf Bildern oft kurze Hosen und kommt mit dem Surfbrett. Nach einem Lied aus dem Jahr 1960 ziehen ihn auf seiner Reise durch Australien sechs weiße Kängurus, die „Six White Boomers“ (ausgesprochen „SIKS WAIT BUU-mers“). Als „Boomer“ bezeichnet man in Australien ein großes männliches Känguru.
In Pennsylvania in den USA kennt man den Belsnickel (ausgesprochen „BELS-nik-kel“). Er ist ein Begleiter des Nikolaus, den deutsche Auswanderer aus der Pfalz mitbrachten, in alten Fellen, mit Rute und Süßigkeiten. In manchen Familien kommt er bis heute vor Weihnachten vorbei und prüft, ob die Kinder brav waren.
In Russland bringt nicht der Weihnachtsmann die Geschenke, sondern Väterchen Frost. In Island kommen sogar 13 Weihnachtsmänner, über die unser Artikel Die 13 Weihnachtsmänner aus Island berichtet.
Zum Weiterdenken
Der Weihnachtsmann ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus vielen alten Geschichten eine neue Gestalt wird. Ein Bischof, ein rauer Begleiter in Fellen, ein Gedicht, ein Zeichner und eine Werbefirma haben alle etwas beigetragen. Welche Teile des Weihnachtsmanns kommen aus Deutschland, welche aus den Niederlanden und welche aus Amerika? Und wie würde dein eigener Weihnachtsmann aussehen, wenn er in deinem Land neu erfunden würde?
Quellen: Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft: Morgen kommt der Weihnachtsmann, Universitätsbibliothek Regensburg: Herr Winter in den Fliegenden Blättern, NDR: Wer hat den Weihnachtsmann erfunden, New York Public Library: Santas New Yorker Wurzeln, Troy Sentinel 1823: A Visit from St. Nicholas, Smithsonian: Thomas Nast und Santa Claus, Smithsonian: Warum Santa am Nordpol wohnt, Coca-Cola: Haddon Sundblom, Chicago History Museum: Rudolph, NORAD Tracks Santa, Library of Congress: Yes, Virginia, Library of Congress: Father Christmas, Le Figaro: Der verbrannte Père Noël von Dijon, La Poste: Das Sekretariat des Père Noël

